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sudler

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sudler m.

Bd. 20, Sp. 970
sudler, m. , von 2sudeln als nomen agentis abgeleitet. 11) zu 2sudeln 1 gehörig für einen menschen, der sich beschmutzt, unreinlich ist, unsauber mit etw. umgeht, schmierfink, vgl. sudler defedator voc. inc. teut. (ca. 1471) e e 7b, ein unflätle ... oder sudlerle sordidulus Frisius 1226b; sudler homo spurcans, foedans, sordidus, impurus, squalidus [] Stieler 2054; sudler un souillon, un mal propre dt.-frz. lex. (1695) 357; sudler a sloven Ludwig t.-engl. (1716) 1924; sudler un homme sale, qui souille ce qui lui vient entre les mains Frisch nouv. dict. (1730) 543; entsprechend mundartlich sudler 'schmierfink, unordentlicher mensch' Martin-Lienhart 2, 328b; sûdler 'der alles beschmiert' Hintner tirol. 202; vgl. auch söddeler 'schweinigel, säufer' Strodtmann Osnabr. 221; literarisch wenig bezeugt: der juncker sprach: du schlimmer hudler, ich glaub fürwar du seyst der sudler? (der in den senftopf geschissen hat) Fischart 2, 69 Hauffen; der schmierer und sudler in der apotecken sudelwerck (wird) ... zu boden gehn Paracelsus opera 1, 948 Huser, wo jedoch auch 3 a hineinspielt. 22) nach 2sudeln 2 für einen menschen, der schmutzige und niedrige arbeiten zu verrichten hat, s. 2sudel, vgl. ein sudler oder hauszknecht, so man zuo den aller verachtesten wercken braucht, buszler, stallbuob, bosselierer mediastinus Frisius 809a; sudler, gartenknecht lixa Frischlin nomencl. (1616) 469; sudler, wäscherin im läger lixae Golius onom. (1571) 174; sudler dicuntur lixae et similis farinae homines vilioribus laboribus addicti Besold thes. (1699) 2, 572; literarisch selten: ich dich ... gesehen hab spülen und holtz tragen, yetz aber du ein zeitlang einem solchen sudler gantz ungleich gangen bist Wickram w. 1, 123 B.; als spottname für einen bauern (im fastnachtspiel vom dreck): herr Sudler und herr Ginloffel nu sitzt all nider und betracht warzu das kunter werd geacht fastnachtsp. 1, 212, 4 K; verächtlich oder scherzhaft für handwerker, die mit schmutzigen gegenständen oder flüssigkeiten zu tun haben: aber diese alle, gerber, schuster, kürschner, hutmacher, weiszgerber werden spottsweise sudler oder stäncker genannt Comenius janua (1644) 150; sudler weisztünchner Mothes baulex. (1877) 4, 358; sudler färber Anton gauner- u. diebsspr.3 71. 33) aus 2sudeln 3 gebildet für einen menschen, der eine arbeit unreinlich, stümperhaft, pfuscherhaft, schlecht ausführt, vgl. sudler, der ein ding unreiniglich und säuisch macht Hulsius ditt. (1616) 316a; sudler, fretter, stümpeler, hudeler imbroglione, strafalcione Kramer wortbuch (1678) 1032a. 3@aa) für den unsauberen, pfuscherhaften arbeiter im allgemeinen, vgl. 2sudeln 3 a: so hat sie der melthau, (oder wie es Esaias nennet) der faulregen verderbet und werden eitel suddeler, hümpeler, söker draus, die viel verseumen und niemand nichts zu liebe oder danck machen Luther 51, 224 W.; ziehen also von einem fretter und sudler zuo dem anderen Wickram w. 2, 122 B.; es ist auch war, man findet wol auch sudler auff allen handwerckeren; wann mancher schon guoten werckzeüg hat, so verderbet er dannoch mehr, dann er guot machet V. Schumann nachtbüchl. (1559) 218 Bolte; denn welcher ein handwerck kan, wie es gehört, der hat alweg ein förderung, der sudler bleibt alweg dahinden