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stupp

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stupp

Bd. 20, Sp. 568
stupp, stüpp,stüppe (auch stübbe), m., f., n., staub, staubähnliches, pulver. herkunft und form. ahd. stubbi, stuppi, mhd. stüppe, mnd. mnl. stubbe, sämtlich n. gegenüber got. stubjus, m., κονιορτός, weshalb im deutschen das neutrum als das ursprüngliche genus anzusehen ist. etymologisch gehört das wort zu staub und stieben (s. d.). in ahd. und mhd. zeit häufig, wenn auch von den mhd. klassikern gemieden, lebt es heute nur noch in der ma. und fachsprachlich in eingeschränkter bedeutung, vorwiegend obd., woraus sich die apokopierte und umlautlose form (stupp) auch in der fachsprache erklärt (doch siehe 8). die apokope, obd. allgemein, ist bezeugt seit dem 15. jh.: la perverada die starck stupp beleg von 1424 bei Schmeller-Fr. 2, 720. dagegen ostfries. stübbe Doornkaat-Koolman 3, 348; groning. stubbe Molema 412; ter Laan 993, aber stöpp Schmitz Eifel 1, 231, vgl.gestöpp Schröer ungr. bergl. 99b (s. teil 4, 1, 2, 4267). schwanken im genusgebrauch schon mhd. erkennbar: dew bese (böse) stuppe H. v. Burgus v. 857 (anf. d. 14. jh., hs. des 15. jh.). in den obd. maa. finden sich bei stupp alle drei genera nebeneinander: Schmeller-Fr. 2, 720; m. und n. Schöpf tirol. 726, nur m. Lexer kärnt. 245; Höfer österreich. 3, 201, nur n. Fischer schwäb. 5, 1929; fem. Loritza id. Vienn. 129; auch die (aus den maa. Österreichs gespeiste) fachsprache kennt keine einheitlichkeit: fem. Muspratt chemie4 7, 477, dagegen m. Lueger 6, 907 (stuppe 7, 584); Karmarsch-Heeren3 7, 225; Nobel-Pirquet kinderpflege (1927) 88. — vereinzelt eine form mit undurchsichtigem t: species stüpt Öglin introductio quaedam utilissima (1516) cap. xvi; vgl. hierzu gestübt s. v. gestübe teil 4, 1, 2, 4260. bedeutung und gebrauch. ahd. stuppi, mhd. stüppe bedeuten im umfassenden sinne 'staub'. stuppi ist ahd., stets als übersetzung eines lat. pulvis, häufiger bezeugt als stoup (Graff 6, 616). dieser allgemeine sinn des wortes, der sich mhd. reich differenziert zeigt, lebt nhd. nur noch in resten und specialbedeutungen fort, vielfach, bes. auch beim deminutiv, in undurchsichtiger vermischung mit den p-worten 1stupfel und stüpflein, s. diese und unten 2 und 3. als 'staub' ist das wort nur einmal in einer randma. gebucht: stöpp Schmitz Eifel 1, 231; obd. heiszt es mehr 'staubähnliche masse, pulver, bes. zu medicinischen zwecken' (s. unten). besondre entwicklung zeigt das nordniedersächs. restgebiet: 'staubregen, feiner regen' Doornkaat-Koolman 3, 348; 'der eisenstaub der beim schmieden glühend aufstiebt' Molema 412; ter Laan 993, ferner 'kehricht' ebda. 11) die ursprüngliche bed. 'staub': unde ih fermulo sie also daz stuppe, daz fore demo uuinde feret ut pulverem ante faciem venti Notker ps. 17, 43 (2, 55 Piper); gêt dâ ir aschen vindet, werfet daz selbe stuppe hôhe in die lufte Milst. Exodus 142, 13 Diemer; du bist ein stuppe und muost ouch zeime stuppe werden pulvis es et in pulverem reverteris altd. predigten 12, 36 Wackernagel. 22) das stäubchen, der kleinste sichtbare oder vorstellbare einzelteil: puluer i. atomus stoff, stof, stubbe Diefenbach nov. gl. 309a (aus Köln); so were das also ein klein ding unserme herren, ... alle die súnde in eime ougenblicke zu vergebende, also ein stúppe von diner haut zu blosende Tauler pred. 125 Vetter; besonders von den sonnenstäubchen und was dem ähnelt: mê danne stüppe in sunne jüng. Titurel 5892; is der vrouwen urina ... vol stubbes, dat cleyne is, also dat in der sunnen vlucht Bremer mnd. arzneibuch 46, 23 Windler. nhd. fortsetzungen dieses gebrauches s. unter stüpplein. 33) daher besonders ausgeprägt für festuca (Mt. 7, 6), das mit den worten für 'staub' ebenso wie für 'halm, granne' aus dem gemeinsamen begriff des 'kleinsten teiles' heraus glossiert wird, vgl. Diefenbach gloss. 232a s. v. festuca: das stuppe ûz den ougen lesen Herbort v. Fritzlar 29; und darnach zeuhe auz daz stuppe auz deins pruders auge mhd. Benedictinerregel 24 Käferbäck; der mensche sol zu dem ersten den tramen usser sinen ougen werfen, e das er das stúppe beginne zerwerfen usser sines nechsten ougen Tauler pred. 148, 30 Vetter. nhd. fortsetzungen sind unter stüpflein gebucht. 