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tuft

an. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
16 in 11 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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20

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

tuft m.

Bd. 22, Sp. 1552
tuft, m., 'dunst, nebel, dampf, reif, tau'; wie an. dupt n. 'staub', norw. duft f. 'staub, gran, dunst', aschwed. dopt, dupt 'staub', schwed. doft, n., 'staub, pulver', gen. rei 'dunst, duft', n. duft 'duft' (mit aus dem dt. übernommener bedeutung) zur idg. wurzel dheubh- 'wirbeln, wallen, blasen', wozu griech. τῦφος 'rauh', nhd. taub und taube oder zu dheup- in aind. dhūpa 'rauch, räucherwerk'. Walde-Pokorny 1, 840 f. der anlaut ist im mhd. gewöhnlich t; im frühnhd. setzt sich wie in dumm, dunst und zahlreichen andern wörtern (Paul dt. gr. 1, 332 f.) d durch und verdrängt t bald vollständig; vgl. duft 1, 2 in teil 2, sp. 1500/01; tuften; tuftig. reiche mhd. belege: mhd. wb. 3, 127a; Lexer 2, 1558; Schmeller-Fr. 1, 491. dazu etwa noch: über den glouben gie ein tuft, sam sô den heiteren luft der trüebe nebel irret unt als den sterren wirret diu wolken diu vor swebent Heinrich v. Veldeke Servatius v. 645 Haupt; sie (die helden) enmochten sich gehalden nicht an den himel noch an die luft. des touwes risel und sîn tuft mochte sie des nicht gehaben wider, sie enmüesten zu der erden nider vallen sunder iren danc Heinrich v. Freiberg v. 1766 Bernt; her dringt die zeit auss kaltem tuft, das spür ich wol an mangem luft, der mich berüert mit swärem traum Oswald v. Wolkenstein ged. 75 Schatz; vgl. ebda 69. [] im nhd. zeitraum literarisch nur noch selten greifbar: wo solliche blutbrunnen entspringen, sey nichts anders dann ein feuchter dampff, der durch irrdischen tufft und feuwrige hitz errote Seb. Franck bei Fischer schwäb. 2, 444, heute noch im oberamt Marbach, s. ebda; bei Wickram stets als reimwort: er hat auch geschaffen, dasz vom lufft kummen solten reiffen und tufft, darzuo die werme und die kelt Wickram w. 7, 12 Bolte; Juno eyn dicken schwartzen lufft, gleich wers eyns finstern regens tufft, von gifft rhab uff die erden liesz ebda 7, 329. lexikalisch verhältnismäszig spät belegt: tufft, f., dufft, dunst, nebel Rädlein (1711) 895. ob tüffi patina Diefenbach nov. gl. 282b für tüfft verlesen ist und als 'niederschlag (auf metall)' hierher gehört? in dieser alten bedeutung ist das wort heute den verschiedensten maa. bekannt: der tuft feuchter dunst, dampf, nebel Schöpf Tirol 773; duft oder tuft verzeichnet Hunziker Aargau (1877) 64; sonst erscheint ausnahmslos der typisch nhd. anlaut d: 'gefrorne winterliche feuchtigkeit der luft, reif' Unger-Khull steir. 181; Stalder schweiz. id. 1, 324; 'anflug von reif' Hunziker a. a. o.; 'nebel, verhüllender dampf in der luft, tau' Fischer schwäb. 2, 444; bad. wb. 1, 587; rauhreif, rauhfrost; feuchter beschlag der wände infolge der kälte Martin-Lienhart elsäss. 2, 658; aufsteigender dunst aus dem erdboden, leichter dunst über flur und feld, wenn es heisz wird, für gewöhnl. also nicht = nebel; rauhreif, zumal an den bäumen; kleiner rausch rhein. wb. 1, 1543; nebel; ein kleiner rausch Heinzerling-Reuter Siegerl. wb. 50; frostnebel, der bei kälte sich an bäume und andere körper anhängende gefrorene dunst Crecelius oberhess. 309; kleiner rausch Spiess Henneberg 47; ganz feiner und spärlicher niederschlag im sommer Damköhler Nordharz 47b; 'trübe luft', 'nebel' Mensing schlesw.-holst. 1, 897; tuft, m., Meisinger Rappenau 216.
3276 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    tuftst. F. (i)

