lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

temperament

mnd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
15 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
15
Verweise raus
10

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

temperament n.

Bd. 21, Sp. 249
temperament, n. plur. temperamente früher auch schwachformig temperamenten; im 17. jahrh. aufgenommen aus franz. tempérament m., vom lat. temperamentum, dessen geschlecht im deutschen beibehalten wurde. 11) die gehörige mischung (vermischung in rechter masz, als wenn man ein eiszkaltes in gleicher masz siedents wasser geust, oder gar ein saurs ding in ein gar ssses. Roth dict. Q 1b), ein milderungs- oder mäszigungsmittel, mittelweg, vermittelung (mlat. temperamentum, mittelkait vel menge der masz der miltigkait. Dief. 576b): der sommer ist lustig, aber ohne temperament der element vergift. Schuppius 702; das temperament, die vermittelung, so man aufsindet in einer streitsache, oder zwischen zweien widerwärtigen dingen. Ludwig 1953; so wäre dieses ... in casu necessitatis vielleicht das beste temperament. Leibnitz 1, 251; hoffe dieses ... werde genug sein, meine gedanken also zu erkennen zu geben, dasz sie vielleicht zu einem vergleich oder temperament dienen könnten. 392. 22) die natürliche geblütsmischung und gemütsstimmung, die eigenthümliche naturanlage und gemütsart: physiologisch betrachtet versteht man unter temperament die körperliche constitution (den starken oder schwachen bau) und complexion (das flüssige, durch die lebenskraft gesetzmäszig bewegliche im körper; worin die wärme oder kälte in bearbeitung dieser säfte mit begriffen ist). psychologisch, aber erwogen, d. i. als temperament der seele (gefühls- und begehrungsvermögen) werden jene, von der blutbeschaffenheit entlehnte ausdrücke nur als nach der analogie des spiels der gefühle und begierden mit körperlichen bewegenden ursachen (worunter das blut die vornehmste ist) vorgestellt. Kant 10, 318; da ergibt sich nun, dasz ... gerade nur vier einfache temperamente aufgestellt werden können: das sanguinische, das melancholische, das cholerische und das phlegmatische. 319 ff.; des menschen eigenschaften, temperament und inclinationen. Widmann Faust 109; die temperamenten seindt undter den menschen so unterschiedtlich wie die gesichter. Elis. Charl. (1867) 459; unser herrgott gibt das temperament, umb lustig und trawerig zu sein. 402; er (der physiolog Göschwiz) lase von den temperamenten, aber nichts als bekannte sachen, mit einigen possen. Haller tageb. 77 Hirzel; ein anderer (schauspieler), der etwas feiner sein will, wird beständig mit den vier temperamenten zu thun haben. J. E. Schlegel ästhet. u. dramaturg. schriften 217, 27 neudruck; mischungen der characktere und temperamenten. F. Müller Faust 75, 35 neudr.; ein gutes, ein übel temperament. Aler 1877b; temperament der seele, des verstandes, des willens. Zedler 42, 772; er ist eines hitzigen [] temperaments oder gemüths. Ludwig 1954; vertrauend der güte seines temperaments. Wieland 36, 113; wie wünsche ich ihnen glück zu der ruhe ihres temperaments! Thümmel reise 3 (1794), 102; mein allzu frostiges temperament. 10 (1801), 143; du kennst mich, ich bin eines hitzigen temperaments, ein alter soldat. Göthe 15, 13; sein nachbar von minder lebhaftem temperament. H. Meyer kl. schriften zur kunst 204, 20 neudr.; er soll freilich von einem hastigen temperament sein. Lenz 1, 38; die cholerische unbeständigkeit deines temperaments entschuldigt würkliche ungerechtigkeiten nicht. nachl. 274 Weinh.; nun rechnet welchem temperament der wein gehört: nicht kalt und trocken, trocken ist er nicht und heisz, nein, heisz und feucht wie himmelsluft und menschenblut, leicht, flüssig, wärmend, fröhlich, alles lebens quell. W. Wackernagel ged., auswahl 117. zusammensetzungen: temperamentsanlage, -eigenschaft Kant 10, 326. 319; temperaments-, temperamentenlehre 10, 319; temperamentstugenden (im gegensatze von wahrhafter tugend), die sich nur dann zeigen, wenn sie von auszen her berührt oder erschüttert werden. Klinger 12, 194; so zeichneten wir eine temperamentenrose, wie man eine windrose hat. Göthe 31, 82. 84. 33) hang zur sinnlichkeit, zur geschlechtsliebe: er, sie hat viel temperament u. dergl.; es ist temperament, hang zum vergnügen. Schiller 3, 399 (kabale 2, 3).
4064 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    temperamentN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    temperament , N. nhd. „Temperament“, Mischungsverhältnis der Grundelemente in der Komplexionslehre und der Humoralpathol…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Temperamént

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Temperamént , des -es, plur. die -e, aus dem Lat. Temperamentum. 1. Ein gemäßigtes Mittel, zwischen zwey äußersten; …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Temperament

    Goethe-Wörterbuch

    Temperament [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Temperamént

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Temperamént (lat.), im ursprünglichen (durch Galen festgestellten) Sinne die durch das Überwiegen des einen oder des and…

  5. modern
    Dialekt
    Temperament

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Temperament Band 3, Spalte 3,1535

  6. Spezial
    temperamënt

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    temperamënt [tem·pe·ra·mënt] m. (-nc) Temperament n., Gemüt n., Gemütsart f ., Wesen n., Wesensart f ., Naturell n., Feu…

Verweisungsnetz

32 Knoten, 21 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Wurzel 1 Kompositum 16 Sackgasse 11

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit temperament

10 Bildungen · 8 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von temperament 2 Komponenten

temper+ament

temperament setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

temperament‑ als Erstglied (8 von 8)

temperamentlos

Pfeifer_etym

temperament·los

Temperament n. individuelle Veranlagung des Menschen, die sich in der Art seines Verhaltens, seines Reagierens auf Reize äußert, auch ‘Gemüt…

temperamentvoll

Pfeifer_etym

temperament·voll

Temperament n. individuelle Veranlagung des Menschen, die sich in der Art seines Verhaltens, seines Reagierens auf Reize äußert, auch ‘Gemüt…

temperament als Zweitglied (1 von 1)

Cholerisches (heftiges) Temperament

Herder

Cholerisches (heftiges) Temperament , mehr bei mageren, musculösen Subjecten, mit erdfahlem oder gelblichgrauem, dunklem Gesichtscolorit, un…

Ableitungen von temperament (1 von 1)

Temperamente

Herder

Temperamente , die verschiedenen auf der körperlichen Organisation beruhenden Gemüthsarten der Menschen. Diese Verschiedenheiten sind zwar u…