44) die bedeutung, die allein lebendig ins nhd. hineinragt, ist 'pulver' zu arznei und zauber; auch was zerstoszen zum kochen verwandt wird, 'gewürz': dô trôste er die vil reinen und tete ir manic lüppe von gewürze und edelem stüppe Heinr. v. Neustadt Apollonius 2753 Singer; er sæt im ein stupp in die wunden beleg aus dem Teichner bei Lexer 2, 1275; darnach han ich ein stupp, das ist gut zu einem lupp dem der nicht geminnen mag Erlauer spiele 51 Kummer; häufig in arzneibüchern: mach ein stupp von eicheln und tempir daz mit ezzege Breslauer arzneib. 62; nim rettich und guten frischen zitwan, und stosz das under einander, und mache darausz ein kleines stup mit wein, und geusz es dem pferd in den hals Albrecht roszarznei (1570) 90; ausz diser wurtzen ein stupp gemacht und in rosenhonig eingenommen für die preune im hals Toxites horn des heils (1576) l 6a; ob ein bier gleich sauer würde, kriegt es von diesem stupp ... einen weingeschmack v. Hohberg georg. cur. 2 (1682) 86; gab er jedem ein messerspitz grosz ein stupp Abele künstl. unordn. 4 (1673) 270; im 18. jh. nicht mehr literarisch belegt: stub was zerstossenes Wiener. kochbuch (1772) glossar; auch sonst mundartlich: hier wird gestoszener pfeffer insgemein stupp, pfefferstupp genennet Höfer österr. id. 3 (1815) 201; schtup ein pulver als medizin Überfelder kärnt. 228; aus der apotheke ein stupp, gift-, heb-, niesz- etc. stupp, holen Schmeller-Fr. 2, 720; wie wars, wenn i' iem a stupp ins trinka mischat, damit a in suff an artling magn dawischat? beleg aus Lindermayr bei Schöpf tirol. 726. 55) noch specieller: stupp puder zur hautpflege des säuglings Jakob Wien. 187; so dasz nur eine ganz dünne schicht stupp die haut ... überdeckt Nobel-Pirquet kinderpflege (1927) 88; ähnlich: stupp pulver, namentlich gepulvertes baumharz, auch waltstupp genannt Lexer kärnt. 245; im bair. wald ist stupp holzmulm Bayerns mundarten 2 (1895) 260, vgl.wurmstupp holzmehl Lexer a. a. o. 66) ähnlich stupp in der bed. streusand: stüp, n., nennt man in Franken und andern ländern annoch den streusand, den man auf die nasse schrift streut, damit sie nicht ausgelöscht werde, arena bibula Frisch 2 (1741) 322; geschriebene blätter, auf welchen das stupp noch befindlich beleg von 1824 bei Schmeller-Fr. 2, 720; mit entrundung: stipp sand, schreibsand, streusand, aus ostfränk. gebiet bei Fischer schwäb. 5, 1929. — dazu stüppsand ebda (fränkisch). 77) aus einheimischer (oder jedenfalls österreichischer) mundart in Krain (Idria) fachausdruck bei der quecksilbergewinnung: (in den condensationsvorrichtungen) 'setzt sich ausser dem metallischen quecksilber ... noch der sogenannte stupp (quecksilberschwarz, quecksilberrusz) ab' Lueger 6, 907; die stupp wird ... von metallischem quecksilber befreit Muspratt chemie4 7, 477. — dazu stuppfett das bei der quecksilbergewinnung in Idria resultierende mineralfett Kramarsch-Heeren3 8, 655; und stuppkasten: der stuppkasten dient zur ansammlung des stuppes ebda 7, 225. 88) hierher gehört auch stübbe, n. (und fem.), in der sprache des hüttenwesens und der köhlerei, ein die verbrennung in geeigneter weise regulierendes gemisch aus holzkohle und lehm, s. oben stübe, n., teil 10, 4, 171 und gestübe 2 a, teil 4, 1, 2, 4260. die abweichende, meist zweisilbige form wird sich aus nichtobd. herkunft des terminus erklären. einsilbig stüb, gestüb Frisch 2, 322. literarische belege fehlen: 'stübbe ist die materie, woraus herde und tiegel im ofen gemacht werden' G. R. Lichtenstein entdeckte geheimnisse (1778) 215, vgl. Kramarsch-Heeren3 8, 654; stüb, gestüb, in den grossen giesz- und schmelzhütten die kleingestossenen, mit lehm gemischten kohlen, davon der herd oder platz vor dem schmelzofen gefüllt und gemacht ist Frisch a. a. o.; der herd wird hierauf wieder mit stübbe, einem gemenge von klaren kohlen und fetter erde, 2 zoll dick ausgefüttert Hoyer wb. d. artillerie 2, 1, 94; stübe oder lösche, ein gemenge von kohlenstaub und erde, das auf kohlenmeiler zur bedeckung aufgeschüttet wird Behlen forst- und jagdkunde 5, 730; stübbe, kohlenklein, die bei der meilerverkohlung nach dem ausziehen des meilers auf der kohlstätte zurückbleibenden kohleteilchen, welche den boden für den nächsten meiler verbessern, weil sie ihn luftdurchlässiger machen Busse forstlexikon3 2 (1930) 369. 99) zusammensetzungen:
8554 Zeichen · 184 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    stupp

