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trampen

mnd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
4
Verweise raus
9

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trampen vb.

Bd. 21, Sp. 1183
trampen, vb. , 'plump, schwer, geräuschvoll auftreten'. in den ältesten germ. sprachstufen nicht belegt. in derselben bedeutung me. trampe, engl. tramp; mnd. trampen (belege bei Schiller-Lübben 4, 606a); daraus entlehnt schwed. trampa, norw.,n. trampe. lautnachahmend. ablautendes deverbale zu einem untergegangenen starken vb., das im got. anatrimpan 'bedrängen' (managei anatramp ina du hausjan waurd gudis Luc. 5, 1) in übertragener verwendung hochtaucht? auszergerm. entsprechungen fehlen; vgl. dazu unter traben, sp. 952/3; ferner Walde-Pokorny 1, 756; Falk-Torp 2, 1278; Feist etym. wb. d. got. spr.2 33. das wort wird in schriftsprache und mundart immer stärker durch die daraus abgeleitete iterativbildung trampeln (s. d., sp. 1180) verdrängt; vgl. Heynatz dtsch. antibarb. 2, 476; ferner trampsen, sp. 1185. erst im nhd. nachweisbar: für calcare in einem nd.-lat. wb. nach 1400 Dief. nov. gl. 65b; to trample with your feet Ludwig (1716) 2000; vgl. Kramer (1702) 2, 1114b;c. im gesamten deutschen sprachgebiet mundartlich reich bezeugt, überall mit unverschobenem -p-, das sich im obd. aus dem lautnachahmenden charakter des wortes erklärt: z. b. Siebs Helgold. 295b; Jensen nordfries. 638; Fulda versuch 552; ten Doornkaat - Koolman 3, 429a; brem. wb. 5, 97; Richey id. Hambg. 311; Schütze holstein. wb. 4, 274; Dähnert pommersch. ma. 493b; Woeste westfäl. 273b; Bauer-Collitz waldeck. wb. 105a; Schambach Götting.-Grubenhg. 233a; Damköhler Nordharz. 195b; Kehrein Nassau 1, 407; Hertel Thür. 246; Jungandreas schles. zeitwortbildg. 97; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758; Fischer schwäb. 2, 314; Stalder id. 1, 296; Hunziker Aargauer wb. 58; Seiler Basler ma. 83b; Unger-Khull steir. 166a. sogar in die maa. der französischen Schweiz entlehnt als trãpo 'hinkend', trãpeyi, trãpəna 'hinkend (oder sonst schwerfällig) gehen' Tappolet d. al. lehnwörter in d. maa. d. frz. Schweiz 2, 175. niemals in der ma., nur in der schriftsprache erscheint daneben selten die künstlich verschobene form trampfen (s. d.). 11) trampen bezeichnet die charakteristische gangart des plumpen, schwerfälligen bauern: [] dort sih ich schon etlich her trampen, ein buschel bawrn daher stampen Joh. R. Fischer (1623) bei Brenner-Hartmann Bayerns maa. 1, 170b; einher trampen wie ein bauer Adelung 4, 1026. von daher erweitert für das entsprechend schwerfällige, geräuschvolle gehen jedes menschen: dannocht muszt er ein priester sin ... vorm altar trampen hin und har und handlen da sin koufmanswar J. v. Watt deutsche hist. schr. 3, 420; ich habe die welt ein wenig besser durchgetrampet und mancher sauberen pfützen die augen auszgetreten Rist friedewünsch. Teutschland (1648) 107; der begeisterte Kugler trabte scharf wie ein gaul, wegen seines hinkenden beines. Berthold erschrak über sein teuflisches trampen A. v. Arnim w. 3, 239 Grimm; ihr trampt wie ein hausknecht Immermann w. 2, 124 Boxb. das begleitende dumpfe poltern wird vielfach durch eine schwerfällige fuszbekleidung hervorgerufen: sie hörten ihn mit seinen groszen, schwerfälligen stiefeln über die dunkle diele trampen und stolpern Frenssen Jörn Uhl 9. von thieren: da den trampenden lauf (der rosse) er herumdreht in den gemessenen kreis Voss Ovid 1, 27, 78; man hörte ein schweres trampen, wie von einem elefanten; mit dumpfem poltern und schlagen kam es näher Frenssen Hilligenlei 356. 22) gelegentlich von dem leidenschaftlich erregten aufstampfen der füsze auf der stelle ohne fortbewegung, wofür allgemein trampeln üblich ist: haben sie sich unterstanden, mit dem fusz zu trampen und sie anzufahren Hebbel tageb. 2, 427 Werner; so auch transitiv: dann wurde sehr politisch geredet, dann sagte er: kaput getrammpt musz die bande werden Löns dahinten in d. haide 52.
3792 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    trampensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    trampen , sw. V. nhd. trampeln, mit den Füßen stampfen E.: s. germ. *trempan, st. V., treten, stampfen; s. idg. *drem-, …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trampen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Trampen , verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben, in den gemeinen Sprecharten, besonders Nieder-Deutschlandes, der…

