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trulle

mhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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12 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trulle f.

Bd. 22, Sp. 1334
trulle, trülle, trull, trüll, f. , bezeichnung einer dicken, plumpen, schlampigen, trägen weibsperson, auch als abfällige benennung eines weiblichen wesens; dialektisch noch über weite strecken des hd. und nd. sprachgebiets verbreitet, auch in der form trullen; mit umlaut als trüll nur fürs elsäss. und schweiz. bezeugt. auf ursprünglich schwache flexion deutet der so flektierte singular: an einer üppigen trüllen Geiler v. Keisersberg evang. (1517) 154a. gelegentlich entrundetes trill s. u., daneben trolle, drolle, s. d.; vgl. auch 1tralle. die bedeutung 'buhlerin, hure' läszt sich nur für das elsäss. und schweizer. nachweisen; im letzteren sinne findet sich das wort in der form trull seit dem 16. jh. auch im engl., wo es als entlehnung aus dem deutschen angesehen wird, s. Murray 10, 1, 420a, Skeat 665b, nach Falk-Torp 2, 1286 über nordfrz. troulle, vgl. auch drille mulier vaga, levis, meretrix Kilian (1605) 97b. das wort gehört zu der unter 1troll angeführten sippe. 11) in dem mundartlich verbreiteten allgemeineren sinne als abfällige bezeichnung einer weibsperson: (sie behaupten,) ich habe geprediget, Maria sye ein torecht wyb gsyn wie ein andre trüll Zwingli dtsche schr. 1, 91; aber denke nur nicht, du wollest ein bäurisches mädchen je mir bringen ins haus als schwiegertochter, die trulle! Göthe 50, 207 W.; viertens wird die trulle davon toll (das dienstmädchen vom romanlesen) Immermann 14, 121 Boxb.; (Rautendelein zu ihrem spiegelbild:) du dumme trulle Gerhart Hauptmann versunkene glocke3 (1897) 3. 22) speziell 'buhlerin, hure', vgl. unfletige trull (in: 'epitheta malarum mulierum et fictarum virginum', Basel 15. jh.) zs. f. dt. wortforsch. 8, 162; trüll, offen metz prostibulum, meretrix Maaler t. spr. (1561) 410c; bereits mhd. bei Konrad v. Ammenhausen schachzabelbuch nach Lexer 2, 1543: mit huoren und mit uppigen trüllen thnd wir stets unsere hüser füllen Joh. Aal trag. Joh. 32 ndr.; darumb soltu nicht mitt ir (der ehefrau) umbgon, als wer sie dein trill und dein bübin Geiler v. Keisersberg brös. (1517) 1, 107a, vgl. trülbübin christliche königin (1514) 48b; und louffst erst noch den schnöden trüllen Gengenbach 149 G.; einzelnes weitere s. unter drolle 1 teil 2, 1428; zuletzt lexikalisch bei Dentzler (1716) 291b trüll, hur meretrix aufgeführt. die wiedergabe von engl. trull durch trulle Shakespeare (1797) 7, 239 und 8, 217 besagt nichts für ein weiterleben dieser bedeutung, da die übersetzung im sinne von 1 oder als mechanisch gelten kann; dagegen könnten die frz. und engl. entlehnungen auf ausgedehntere verwendung im sinne von 2 hinweisen.
2634 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    trulleswm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    trulle swm. name einer schachfigur Massm. schachsp. 155,24. vgl. 110 anm. 18,157 anm. 92. — zu trolle.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    TrulleDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Х Die Trulle , s. Trolle .

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trulle

    Goethe-Wörterbuch

    Trulle [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    Trulle

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Trulle Band 4, Spalte 4,701f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trulle

21 Bildungen · 12 Erstglied · 9 Zweitglied · 0 Ableitungen

trulle‑ als Erstglied (12 von 12)

trullebruder

DWB

trulle·bruder

trullebruder , m. , bezeichnung von lollharden oder begharden: trullebrodere ( cellitae ), de hetten ock eyne woninghe in der par sunte Olri…

trullebrōder

KöblerMnd

trullebrōder , M. nhd. „Trulbruder“, Begarde E.: s. trul, brōder R.: trullebrōdere (Pl.): nhd. Begarden die sich zu einem besonderen Verein …

trullen I

RhWB

trullen I -u·l.- Aach-Stdt (veralt.) schw.: Luft durch ein Loch in ein Ei blasen.

trullen II

RhWB

trullen II -u- = sich eilen s. trollen II.

Trullerband

MeckWB

trull·er·band

Trullerband m., n. Reifen als Kinderspielzeug Ro Warn ; Trullerbänn' wiren in de Röck inneigt in die Krinolinen ebda. Syn. Heißel.

trullern

PfWB

trull·ern

trullern schw. : ' prügeln ', trullere (drulərə) [ BZ-O'ottb ]. Syn. s. verhauen . — Iterativ zu dem bei uns nicht belegten trullen 'drehen,…

trulle als Zweitglied (9 von 9)

ambachtrulle

KöblerMnd

ambacht·rulle

ambachtrulle , F. nhd. „Amtrolle“, Amtsrolle, Amtsstatut, Zunftrolle Hw.: s. ambachtesrulle E.: s. ambacht, rulle L.: MndHwb 1, 70 (ambacht[…

Citrúlle

Adelung

Die Citrúlle , plur. die -n, ein Nahme der Wasser-Melonen, aus dem Ital. Cedriuolo, und Franz. Citrouilles. S. Adelung Wassermelone .

līnwantrulle

KöblerMnd

līnwantrulle , F. nhd. Leinwandrolle, Rolle von Leinwand E.: s. līnwant, līn (1), want (1), rulle L.: MndHwb 2, 829 (lînwantbôm/lînwantrulle…

Patrúlle

Adelung

pat·rulle

Patrúlle , plur. die -n, die umher gehende Soldatenwache, um die öffentliche Ruhe und Sicherheit zu unterhalten. Patrollen ausschicken. Dahe…

permentrulle

MNWB

perment·rulle

° permentrulle , f. : aufgerollt verwahrter Packen beschriebenen Pergamentes (Brem. Chr. 107). Dimin.

sitrulle

KöblerMnd

sit·rulle

sitrulle , F. nhd. Wassermelone ÜG.: lat. citrullus vulgaris I.: Lw. afrz. citrule E.: s. afrz. citrule, Sb., eine Kürbisart; s. lat. citrul…

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APA
Cotta, M. (2026). „trulle". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/trulle/dwb?formid=T13405
MLA
Cotta, Marcel. „trulle". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/trulle/dwb?formid=T13405. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „trulle". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/trulle/dwb?formid=T13405.
BibTeX
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