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    stupp , stüpp , stüppe ( auch stübbe), m., f., n., staub, staubähnliches, pulver. herkunft und form. ahd. stubbi, stuppi…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stupp

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stupp , Quecksilberruß, s. Quecksilber , S. 503.

  3. modern
    Dialekt
    Stuppm.

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Stupp [štùp D. Si. ] m. 1. kurzer, dicker Mensch. — 2. Hund mit gestutztem Schweif. Das Demin. Stippchen bezeichnet über…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stupp

110 Bildungen · 104 Erstglied · 1 Zweitglied · 5 Ableitungen

stupp‑ als Erstglied (30 von 104)

Stupp I

Idiotikon

Stupp I Band 11, Spalte 1148 Stupp I 11,1148

Stupp II

Idiotikon

Stupp II Band 11, Spalte 1149 Stupp II 11,1149

Stuppberg

SHW

Stupp-berg Band 5, Spalte 1615-1616

Stuppeisen

SHW

Stupp-eisen Band 5, Spalte 1615-1616

Stuppnase

SHW

Stupp-nase Band 5, Spalte 1617-1618

stuppab

RhWB

stupp-ab -af (s. S.)  Allg. u. Daun-Strohn , Trier-Stdt (hier auch -ubdiχ ) Adv.: 1. kurzab, glattab; de Hor st. schnegge losse; de Steche…

Stuppach

PfWB

stupp·ach

 Stuppach ON : Name einer Wüstung bei ZW-Hornb; a. 1288: Stubach [ Dolch/Greule SN 453]. Christmann SN II 521.

