suttern,
vb. ,
vereinzelt auch süttern;
mit iterativdeminutivem -r-
suffix (
vgl. Wilmanns
gr. 2
2, 94)
gebildete ableitung von ahd. *sutten (<
*sudjan)
zu sieden,
vb., vgl. oben sütten (
sp. 1362)
sowie 2sudern (
sp. 959)
und sottern (
teil 10, 1,
sp. 1820);
etymologisches s. oben sp. 912
s. v. 1sud.
mundartlich weithin ausgebreitetes wort. 11)
wie sottern 1
und 2sudern 1
entsprechend sieden '
kochen',
aber meist mit besonderer bedeutungsfarbe von sieden
abgehoben, vgl. z. b. suttere
n '
unter geräusch langsam, aber anhaltend kochen, sieden' Staub-Tobler 7, 1475; '
wallen, langsam kochen (
von wasser und brühen)' Martin-Lienhart
elsäss. 2, 381; '
sieden, aufwallen, brodeln', '
schwach sieden', '
abkochen, gar kochen', '
überlaufen durch sieden' Fischer
schwäb. 5, 1973; suttern (
neben sottern) '
im kochen wallen und überflieszen' (
Untermain) Schmeller-Fr. 2, 340; '
im kochen aufwallen' Lexer
kärnt. 246; '
im kochen wallen' Schöpf
tirol. 731; suttern, süttern '
sieden, kochen, brühen' Crecelius
oberhess. 827;
nd. suddern '
mit einem feinen und gedämpften geräusch kochen'
brem.-nieders. wb. 4, 1088, '
lange und anhaltend sieden oder kochen', '
anhaltend und in gelinder weise fortkochen, brodeln' ten Doornkaat-Koolman
ostfries. 3, 360. 22)
entsprechend 2sudern 2
und sottern 3,
der wurzelbedeutung näher stehend (
vgl.sod teil 10, 1, 1394),
im sinne '
sickern, hervorquellen'
u. ähnl., vgl. z. b. suttere
n '
in kleinen bläschen ruckweise hervorquellen' Staub-Tobler 7, 1475;
im compositum ussersüttere
n '
hervorsickern, so wasser aus nassen schuhen, aus riedboden, aus einem risz des brunnenstocks, wein am spund des fasses und weiterhin'
ebda; suttere
n '
aus einem enghalsigen gefäsz stoszweise in kleinen tropfen herausflieszen (
mit eigentümlich gurgelndem tone)' Fischer
schwäb. 5, 1973; sutɐn '
sickern' Lenz
Handschuhsheim 70
b; suttere
n flieszen (
von wunden) Martin-Lienhart
elsäss. 2, 381; suddere
das hervorquellen des wassers aus morastigem boden Halter
Hagenau 185; süttern '
sickern, hervorquellen' Schmeller-Fr. 2, 340; suttern '
aus einem enghalsigen gefäsze mit gewissem geräusch ausflieszen' Schöpf
tirol. 731; suttern '
sickern'
und durchsuttern '
in kleinen tropfen niederfallen' Lexer
kärnt. 246; suttern, süttern '
sickern' Crecelius
oberhess. 827; suttern '
sickern, besonders von unsauberer flüssigkeit': '
die wunde suttert,
der wassersüchtige suttert,
oder die lymphe, das wasser suttert' Vilmar
Kurhessen 408; sutern '
von pfeifen, wenn sie diese brühe (
d. i. den suter)
ausschwitzen', '
von sachen, die beständig auslaufen, z. e. von offenen wunden' Schmidt
westerw. 246; suttere '
ausschwitzen'
Coblenzer ma. (1869) 751; suddere '
aussickern' Hönig
Köln 178
b;
der verwandten geräuschvorstellung wegen wohl in diesen zusammenhang gehörig suttere
n '
brausen, zischen von gärenden stoffen in fässern oder vom gelöschten kalk, in einigen gegenden auch das gären des mosts' Fischer
schwäb. a. a. o.: ein newen freünd acht ich gemein eben gleich ainem newen wein, der gar wol schmecket in dem mund und suttert in dem bauch zuo stund Daniel Holtzmann
spiegel der natürl. weiszheit (1571) 74
b,
mit der randnotiz ainem newen wein, der noch nitt verjärt hat;
übertragen: suttere
n '
aus unzufriedenheit (
zwischen den zähnen)
murren, brummen' Staub-Tobler 7, 1475; suttere '
schimpfen' (
vor unmut und zorn zwischen den zähnen murren und brummen wie ein kessel im sode) Seiler
Basler ma. 286; suttere
n '
murren, schelten, schimpfen' Martin-Lienhart
elsäss. 2, 381; '
mit schlecht verbissenem unwillen reden, brummen, keifen' Schmeller-Fr. 2, 340. 33)
andere einzelbedeutungen sind in ihrer herleitung weniger durchsichtig: suttere
n '
unwohl sein' Staub-Tobler 7, 1475, '
kränkeln' (
Wetterau) Vilmar
Kurhessen 293. suttere
n '
schwach, aber anhaltend regnen' Martin-Lienhart
elsäss. 2, 381
entspricht 1sudern 2
und gehört etymologisch zur wz. germ. seud- '
feuchtes' (
vgl. sp. 929),
vgl. auch st
ern '
aufspritzen von wasser in wiesen, sümpfen' Woeste-Nörr. 248
zur wz. germ. seut- (
näheres s. sp. 929); suttere
n von gänsen und enten '
mit dem schnabel im wasser und schlamm nach nahrung suchen' Martin-Lienhart
elsäss. 2, 381
ist offenbar neues denominativum von 1sutter.