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Überbein

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
13 in 12 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Überbein

Bd. 19, Sp. 855
Überbein (griech. Ganglion), eine meist länglich-runde, etwa bohnengroße, nicht schmerzhafte und von gesunder Haut bedeckte harte Anschwellung in der Nähe gewisser Gelenke, namentlich des Handgelenks, am Fußrücken etc. Die Überbeine stehen immer in naher anatomischer Beziehung zu den Gelenkkapseln und Sehnenscheiden, neben denen sie liegen, und sind cystenartige Bildungen mit dünner fibröser Hülle und mit dickflüssiger, gallertartiger oder erstarrter und glasig-durchsichtiger Masse erfüllt. Diese Inhaltsmasse ist wahrscheinlich eingedickte Gelenkschmiere, der Sack des Überbeins aber ist eine Ausstülpung der innern Auskleidungsmembran einer Sehnenscheide oder eines Kapselbandes. Das Ü. entsteht bald ohne nachweisbare Ursache, bald durch übermäßige Anstrengung, Dehnung und Zerrung eines Gelenkes. Die meisten Überbeine veranlassen keine Beschwerden, zuweilen aber beeinträchtigen sie die Bewegungen der Hand oder des Fußes mehr oder weniger erheblich. Zur Beseitigung des Überbeins reicht oft fortgesetztes Kneten aus, sonst zerdrückt man es mit den Fingern oder zersprengt es durch Aufschlagen mit einem Hammer, nachdem man zuvor die Stelle durch Watte gut geschützt hat. Führt dies nicht zum Ziele, so muß das Ü. angestochen und sein Inhalt ausgedrückt, oder die ganze Geschwulst mit dem Messer ausgeschält werden. – Bei Pferden heißen Überbeine hügelige Knochenauflagerungen, die nicht selten am Unterkiefer, besonders häufig aber an den Füßen, namentlich an den (Vorder-, bez. Hinter-) Mittelfußknochen (fälschlich Schienbeine) vorkommen. Sie sind die Produkte begrenzter Knochenhautentzündungen infolge von Verletzungen (Schlägen etc.) oder von Zerrungen der am Knochen sich anheftenden Bänder. Sie können Lahmheit bedingen in der Nähe von Gelenken und da, wo Sehnen über sie hinwegziehen. An andern Stellen, z. B. an den Seitenflächen der Mittelfußknochen, bilden sie nur Schönheitsfehler.
1905 Zeichen · 18 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    überbeinstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    über-bein stn. überbein, ganglion Dief. n. gl. 189 a . Beh. 12,11. Hätzl. 1. 30,50. Ring 2 c , 12. 42,11. Altsw. 229,26.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Überbein

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Überbein , des -es, plur. die -e, eine fehlerhafte Erhabenheit an den Händen und Füßen bey Menschen und Thieren, wel…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ueberbein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ueberbein , lat. ganglion , eine runde, elastische u. schmerzlose Geschwulst von der Größe einer Haselnuß bis Wallnuß, a…

  4. modern
    Dialekt
    Überbein

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Überbein n. Ganglion, Knochenwucherung, meist auf der Hand Liebsd. Hi. Hlkr. M. Mittl. Hf. I ch wo ll t doch das wüeste …

  5. Sprichwörter
    Ueberbein

    Wander (Sprichwörter)

    Ueberbein Er ist ein Ueberbein aller Welt. – Eiselein, 608; Braun, I, 4638.

  6. Spezial
    Überbein

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Über|bein n. (-[e]s,-e) ‹med› suraos (-sc) m. , esostosa (-ses) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ueberbein

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ueberbein

ueberbern + -e + -in

ueberbein leitet sich vom Lemma ueberbern ab mit Suffixen -e und -in, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von ueberbein 2 Komponenten

ueber+bein

ueberbein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ueberbein‑ als Erstglied (1 von 1)

überbeinig

PfWB

ueber·beinig

 über-beinig Adj. : ' über kreuz (mit den Beinen) ', iwwerbeenich [ Lambert Penns 86].

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ueberbein". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ueberbein/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „ueberbein". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ueberbein/meyers. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ueberbein". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ueberbein/meyers.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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