lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Überbein

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
13 in 12 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
14
Verweise raus
16

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Überbein

Überbein

über Präp. zur Angabe einer räumlichen Lage ‘oberhalb’ (das Bild hängt über dem Schrank), ‘unmittelbar darauf’ (eine Schürze über dem Kleid tragen), einer nach oben gerichteten Bewegung (über etw. springen) oder Erstreckung (der Baum ragt über das Dach hinaus), einer von oben nach unten gerichteten Bewegung (Wasser über das Beet gießen), einer in die Zukunft weisenden Zeitspanne (über ein Jahr kommen wir zurück), eines Zeitraumes (über Ostern); Adv. zur Bezeichnung des Überschreitens einer Quantität, Qualität, Intensität ‘mehr als’ (über drei Kilo, über zwei Wochen), als Wortpaar über und über ‘völlig, ganz und gar, von oben bis unten’. Ahd. ubar (8. Jh.), ubari Adv. (8. Jh.), mhd. über, (md.) uber, ober, asächs. oƀar, oƀer, ofer, mnd. mnl. ōver, nl. over, aengl. ofer, engl. over, anord. yfir, schwed. över, got. ufar Präp., ufaro Adv. führen mit den außergerm. Verwandten aind. upári ‘oben, über’, awest. upairī̌, griech. hýper, hypér (ὕπερ, ὑπέρ) ‘über, im Übermaß, über … hinaus, oberhalb’, lat. (mit s-Präfix) super ‘oben, auf, darüber’, air. for ‘über, über … hinaus’ auf ie. *upér(i) ‘über, oberhalb’, auch ‘über … hinaus’, eine Bildung mit komparativischem r-Suffix zu ie. *upo, *up, *eup ‘unten an etw. heran’, dann ‘von unten hinauf, über’ (s. auf, 1ob). Die mhd. nhd. Form über (mit Umlaut) geht auf das Adverb ahd. ubari zurück. – überall Adv. ‘an allen Orten, bei jeder Gelegenheit’, ahd. ubaral (8. Jh.), mhd. überal, zusammengesetzt mit dem Akkusativ Neutr. von all (s. d.); vgl. mnd. mnl. ōveral, nl. overal, aengl. ofereall, engl. overall (‘umfassend’). überein Adv. ‘gleichmäßig, zusammenstimmend’, übereins (15. Jh.), mhd. überein, Zusammenrückung von mhd. über ein(ez) ‘in einem Sinne, gleichmäßig, ganz und gar’. überhaupt Adv. ‘insgesamt (gesehen)’ (15. Jh.), verstärkend bei Verneinungen (vgl. überhaupt nicht ‘ganz und gar nicht’, 18. Jh.), als Partikel in Fragesätzen ‘eigentlich, denn’ (Ende 17. Jh.), in der Handelssprache im Sinne von ‘in Bausch und Bogen, im ganzen, en gros’, vgl. überhaupt kaufen (‘insgesamt, nicht einzeln nachgezählt oder gewogen kaufen’, 18. Jh.). Zusammenrückung der Präp. über mit dem Akkusativ des Substantivs Haupt (s. d.), vgl. mhd. über houbet ‘über das Haupt, die Häupter hin’, d. h. ‘ohne die Stücke (Vieh, dann auch Menschen) zu zählen’; eine wohl aus der Viehwirtschaft stammende Fügung. übrig Adj. ‘(als Rest) vorhanden, verbleibend, restlich’, mhd. überic, überec; auch ‘überflüssig, überschüssig, zuviel’, vgl. ein übriges tun ‘mehr tun, als verlangt wird, als nötig ist’ (16. Jh.), aus der theologischen Sprache der Reformationszeit, eigentlich ‘mehr tun, als Gott von einem verlangt’; dazu übrigens Adv. ‘nebenbei bemerkt, gesagt, außerdem’ (Ende 17. Jh.; wohl in Analogie zu erstens); dafür auch im übrigen ‘ansonsten, außerdem’ (17. Jh.); erübrigen Vb. ‘etw. übriglassen, ein-, ersparen’, reflexiv (unpersönlich) ‘unnötig, überflüssig sein’ (Mitte 16. Jh.), aus der Kanzleisprache, älter erübern ‘übrigbehalten’ (14. bis Ende 17. Jh.). Überbein n. ‘Auswuchs einer Sehnenscheide oder Gelenkkapsel’ (besonders am Hand- oder Fußrücken), mhd. überbein; zu Bein ‘Knochen’ (s. d.), eigentlich ‘darüberliegender Knochen’, da fälschlich für Kochenauswuchs gehalten. überraschen Vb. ‘unerwartet (an)treffen, in Erstaunen setzen’ (16. Jh., häufiger seit 18. Jh.), zu rasch (s. d.), eigentlich ‘plötzlich über jmdn. kommen, herfallen, (den Feind) überfallen’; Überraschung f. ‘Erstaunen, Verwunderung über Unerwartetes’ (18. Jh.), ‘unerwarteter feindlicher Überfall, Überrumpelung’ (17. Jh.)
3558 Zeichen · 115 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    überbeinstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    über-bein stn. überbein, ganglion Dief. n. gl. 189 a . Beh. 12,11. Hätzl. 1. 30,50. Ring 2 c , 12. 42,11. Altsw. 229,26.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Überbein

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Überbein , des -es, plur. die -e, eine fehlerhafte Erhabenheit an den Händen und Füßen bey Menschen und Thieren, wel…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ueberbein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ueberbein , lat. ganglion , eine runde, elastische u. schmerzlose Geschwulst von der Größe einer Haselnuß bis Wallnuß, a…

  4. modern
    Dialekt
    Überbein

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Überbein n. Ganglion, Knochenwucherung, meist auf der Hand Liebsd. Hi. Hlkr. M. Mittl. Hf. I ch wo ll t doch das wüeste …

  5. Sprichwörter
    Ueberbein

    Wander (Sprichwörter)

    Ueberbein Er ist ein Ueberbein aller Welt. – Eiselein, 608; Braun, I, 4638.

  6. Spezial
    Überbein

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Über|bein n. (-[e]s,-e) ‹med› suraos (-sc) m. , esostosa (-ses) f.

Verweisungsnetz

21 Knoten, 18 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Kompositum 8 Sackgasse 9

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ueberbein

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ueberbein

ueberbern + -e + -in

ueberbein leitet sich vom Lemma ueberbern ab mit Suffixen -e und -in, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von ueberbein 2 Komponenten

ueber+bein

ueberbein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ueberbein‑ als Erstglied (1 von 1)

überbeinig

PfWB

ueber·beinig

 über-beinig Adj. : ' über kreuz (mit den Beinen) ', iwwerbeenich [ Lambert Penns 86].

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ueberbein". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ueberbein/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „ueberbein". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ueberbein/pfeifer_etym. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ueberbein". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ueberbein/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_ueberbein_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„ueberbein"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/ueberbein/pfeifer_etym},
  urldate      = {2026-05-20},
}