stehen E. Sarcerius v. heil. ehestande (1553) 117; es sein auch ein theil künst nit fast löblich, als ... der sudler und boszler Chr. Bruno instit. christ. (1566) 40b; Martinus sey ein rechter maister, ander leüt seind lautter hudler und sudler J. Nas antipap. eins u. hund. (1567) 2, h 6a; damit man nicht die öfen inn der hütte gottes, mit störern, hümplern, sudlern, ..., verdorben unnd faulen handwercksleuten bestelle Mathesius Sarepta (1571) 151b; man findet alle mahl mehr hümpeler und sudeler dann rechte künstler Friedrich Wilhelms sprichw.-reg. (1577) nr. 157; dencket ihme nach lieben freunde ..., damit ir nit irgend einen hümpler oder sudler zu diesem bau annemet J. Mathesius Corinther (1591) 2, 82a; hümpler, störer, sudler und faule kommen auff keinen grünen zweig Petri d. Teutschen weiszh. (1604) 2, I i 4a; stümpler und sudler (v. j. 1655) bei Fischer schwäb. 5, 1951; unsere ärzte, meinte er, ... wären grösztentheils elende sudler Laukhard leben u. schicks. 2, 84; überhaupt musz ein gelehrter in nichts sudler sein Schubart br. 2, 276 Strausz; ebenso mundartlich [] suddeler pfuscher lux. ma. 433; auch umgangssprachlich geläufig, vgl. sudler schlechter anstreicher Röhrig techn. wb. 744; sudler schlechter, unwissender arbeiter Täubel buchdruck. (1805) 27; 'für den, der ein aftergewerbe betreibt' Unger-Khull 600a; als 'kurpfuscher': der wolle ja nicht seines gefallens artzneien oder jedwederm sudler, altem weibe ... sein leib und leben anvertrauen schles. infectionsordn. (1656) d 2b; auch 'langsamer arbeiter' Staub-Tobler 7, 329, vgl.suddler kleinknecht, weil er noch nicht so flink mit der arbeit umzugehen weisz Schütze holst. 4, 221; noch anders 'gaukler, betrüger': ja viel mit ihrer falschen kunst erwerben groszer herren gunst; solch schelmen heiszt man suddeler: die wissen nichts von guter ler und doch so jemerlich betriegen das arme volck, mit ihrem liegen Alberus fabeln 145 ndr.; für einen menschen, der mit dem gelde liederlich umgeht: und ist nicht so ein verdrieslicher sudeler, der für sich allein herrlich von seinem gute lebet G. Torquatus cölibat (1562) d 2b, vgl.sudler 'verschwender' Staub-Tobler 7, 329. 3@bb) entsprechend 2sudeln 3 b und c für den stümperhaften, schlechten schreiber und maler, vgl. sudler im mahlen und schreiben barbouilleur, griffonneur Duez nomencl. (1664) 505a; sudler schlechter schreiber Martin-Lienhart 2, 328b; sudler, schlächter maler der nichts dann sudelwerck malet als die baurenstuben rhyparographus Maaler 395b: nur eine fliege wohl und nach der kunst gemahlet ist seines lobes werth, und wird so wohl bezahlet als nach des lebens maasz ein groszer oliphant, den nur ein sudler hat geschlagen von der handt Rachel sat. ged. 115 ndr.; Rubens, Correggio und andre mahler beschwereten sich, dasz ein jeder sudler, der kaum fähig gewesen wäre ihnen die farben zu reiben, sich nicht scheuete auf seine schmiertafeln ihren nahmen zu setzen Lindenborn Diogenes (1742) 2, 586; auf die scherzreden vom fischmarkte bringt er die allerfeinsten spöttereyen vor: er sey nun aber ein maler oder ein sudler, so setzt er doch nie die natur aus den augen n. büchersaal d. schön. wiss. u. fr. künste (1745) 3, 83; Korreggio und Tizian (seien) gegen die salamandrischen maler nur sudler Wieland s. w. (1794) 12, 274; wollten jedoch einige stöckische pedanten oder irgend ein sudler (im malen) gegen mich rechten Göthe 44, 2, 377 W.; wenn er auch von dem schlechtesten sudler gemahlt oder geschnitzt ist 17, 107; er hatte hundertmal gegen diese allgemeinheit der kunst geeifert, wodurch sie endlich so gemein würde, dasz ein jeder sudler ein Raphael ... würde W. Hauff s. w. 3, 167; wie sich ... die ... von einem sudler ... ausgeführte fratze zu einem mit kunstbestreben ... ausgeführten werk verhält Schelling w. (1856) 1/5, 45, vgl.sudler schlechter maler Mothes baulex. 