  3. modern
    Dialekt
    trampen

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    trampen Band 4, Spalte 4,149

  4. Spezial
    trampen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    trampen ехать автостопом

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trampen

18 Bildungen · 0 Erstglied · 16 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von trampen 2 Komponenten

tram+pen

trampen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trampen als Zweitglied (16 von 16)

Úntertrampen

Campe

Úntertrampen , v. trs . ich trampele unter und ich trampe unter, untergetrampelt und untergetrampet, unterzutrampeln und unterzutrampen , un…

aftrampen

WWB

aft·rampen

af-trampen V. durch→ WWB trampen Bed. 1.2 entfernen. Dunnerwätsken! Dui het ’e Frugge wall d’ Bedde aftrampet, datte dui seo veküllt hest! (…

Auftrampen

Campe

auf·trampen

Х Auftrampen , v. intrs. hart, plump auftreten. Auch in andern Gegenden auftrappen, auftrapsen. Das Auftrampen.

Nach=trampen

Campe

nacht·rampen

Nach=trampen , v. intrs . mit haben und sein. Х Nach=trappeln und Nach=trappen , v. intrs . mit sein und haben, s. Campe Nachfolgen 1). D. N…

Umtrampen

Campe

Umtrampen , v. trs . D. Umtrampeln und Umtrampeln. 1. Úmtrampeln und Úmtrampen, ich trampele um und ich trampe um, umgetrampelt und umgetram…

uptrampen

MeckWB

Wossidia uptrampen wie trampen: dei Angewohnheit ..., mit 'n Bein uptautrampen Wo.-Neum. Volksschwänke 77.

vertrampen

DWB

vert·rampen

vertrampeln , vertrampen , verb. , ' zertreten, zerstampfen ', vulgärer ausdruck. beide formen bei Campe : die blumenbeete vertrampeln, eine…

Wegtrampen

Campe

weg·trampen

Wegtrampen , v. trs . durch Trampeln, Trampen, wegschaffen. D. Wegtrampeln, Wegtrampen .

Zertrampen

Campe

zer·trampen

Zertrampen , v. trs . durch Trampeln, Trampen zerbrechen, wie auch, unbrauchbar machen, verderben. So auch zertrappeln und zertrappen , nur …

Zurücktrampen

Campe

zurueck·trampen

Zurücktrampen , v. I) trs . trampelnd, trampend zurückstoßen, zurücktreten. II) intrs . mit sein , trampelnd, trampend zurückgehen, zurückko…

Zutrampen

Campe

Zutrampen , v. I) trs . trampelnd, trampend zutreten, durch solches Treten zumachen, verschließen. II) intrs fortfahren zu trampeln, trampen…

Ableitungen von trampen (2 von 2)

vertrampen

DWB

vertrampeln , vertrampen , verb. , ' zertreten, zerstampfen ', vulgärer ausdruck. beide formen bei Campe : die blumenbeete vertrampeln, eine…

Zertrampen

Campe

Zertrampen , v. trs . durch Trampeln, Trampen zerbrechen, wie auch, unbrauchbar machen, verderben. So auch zertrappeln und zertrappen , nur …