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sueder

mnd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

süder adv.

Bd. 20, Sp. 955
süder, adv. , adj., südlich, in dieser form ende des 12. jh. mit sûden und sûd, s.süd A 4, aus dem ndl. -nd. ins hochdt. gedrungen.ursprünglich gemeingerm. adverb sunþar 'nach süden' sieh s. v. süd A 1, ebda zur etymologie, form- und bedeutungsentwicklung. 11) das eigentliche adverb läszt sich auf hd. boden bis ins mhd. belegen, in den bedeutungen, 'nach, von, im süden', z. t. in den erweiterten formen sunder(e)t, sunder(e)n u. ähnl.: thanan fuor suðar Loth as. genes. 308; 179; tannan ferro sundert Notker 1, 751, 13 P.; nordsundirt ad corum ahd. gl. 1, 754, 36 (hs. d. 13. jh.); westsundrit ad africum 1, 754, 18 (hs. d. 13. jh.); ein kunigin kom sundir lob Salom. 110, 27 Diemer; sundert bücher Mosis 6, 6 Diemer; himml. Jerus. 109 Waag2; Rolandslied 84, 1 Gr.; sundirn Wien. genes. 54, 11 Diemer; daz her sundert kêrde Heinrich v. Veledeke Eneit 210, 10 Ettm. nach BMw (sûdert Behaghel nach G); ostirt, westirt, sundirt hin Rudolf v. Ems weltchron. 6064 Ehrismann; sunder 'im süden' Ulrich v. d. Türlin Willehalm 1, 29 Singer. z. t. durch präpositionen gestützt: got vone sunderet chumit Windberger psal., s. zs. f. dt. altert. 8, 127; von sunder her in norden v. d. jgst. tage 513 Will. (var. sudert); gein sundirt Rudolf v. Ems weltchron. 2581 E., nicht als subst. zu fassen, da sich für eine substantivierung des adverbs sundar nur schwache, spontane ansätze in den ahd. gloss. finden, vgl. die belege in zs. f. dt. wortf. 7, 85; 76; ebda über die auf das ahd. beschränkten ableitungen sundrôni, adj., vom wind, sundarîn, sundirîn, adj., südlich, sundarî, sundirî, f., 'süden' 7, 77 ff.aus der vorlage etymologisierend umgedeutet bei Jörg Wickram: Perseus flog do dannen bhendt, hoch durch das gantze firmament, nach sudort was etwan sein gfert, dem noch er sich gehn nordort kert, jetzt kam er do die sunn auffgodt darnach do sie sich niderlodt (randglosse: hie verstand die vier ort der welt) werke 7, 197 B. (Ovids metamorphosen), ebenso 7, 67; vgl. ebda nordort 7, 69; 197; 299. 22) als adjectiv schon seit dem frühahd.: in dê sundorun erdburg mitta Würzb. markbeschr. MSD 1, 225, 25; ad australem plagam zi sundarun halbu (9. jh.) ahd. gl. 1, 316, 34 St.-S.; die iudei die sundere sint Notker 3, 160, 4 P.; stark flectiert: eurus ... et dicitur ostsunderer (hs. d. 12. jh.) ahd. gloss. 2, 336, 17. auf hochdt. boden weiterhin nur mehr spärlich zu belegen: die sunderen winde st. Trudperter hohe lied 63, 8 J. Haupt; ebenso Heinrich v. Melk erinn. 652 Heinzel; engegen dem sundern winde Heinrich v. Veldeke 18, 4 Ettm.; die sunderen christinhait st. Trudperter hohe lied 103, 29 J. Haupt; an der ôsteren porte ... in [] sunderen porten himml. Jerus. 69 Waag2; im mnd. ist das adj. sûder länger bezeugt (ebenso im mnl., vgl. Verwijs-Verdam 7, 2402): hûs ... by dem kerckhove in der suderen halve belegen (1398) Marienroder urkdenbuch 408 v. Hodenberg. gehalten hat es sich in der seemannssprache und deren ausläufern, wo aber die scheidung zwischen adjectiv und dem in loser copulation stehenden adverb nicht immer deutlich ist; dazu ist hier wie auch sonst die grenze zwischen adjectivischer verbindung und compositum flieszend, s. unten 3: van den 20. martii bet den 23. september hefft men norder declinatie und van den 23. september bet den 20. martii ist südlick offt süder declinatie P. v. d. Horst beschriving van der kunst der seefahrt (1673) 37; wille gy segeln int Brestwater ... van de Breta, so holdet dat süderste eilandt van der Kamenes de seekarte ost und west tho segelen (1571) c 8b; die märke auff die süderst tonne auff mittelgrund seynd diese Mansons seebuch (1701) 49; von der wester udden oder western ecke auf der süder scheeren ebda 6. — in specieller anwendung: alles ist zum exempel zu Amsterdam annoch hoch wasser, wanns an der französischen küsten bereits, wie die schiffer reden, süder wird, das ist, abnimmt (d. h. wenn der mond süder wird, nimmt das wasser ab, vgl. Wehrle zs. f. dt. wortf. 7, 101) d. geöffnete seehafen, forts. (1706) 111. im verlauf des 18. jh. noch lexik. verzeichnet: süder, südlich, adj., meridional nouv. dict. allem.-franç. (Strasbourg 1762) 884; die südere breite des erdbodens, das südere Amerika ebda; süder, adj., zuidelyk Kramer-Moerbeck (1768) 334a; vgl. süder 'für sich allein veraltet ... nur noch in einzelnen zusammensetzungen für südlich üblich' Adelung 4, 498. im 19. jh. vereinzelt in einem volkslied von 1849: sie wollen unsre zwei strandbatterien, die norder, die süder, mit kugeln bedien Ditfurth volksl., s. teil 7, 891. — in seemännischen mundarten bis heute gebräuchlich: söllər, adj., süder-, südlich Schmidt-Petersen nordfries. 123a; sürerst südlichst Mungard Sölring 214; de süderte kohgang straszenname in Flensburg Mensing schlesw.-holstein. 4, 947. 33) in zusammensetzungen erscheint sundar-, suder-, süder- seit dem 8. jh. in zahlreichen flur- und ortsnamen, z. t. in reichster bezeugung bis heute; z. b.: Sundarbergi (a. d. j. 852), Sutherburg (1004 u. ö.), Suderbruch (1240 westf. urkdbuch 6 [Minden], s. 92), bes.
5069 Zeichen · 180 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sü̂deradj.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    sü̂der , * sü̂r , adj. , südlich, im Süden, ° de s.e kȫninc Karl der Große (Stammler Lb. 19 = Ostfries. Rqu. ed. Borchli…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Süder