4, 289. 3@cc) früh verallgemeinert, entsprechend 2sudeln 3 e für einen menschen, dessen geistige leistung stümperhaft, unsolide, talentlos, oberflächlich ist; namentlich in bezug auf gelehrte, schriftsteller u. s. w., doch auch leute anderer berufe; oft als bloszes schimpfwort gebraucht: kein sudeler nicht ist, so er eine predig horet oder ein deutsch capitel lesen kann, so macht er sich selbs zum doctor Luther 40, 286 Erl.; so nym beide testament fur dich, des Luthers und des sudlers, halt sie gegen einander, so wirstu sehen, wer yn allen beiden der dolmetzscher sey 30, 2, 634 W.; (tut) ir nitt, wie die müszigen und furwitzen sudler thuon? vil leckens und fantasierens, und nichts darhinder Vogelsang-Cochläus gespräch 28 ndr.; es sind ... sudler, die kein gespräch können anfangen, sie stolperen dann mit den füszen der läpperey uber die schwölle der unhöfflichkeit zur thür der unschuld hinein Moscherosch gesichte 2, 181; mit hitz und hirnschälligkeit als ein rechter sudler und strudelhirn redet er was ihm in das maul kompt 2, 524; solche sudler pflegen ... das papier mit nullen zu versudlen und mögen dieselbe nicht einmal auszufüllen frantzös. Simpliciss. (1683) 1, 225; [] die dichtkunst ehret dich, als ihren besten freund; (du) pflegst ein meisterstück vor schlechter sudler werken, so zart ist dein geschmack, vernünftig anzumerken Gottsched ged. (1751) 1, 706; in ansehung dieses handbuches ist und bleibt er ein sudler allg. dtsche bibl. 104, 537; mag also der rohe, geschmacklose sudler immerhin ausflüchte zu dutzenden in bereitschaft haben Bürger w. 1, 374b B.; auf zwey sudler, die einander loben (überschrift) Schiller 11, 157 G.; gedruckt zu seyn und gelesen zu werden, ist schwerlich eins! ... aber mit rücksicht blosz auf den trosz erbärmlicher sudler Baggesen poet. w. 5, 227; er (Lovell) wäre ein merkwürdiger autor geworden, wenn er nicht vielschreiber, ja sudler geblieben wäre Tieck schr. 6, vorber. xvii; und das versprechen solcher schönen zukunft war dir vielleicht um so erfreulicher, als der graf zu gleicher zeit alle dichter Deutschlands, auszer dem ganz alten Goethe, wie einen schwarm schlechter sudler geschildert Heine 3, 358 E.; wir wissen, armer sudler, wohl, wohin dein gleichnis zielen soll Hebbel w. 7, 56 Werner; was ... soll aus der deutschen sprache werden, wenn sudler und zeitungsschreiber discretionäre gewalt behalten Schopenhauer 5, 565 Gr.; auch Uexküll nannte den verfasser jener beurtheilung einen sudler J. D. Fr. Strausz ges. w. 2, 300; o so schwiegt ihr nur, all ihr pfuscher und hudler, unserer litteratur allzeitfertige sudler! Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 4, 70; trotzdem rangen sie vergebens nach einem platz im repertoire der bühne, den damals mancher flache sudler wie im schlaf gewann Riehl musik. charakterk. (1899) 1, 373. —
10022 Zeichen · 180 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sudler

