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Überhánd

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
6 in 6 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Überhánd

Bd. 4, Sp. 755
Überhánd, adverb. so stark, mächtig oder viel, daß man demselben nicht mehr Einhalt thun kann. Wenn die Gerechten überhand haben, so gehts sehr fein zu, Sprich. 28, 12; wenn sie der herrschende, größte oder mächtigste Theil sind. Unsere Zunge soll überhand haben, Ps. 12, 5. Daß Menschen nicht überhand kriegen, Ps. 9, 20. Der Feind hat überhand gekriegt, Klag. 1, 16. Geh, sag' ich, eh mein Schmerz noch überhand gewinnt, Gottsch. Mit allen diesen Zeitwörtern ist es im Hochdeutschen veraltet, wo man es nur noch mit dem Zeitworte nehmen verbindet; überhand nehmen, an Zahl, Menge oder Stärke auf eine überlegene Art zunehmen. Das Unkraut nimmt in dem Garten überhand. Das Gewässer nahm überhand, 1 Mos. 7, 18. 19. Der Hunger nimmt überhand, Jer. 52, 6. Das Feuer, die Krankheit, die Laster, der schlechte Geschmack, die Hitze, die Kälte u. s. f. nehmen überhand. Am häufigsten von Dingen, welche man als ein Übel betrachtet. Seltener im entgegen gesetzten Falle. Des Herren Wort nimmt überhand, Apost. 19, 20. Anm. Die fehlerhafte Aussprache des großen Haufens mancher Gegenden, der Hang für Hand, und überhang für überhand spricht, verleitete Frischen, dieses Nebenwort von dem folgenden Überhang abzuleiten. Das Hauptwort die Oberhand, in den R. A. die Oberhand haben, bekommen, gewinnen, und dieses Überhand, gehören genau zusammen, und das letzte ist ohne Zweifel aus dem ersten gebildet. Beyde bedeuten entweder überlegene Macht, indem Hand zuweilen auch figürlich für Macht gebraucht wird, oder überhand bedeutet so wie die Oberhand hier eigentlich die Stelle zur rechten Hand, und figürlich überlegene Macht und Anzahl. Die letzte Erklärung hat das Schwedische vor sich, wo höger hand, sowohl die rechte Hand, als auch überhand, bedeutet.
1748 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Überhánd

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Überhánd , adverb. so stark, mächtig oder viel, daß man demselben nicht mehr Einhalt thun kann. Wenn die Gerechten überh…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Überhand

    Goethe-Wörterbuch

    Überhand [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    überhand

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    überhand [ewərhànt Bf. Z. ; –ht M. ] Adv. ü. në h me n stark, zu stark werden. D Bëttler ne h me n ü. es gibt zuviel Be…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ueberhand

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von ueberhand 2 Komponenten

ueber+hand

ueberhand setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ueberhand‑ als Erstglied (4 von 4)

überhandeln

DWB

ueber·handeln

überhandeln , v. , refl., sich im handeln übernehmen: dasz sich kaufleute überhandeln und über ihre kräfte in weitläuftige pläne einlassen, …

Überhandnahme

LDWB2

ueberhand·nahme

Über|hand|nah|me f. (-) 1 (übermäßiges Wachstum) chersciüda fora de mosöra f. , aumënt ezessif m. , suravënta f. 2 (Verbreitung) propagaziun…

überhandnehmen

Pfeifer_etym

ueberhand·nehmen

Hand f. ‘unterster Teil des Armes zum Greifen und Halten’, ahd. hant (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. hant, asächs. hand, aengl. hand, hond, nl. eng…

überhandnehmung

DWB

ueberhand·nehmung

überhandnehmung , f. a) überhandnehmung des Türken Schottel haubtspr. 166 . b) dann aus solcher zwyfacher widerwertiger zusammensetzung werd…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ueberhand". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ueberhand/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „ueberhand". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ueberhand/adelung. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ueberhand". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ueberhand/adelung.
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