treuschen,
vb. ,
s.dreuschen teil 2, 1407
und tratschen 11, 1, 1, 1276.
dazu gehört: 11)
in der bedeutung '
spritzen': treuschen
aquam dispergere Stieler (1691) 2327; ich treusche
dispergo aquam cum sonitu Steinbach (1734) 2, 852; treuschen '
spritzen', ich ward von dem wagen betreuscht, besprützet mit koth besprenget Bock
id. pruss. (1760) 70; man sah das getreuschte (
var. getreste) blut (
des ermordeten hochmeisters) am weissen mantel, den b. Johann an hatte, darumb sie griffen in an und sprachen: o du verreter, du hast ermordt deinen herrn S. Grunau
preusz. chron. 1, 542; zeuch die kirschen von den stielen und wirff die stiele weg. darnach nim die kern aus den kirschen, und zerstoss die kernen sonderlich. denn wenn man die kernen mit den kirschen zerstört, so tröschen (
andere ausg. treuschen) sie zu sehr den safft hinweg Coler
hausbuch (1613) 127
a,
vgl.tröschen spritzen J. D. Köhler
schles. kernchronik 2 (1711) 725.
die bed. '
klatschend regnen' (
s.tratschen 1)
ist auch bei der form treuschen
die häufigste: es regnet dasz es treuscht Kramer-Moerbeck (1768) 346
b; Hennig
preusz. wb. (1785) 279;
schlesisch: wenn es stark regnet, sagt er (
der grafschafter): s raint dosz traischte Ad. Langer
erinn. a. d. leben e. dorfschullehrers (1900) 11; s raante, doasz treeschte D. Bomolcke
sprüchw. (1734) c 6
a; es trêscht ok asu
es regnet stark Weinhold
schles. 99
b. 22)
in der bedeutung '
schwätzen': da höret, lieben kinder, wie trewlich euch Sirach warnet und vermanet, das jhr nicht an waschen, treuschen und viel plaudern euch gewehnen solt
F. Rhot
Jesus Sirach (1587) 1, 281
a; und wescht oder treuscht mehr ... denn er zu verantworten weisz C. Julius
Susanna u. Daniel (1610) 92; du hast jmmer zu treischen viel, halts maul, adr kum dir ubr die haut Rinckhart
christl. ritter 50
ndr., vgl. 25; treuschen
snappen, praaten, kallen, babbelen Kramer-Moerbeck (1768) 346
b.
hierher vielleicht, mit ähnlicher bedeutungsentwicklung wie bei treifeln,
oben sp. 102,
ein vereinzelt gebuchtes treuschen, getreuschet
idem est quod triegen
sive betriegen,
astute agere, unde treuschung
fraus, fallacia Stieler 2327. 33)
ableitungen und composita: treusch, treisch,
m. a)
starker regengusz drêsch Hertel
Thür. 246,
vgl. 3trosch
und drasch
teil 2, 1340. b)
geschwätz: dar nach so komet kalpfleisch; damit hat er groszen treisch. kalbesbraden und kalbeskrose, die koppe, die füsze sint auch nit bose. darzu eszet er die millich auch gern, die wil er bfur abe nit enpfern
städtechron. 17, 316 (
Mainz, 15. jh.). —