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Sudler , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Sudlerinn, von dem Zeitworte sudeln, für Sudeler, eine Person, welch…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sudler

    Goethe-Wörterbuch

    Sudler [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sudler

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Sudler , bei den Landsknechten (s. d.) der Koch; Sudlerin , die Marketenderin.

  4. modern
    Dialekt
    Sudler

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Sudler m. 1. Schmierfink, schlechter Schreiber allg. 2. unordentlicher Mensch U. Mit dem S. is t nix anzefange n Zinsw. …

  5. Spezial
    Sudler

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sud|ler m. (-s,-) 1 fuscer (-i) m. , pozer (-i) m. 2 ‹pop› (Schmutzfink) smardaciadura (-res) m. , smardaciun (-s) m. , …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sudler

17 Bildungen · 10 Erstglied · 7 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von sudler 2 Analysen

sud + -ler

sudler leitet sich vom Lemma sud ab mit Suffix -ler.

Alternativen: sudlen+-er

sudler‑ als Erstglied (10 von 10)

sudlerapotheker

DWB

sudler·apotheker

sudlerapotheker , m. , zu 1 sudler 2, schlechter apotheker: denn es musz nur ein artist verstohn, die sudlerapotecker mögens nicht wissen, d…

sudlerbeute

DWB

sudler·beute

sudlerbeute , f. , vermutlich zu 1 sudler 1 gehörig, beute aus den vorräten des garkochs oder marketenders in abschätzigem sinne ' geringwer…

sudlerei

DWB

sudlerei , f. , als weiterbildung von 1 sudel, 2 sudeln 1, 2 sudler 1 im sinne ' verunreinigung ', vgl. DWB unflat , DWB befleckung , sudler…

sudlergesindel

DWB

sudler·gesindel

sudlergesindel , n. zu 2 sudler 3 c: solchem sudlergesindel ( Strausz und sein kreis ) macht freilich die stellung der worte keine umstände …

sudlerhand

DWB

sudler·hand

sudlerhand , f. , zu 2 sudler 3 c, ' schlecht schreibende hand ': jeder gute einfall ist unter euren sudlerhänden verdorben und beynahe selb…

sudlerhütte

DWB

sudler·huette

sudlerhütte , f. , zu 1 sudler 1, ' hütte der feldköche ' im heerlager: diese 20 fusz weit von den soldatenhutten, stellet man die sudlerhut…

sudlerin

DWB

sudlerin , f. , entsprechend 1 sudler 1 ' feldköchin, marketenderin ': auch die sudler und sudlerin, so im läger kochen, sollen sich alle mo…

sudlerisch

DWB

sudler·isch

sudlerisch , adj. , zu 2 sudler 1 ' schmutzig, unsauber ', vgl. sudlerisch squalidus, contaminatus et foede, sudlerisch weib mulier lutosa S…

Sudleriⁿ

Idiotikon

Sudleriⁿ Band 7, Spalte 329 Sudleriⁿ 7,329

sudlerküche

DWB

sudler·kueche

sudlerküche , f. , zu 1 sudler 2, verächtlich für ' küche eines schlechten kochs, unsaubere küche, schmutzküche ' ; übertragen: aus ihrer ei…

sudler als Zweitglied (7 von 7)

kuttelnsudler

DWB

kutteln·sudler

kuttelnsudler , m. kuttelwäscher. Garg. 279 b ( Sch. 527), s. unter kuttelhof 1, vgl. kuttelnwäscher unter kuttelwäscher.

Nachsudler

Campe

nach·sudler

Х Der Nachsudler , — s, Mz . gl. (R.) einer der etwas nachsudelt schmuzig und schlecht nachschreibet, nachmahlet 

papierbesudler

DWB

papierbesudler , m. schlechter vielschreiber, büchermacher: unter allen nüchtern und schalen papierbesudlern braucht keiner mehr gleichnisse…

papiersudler

DWB

papier·sudler

papiersudler , m. : papiersudler und andere hudler. Fischart groszm. 10 neudr., vgl. DWB papierbesudler .

Ume(n)sudler

Idiotikon

Ume(n)sudler Band 7, Spalte 328 Ume(n)sudler 7,328

wampensudler

DWB

wampen·sudler

wampensudler , m. metzger, s. DWB wampenwäscher . Heumann opuscula 689 : löblichister wampensudler-zumpfft zu stadt und vestung Kuffstein wo…

wandsudler

DWB

wand·sudler

wandsudler , m. , der die wände beschmiert, spöttisch für die kirchenwände mit bildern schmückenden bischöfe: die bischof (ietz verston ich …