Stuppärmchen

RhWB

stupp·aermchen

Stupp-ärmchen -up- Aach n.: verkümmertes Ä. RA.: Ich gönn dich der Krau (Krätze) en St.ärmerchere, do kanns de dich net kratze, wenn et dich…

Stupparbeit

RhWB

stupp·arbeit

Stupp-arbeit -ypęrbiət Kref-Oppum m.: verächtl. mangelhaft durchgeführte A., Pfuscharbeit.

stuppare

KöblerAhd

stupp·are

stuppare , V. nhd. stopfen, stupfen ne. stuff (V.) Q.: LAl (712-725?, 7. Jh.?) E.: s. stupfen L.: ChWdW8 375a (stuppare)

Stupparsch

RhWB

stupp·arsch

Stupp-arsch m.: 1. -up- schwanzloses Huhn Sieg-Sieglar . — 2. -op- Ackerspark, Spergula arvensis uNahe.

stuppatmig

RhWB

stupp-atmig -upmĭχ Gummb-Berghsn Adj.: kurzatmig.

Stuppbesem

RhWB

stupp·besem

Stupp-besem (s. S.) -up- Bergh-NEmbt ; -upə- Sieg-ODollend m.: kleiner Rührbesen, beim Kochen gebraucht.

stuppbüchse

DWB

stupp·buechse

stuppbüchse streubüchse für gewürz oder puder Schmeller-Fr. 2, 720 ( zu 4 u. 5). —

Stuppch

RhWB

Stuppch -ubχ, Pl. -χə Siegld m.: verächtl. kl., dicker Kerl .

Stuppchnopf

Idiotikon

Stuppchnopf Band 3, Spalte 753 Stuppchnopf 3,753

Stuppe I

SHW

Stuppe I Band 5, Spalte 1615-1616

Stuppe II

SHW

Stuppe II Band 5, Spalte 1615-1616

Stuppeiche

RhWB

stupp·eiche

Stupp-eiche -upēkə Gummb f.: kurze, gedrungene alte E. auf dem Wege von Hülsenbusch nach Wallef .; von der St. sollen die kleinen Kinder kom…

stuppeken

WWB

stuppe·ken

stuppeken V. stoßen. In’t Knick (Genick) stubken ( Bie Dd).

stuppel

KöblerMnd

stuppel , M., N. Vw.: s. stoppel (2)

stuppelen

WWB

stupp·elen

stuppelen V. [ Rek Bch Isl Alt Olp] (von alten Leuten) unsicher, stolpernd in kleinen Schritten gehen; (von Kindern) erste Gehversuche unter…

stuppelig

RhWB

stuppelig -ub- Bitb-Nasing Adj.: holperig, vom Wege.

Stuppel II

RhWB

Stuppel II -up- , Pl. -ələ m.: 1. Baumstumpf Schleid-Hüngersd . — 2. kosend für ein kleines Kind NBerg.

stuppeln

DWB

stupp·eln

stuppeln , vb. , unsicher gehen, stolpern, vereinzelt stupfeln, zur wurzel * steu stoszen, s. Walde-Pokorny 2, 618 ff., vgl. auch s. v. stup…

stuppen

DWB

stuppen , vb. , ' stoszen ', s. stupfen .

stuppen(d)

Idiotikon

stuppen(d) Band 11, Spalte 1150 stuppen(d) 11,1150

stuppen* 1

KöblerAnfrk

stuppen* 1 , sw. V. (1) nhd. stopfen, verstopfen, verschließen ne. stop (V.) up ÜG.: lat. obturare MNPs Vw.: s. bi-* Hw.: vgl. as. stōpian, …

stupp als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von stupp (5 von 5)

bestuppen

KöblerMnd

bestuppen , sw. V. Vw.: s. bestoppen

gestuppe

KöblerMhd

gestuppe , st. N. Vw.: s. gestüppe (1)

gestuppen

MWB

gestuppen swV. nd. und md.; rechtsspr. synonym → (ge)stôʒen. in der Wendung: zu der sippe gestuppen ‘durch (Abzählen und) Antippen der (vorg…

stuppe

DWB

stuppe , f. , hede, werg. nach abschlusz der ahd. lautverschiebung aus lat. stuppa entlehnt, s. stopfe 1 teil 10, 3, 307, vgl. Frisch 2, 353…