    Köbler An. Wörterbuch

    tuft , st. F. (i) Hw.: s. topt

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    tuft

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +1 Parallelbeleg

    duftAWB, tuftAWB m. i-St., wohl mhd. (ein Beleg in den Gl. stammt aus dem 13. Jh. [Gl. 3, 350, 55 Darmstadt 6, mfrk.], e…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TUFTstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    TUFT stm. duft, dunst; nebel, reif. ahd. duft lat. gelu Graff 5,132. diu tuft MS. 1,192. a. bruma gl. Mone 8, 395. vgl. …

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tuftF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    tuft , F. Vw.: s. toft

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    tuftm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    tuft , m. , ' dunst, nebel, dampf, reif, tau ' ; wie an. dupt n. ' staub ', norw. duft f. ' staub, gran, dunst ', aschwe…

  6. modern
    Dialekt
    tuft

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    tuft Band 12, Spalte 747 tuft 12,747

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tuft

26 Bildungen · 17 Erstglied · 8 Zweitglied · 1 Ableitungen

tuft‑ als Erstglied (17 von 17)

Tuft I

Idiotikon

Tuft I Band 12, Spalte 741 Tuft I 12,741

Tuft II

Idiotikon

Tuft II Band 12, Spalte 744 Tuft II 12,744

Tuft III

Idiotikon

Tuft III Band 12, Spalte 747 Tuft III 12,747

tufteclich

BMZ

tufteclich adj. duftig, feucht. mit tuftiklîchem trône (= trôre) Wolk. 106,4. 4.

tuften

DWB

tuf·ten

tuften , vb. , ableitung von 1 tuft, m. ( s. d. sp. 1552); tüfften, eine dunst oder nebel von sich geben, vaporare, essalare, essalarsi, neb…

tufteⁿ I

Idiotikon

tufteⁿ I Band 12, Spalte 742 tufteⁿ I 12,742

tufteⁿ II

Idiotikon

tufteⁿ II Band 12, Spalte 747 tufteⁿ II 12,747

Tuftgrueb

Idiotikon

Tuftgrueb Band 2, Spalte 695 Tuftgrueb 2,695

tuftig

DWB

tuf·tig

tuftig , adj. , dunstig, neblig, bereift, feucht, kalt; zu 1 tuft, m. ( sp. 1552). wie beim grundwort erscheint nur im mhd. und älterem nhd.…

tuftig I

Idiotikon

tuftig I Band 12, Spalte 743 tuftig I 12,743

tuftig II

Idiotikon

tuftig II Band 12, Spalte 747 tuftig II 12,747

Tuftmannli

Idiotikon

Tuftmannli Band 4, Spalte 281 Tuftmannli 4,281

Tuftsteiⁿ

Idiotikon

Tuftsteiⁿ Band 11, Spalte 898 Tuftsteiⁿ 11,898

Tuftwībli

Idiotikon

Tuftwībli Band 15, Spalte 162 Tuftwībli 15,162

tuft als Zweitglied (8 von 8)

abgestuft

FiloSlov

abgestuft , adj градуированный , п

Futterstuft

MeckWBN

futter·stuft

Wossidia Futterstuft f. halbhd. zimmermannssprl. das senkrechte Brett zwischen zwei Treppenstufen Pa Parchim@Goldberg Goldb . Zu Fauder 1 5.

Haartuft

PfWB

haar·tuft

Haar-tuft m. : 'Knäuel aus ausgekämmten Haaren, bei schütterem Haar als Unterlage dienend', -tuft [ LA-Gommh ]; vgl. PfWB Haarwulst . — Das …

Schlarggituft

Idiotikon

Schlarggituft Band 12, Spalte 747 Schlarggituft 12,747

Steinstuft

MeckWB

stein·stuft

Wossidia Steinstuft f. Steinstufe: dei beiden Steinstuften vör dei Husdör Zier. Plaugf. 90.

vielgestuft

DWB

vielgestuft : der ehrenstellen vielgestufte leiter Mich. Beer (1835) 323 . —

wohlabgestuft

DWB

wohl·abgestuft

-abgestuft , adj. , zweckmäszig, klug abgestuft: die wohlabgestuften, in drei graden gefeierten ... bacchanalien des Liber Pater ... in Camp…

Ableitungen von tuft (1 von 1)

betuften

Lexer

be-tuften swv. mit reif (tuft) überziehen Mgb. 85,27 var.