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Süder , ein Beywort, von Süd, die mittägige Gegend, welches für sich allein veraltet, und so wie Oster, Norder und Weste…

  3. modern
    Dialekt
    süder

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Wossidia süder a. Spr. -u-, -ü- südlich, Adj.: 'Ik ga hir liggen an der suder siden' Red. Ost. 187; 'in unsem gadeshuse …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sueder

48 Bildungen · 46 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von sueder

sued + -er

sueder leitet sich vom Lemma sued ab mit Suffix -er.

Zerlegung von sueder 2 Komponenten

sue+der

sueder setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sueder‑ als Erstglied (30 von 46)

süderabhang

DWB

sueder·abhang

süderabhang , m. , vgl. DWB südabhang : damit zogen sie auseinander. Holdefast ... nach dem süderabhang der berge zu Fouqué altsächs. bilder…

süderangel

DWB

sueder·angel

süderangel , m. , was süderpol, vgl. DWB südangel Aler (1727) 2, 1865 a . —

Süderbrarup

Meyers

Süderbrarup , Dorf im preuß. Regbez. und Kreis Schleswig, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Flensburg-Kiel und der Kleinbahn Schleswig-S., hat…

süderbreite

DWB

sueder·breite

süderbreite , f. , geographische breite vom äquator nach dem südpol zu, heute üblich südliche breite; vgl. suderbreite term. geogr. Kramer t…

süderde

DWB

sued·erde

süderde , f. , ' benennung einer neuentdeckten erdart, welche man in den südländern oder in der südwelt findet, welche in strengem feuer für…

sü̂derdêⁱl

MNWB

sueder·deil

sü̂derdêⁱl , °1. der Südteil Dithmarschens nach der Dreiteilung des Landes von 1586 (neben dem middeldê[i]l und dem nōrderdê[i]l ), auch sü̂…

sü̂derende

MNWB

sueder·ende

sü̂derende , n. , Südende, -teil des Kirchenchors (Mitt. Lüb. Gesch. 11, 24); südlicher Ortsteil (Oldenb. Ub. 3, 141).

