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thürmen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

thürmen verb.

Bd. 21, Sp. 470
thürmen, türmen,verb. ahd. nur vereinzelt turrôn, spätmhd. türnen, turnen, turmen, tormen, mnd. tornen, turnen. die oberdeutschen mundarten kennen das wort nicht. 11) mit einem thurme, mit thürmen versehen, ahd. giturrôt, turritus Graff 5, 447, md. und spätmhd. geturmet, -tormet, -turnet, -dirnet, Dief. 603a, nhd. gethürmte städte, schlösser u. s. w., vgl. hochgethürmt, bethürmen. 22) wie einen thurm emporragen machen, thurmähnlich aufbauen, erheben oder aufhäufen. vgl. auf-, emporthürmen. 2@aa) transitiv: thorheit, die berg und felsen thürmt. Günther 648; wenn es (das glück) auch die wellen thürmt. 729; (berg,) den ein verjährtes eis dem himmel gleich gethürmt. Haller die alpen v. 342; obelisk, den die eitelkeit thürmte. Schiller 9, 98; wo man den teich (deich) durchstach und die brustwehr thürmte. 9, 71; (der meergott bricht) die granitnen säulen aus dem erdgerippe los, ... und mit Hermes dem behenden thürmet er der mauren wall. 11, 298; (dort) thürme deines ruhmes monument. Körner leier u. schwert 12. partic. gethürmt: die gethürmte staatsperücke. Zachariä hinterlassene schriften (1781) 25; mit deinen gethürmten wogen. Klopstock Mess. 13, 908; wenn die wolken gethürmt den himmel schwärzen. Schiller 14, 106 (braut von Mess. 4, 4). thürmen auf: die marmel, gold und perl .. haben auf ihre gruft gethürmt. schles. Helik. 52; knoten auf knoten gethürmt. Göthe 1, 327. 2@bb) reflex. sich in die höhe türmen, attollere sese in altum Stieler 2365; (hügel,) auf welchem sich die last des hohen tempels thürmt. Pyra u. Lange 107 neudruck; lasz den schnee sich thürmen um mein sichres dach! Willamov 237; welche herrliche stadt wird ... dein auge noch thürmen sich sehen! Bürger 244b, welch eine stadt seh ich ... ... o schwester, sich erheben! Schiller 6, 387; thürmten sich oft wolken über die entfernten berge. Göthe 26, 31; es thürmen sich die gipfel. Rückert Hamasa 2, 326; wo sich thürmt der dürre sand. Geibel ged. 242; (wanderer,) dem schroff die wand sich thürmt. 250. 2@cc) intransitiv, in der poetischen diction statt des reflexivs: es sinkt der schnee, die winde stürmen, die wasser brausen, die schollen thürmen. Kretschmann klage Rhingulphs 45; als ob felsen thürmten. Klopstock od., krit. ausg. 2, 18; aber sie (die stadt) lag, .. so hoch sie thürmte, gehüllt in traurende .. dämmrung. Mess. 9, 56; besonders als partic. präs.: ein thürmender fels heiszt einer, der sich wie ein thurm erhebt. Klopstock br. 218 Lappenb.; wollte jetzt von den höhen des throns der thürmenden felsen einen gegen ihn schleudern. Mess. 2, 697; jetzt schienen die felsen seines thürmenden grabes vor ihm sich nieder zu senken 11, 703; rings ertönte die thürmende stadt. 7, 625, vgl. 763. 14, 923. 15, 709; aus dem felsigten kern hebt sich die thürmende stadt. Schiller 11, 85; bis wir gewonnen des Priamos thürmende veste! Voss Il. 2, 332; stadt mit thürmender mauer. 15, 737; vor Troja's thürmenden mauern (sub moenibus altis). Än. 3, 321; zwei (erdgürtel) deckt thürmender schnee (nix alta). Ovids verw. 1, 46; Auror' erstieg den thürmenden Olymp. Bürger 150a; sein muthiges ross enteilt, wie ein adler, dem thürmenden schlosz. Stolberg 1, 309; (ich sah) die thürmenden alleen. Wieland Idris 3, 99; dort auf thürmenden eichen ... lauschen andere. Lenz ged. 56 Weinhold; weiche nebel trinken rings die thürmende ferne. Göthe 1, 86; bahnlos liegt's hinter mir, und eine mauer aus meinen eignen werken baut sich auf, die mir die umkehr thürmend hemmt. Schiller 12, 215 (Wallenst. tod 1, 4); als wollten zu grabe sie tragen des elends thürmenden wust. Lenau neue ged. 124; wie naht das finster thürmende gewölk so schwarz und schwer! G. Keller ged. 1, 71; comparativisch thürmender erheben sich die felsenberge in wechselnden gestalten. Stolberg 6, 153. 33) türnen, turnen, in einen (gefängnis-) thurm setzen, werfen Lexer 2, 1584, mnd. tornen, turnen Schiller-Lübben 4, 381b: einen unverlümbdeten mann .. weder fahen, thürnen. weisth. 4, 414 (v. j. 1403); so soll in ain herr oder aman nit türnen. 1, 282 (v. j. 1432); etliche der unsern (wurden) gefangen, getürnt. städtechron. 2, 72, 11 (v. j. 1444); das man dich bekeren solt und türnen. Keisersberg narrensch. (1520) 15b; er hat .. Rulanden nit fessern oder thürnen wöllen. Aimon V 4; wie si ire landlüt .. hart hieltind, türnetind. Tschudi 1, 232; furet si mit ime in sein schloss ..., da thurnet er si. L. Fries Würzb. chron. (handschr.) 313; oft wird ein mensch verdampt (verurtheilt), gethürnt und bestraft. Lehmann 1, 857.
4581 Zeichen · 142 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Thürmen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Thürmen , verb. regul. act. in Gestalt eines Thurmes aufhäufen, zu einem hohen Haufen machen, dessen Höhe die Grundfläch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit thuermen

3 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von thuermen 2 Komponenten

thuer+men

thuermen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

thuermen als Zweitglied (1 von 1)

aufthürmen

DWB

auf·thuermen

aufthürmen , turris in modum elevare, erigere: das meer thürmt wogen auf; der sturm thürmt den schnee auf; die pest thürmt leichen auf; beim…

Ableitungen von thuermen (2 von 2)

bethürmen

DWB

bethürmen , turribus munire: ein bethürmtes schlosz, haus; neun schlösser hat mein vater bethürmt und wol bedacht. Fr. Müller 2, 324 .

erthürmen

DWB

erthürmen , exaggerare, aufthürmen: sie erthürmten sich stufen. Herder 2, 97 .

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Cotta, M. (2026). „thuermen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/thuermen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „thuermen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/thuermen/dwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „thuermen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/thuermen/dwb.
BibTeX
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