süderhafen

DWB

sueder·hafen

süderhafen , m. , hafen in südlichem land: man hielt uns beyde nicht für Tyrer, aber doch für aufgekauffte sclaven, damit Phönicien in allen…

Süderhastedt

Meyers

Süderhastedt , Kirchspiel im preuß. Regbez. Schleswig, Kreis Süderdithmarschen, hat eine alte evang. Kirche, Wollspinnerei, Ziegelbrennerei,…

sü̂derjü̂ten

MNWB

sueder·jueten

sü̂derjü̂ten , pl. , Bewohner von Südjütland , ° hertochdôm tô s. Südjütland, Schleswig (Lüb. Chr. 1, 132).

Sü̂derjü̂tlant

MNWB

Sü̂derjü̂tlant , n. , Süderjütland (Nigels Reimchr. ed. Toldberg 94), vgl. Sunderjü̂tland .

süderkopf

DWB

sueder·kopf

süderkopf , willkürliche gelegenheitsbildung, kopf, person aus südlichem land: allein wo stehts geschrieben, dasz witz und wissenschaft nur …

süderkreis

DWB

sueder·kreis

süderkreis , m. , der südliche polarkreis, circulus antarcticus Wiederhold (1669) 332 a ; Baseler wbb. 1675 nach Campe 4, 746 a . —

süderkreuz

DWB

sueder·kreuz

süderkreuz , n. , ein sternbild nahe am südpol, das südliche kreuz: Adelung 4, 498 ; vgl. Schwan nouv. dict. (1783) 2, 746 .

süderland

DWB

sueder·land

süderland , m. , vgl. DWB südland , anord. suðrland Fritzner ordbog 3, 595 . ' südlich, in südlicher richtung gelegenes land ' ; mnd. sûrlan…

südermannen

DWB

sueder·mannen

südermannen , m. pl., mannen aus dem süden: werft sie ( die Germanen ) zusammen in ein ... gewirr von norder- und südermannen Fouqué alts. b…

Südermeldorf-Geest

Meyers

Südermeldorf-Geest , Gemeinde im preuß. Reg.-Bez. Schleswig, Kreis Süderdithmarschen, hat eine evang. Kirche (in Windbergen), Molkerei und (…

Südermiddelpahl

MeckWB

sueder·middelpahl

Wossidia Südermiddelpahl m. einer der sechs Pfähle der großen Heringsreuse: Süremittelpahl ( Ro Rostock@Dierhagen Dierh ) Dolb. Küst. 103; v…

Süderoog

Meyers

Süderoog , eine der nordfries. Inseln im schleswigschen Wattenmeer, südwestlich von Pellworm, hat 10 Einw.

süderozean

DWB

sueder·ozean

süderozean , m. , südlicher teil des stillen ozeans, die südsee: ein grünes eiland ... es lag im süderozean seit lieben langen jahren, wo we…

süderpol

DWB

sueder·pol

süderpol , n. , südpol. ' antarcticus, der unbewegliche punct, ende oder stern des himmels gegen mittag ' südangel, süderpol Sperander (1727…

süderprovinz

DWB

sueder·provinz

süderprovinz , f. , die statthalter aus den süderprovintzien Olearius verm. reisebeschr. (1696) anhang gesch. d. tartar. krieges 21 b .

sü̂dersassen

MNWB

sueder·sassen

° sü̂dersassen , pl. , von Friesland aus gesehen : die Sachsen im Süden (Ostfries. Rqu. ed. Borchling 38, hier gleichgesetzt mit „ den süder…

sueder als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von sueder (1 von 1)

südere

DWB

südere , f. , alem. wort, aus der wz. germ. seuþ- ' feuchtes ' abgeleitet, s. oben 1 sudel, suder; südere ' fenn, sumpfiges land ' Stalder 4…