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strunzen

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
6 in 5 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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7
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8

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strunzen verb.

Bd. 20, Sp. 135
strunzen, verb. , neben strunzen, stronzen (rhein. auch strongsen) begegnet die ablautform stranzen Bauer-Collitz 100a, Loritza id. vienn. 127, Fischer schwäb. 5, 1826, wo 5, 1885 die form strunzen als veraltet bezeichnet wird; strenzen Schön Saarbr. 205; Unger-Khull steir. 583; mit weiterbildung auch strüntselen Martin wald. 273 (vgl.strünzeler); stranzeln Schmid schwäb. 513, Fischer schwäb. 5, 1826, strenzeln Vilmar nachtr. 290; hierhin mnd. strunsen Schiller-Lübben 4, 444 und mhd. gestränze 'müsziges umherlaufen', 'groszthun' Lexer 1, 933, vielleicht auch ein vereinzeltes stranz: dri kunge, die vernomen die hochzit gar sunder stranz bi dem niuwen sterne glanz Tilo v. Kulm ingesigel v. 1065, ebenso v. 801; das wort ist namentlich im nd. und md. zu hause, reicht östlich aber nur bis zur Elblinie. es enthält zwei deutlich verschiedene bedeutungselemente, die sich zum theil in derselben ma. neben einander finden: 11) 'müszig umherschweifen', 'herumstreichen', so lexikalisch zuerst bei Hulsius struntzen umbherlauffen, umbschweifen (1616) 314a; strunzen ... discurrere, vagari, cursare, licenter errare circum villulas Stieler (1691) 2215: ach, man sihet und erfehret es, wie dar die eltern ihren kindern allzu viel nachgeben, und sie herumbstruntzen lassen H. Braun kinderspiegel (1610) 194; wundert mich also, warum gedachte magdlen mit gleicher schweins- und wind-geburth daherstruntzen mögen K. F. Paullini zeitkürzende lust (1695) 217. in älterer sprache vornehmlich von landfahrenden bettlern, gartknechten, manchmal fast synonym mit 'betteln': ir (der bettelorden) schwerst arbeit und künste warn, umblauffen wie beschorne narn, mit betteln, struntzen und liegen die leut verfürn und betriegen G. Nigrinus Johann Nasen esel (1571) V 2a; so etliche arm, lahm und gebrechlich befunden werden, soll man sie in derselbigen statt, gemein oder gebiet unterhalten [] und inen das auslauffen und strüntzen nicht zulassen Milichius schrapteuffel in theatr. diab. 1, 284a; weiterentwickelt im compositum zur bedeutung 'durchstöbern': struntzten alle heuser und winckel aus, leereten die abergleubische weiber viel zeuberei und büberei G. Nigri- nus schandtbüchlein bruder Johann Nasen (1571) g 4b. in den heutigen maa. hat sich die bedeutung '(müssig) umherschweifen' rein nur in einem kleineren mitteldeutschen gebiete erhalten: Jecht Mansf. 109; Vilmar 405; Crecelius oberhess. 820; Bauer-Collitz waldeck. 100a; Kehrein 397; Schmidt westerw. 244; Fischer 5, 1885, obd. mit anderer bedeutungswendung 'sich faul strecken': Unger-Khull steir. 583; Schmeller 2, 817; Lexer kärnt. 243; vereinzelt sind beide bedeutungselemente verbunden im sinne von 'altum incedere' brem.-nieders. wb. 4, 1073; Fischer schwäb. 5, 1826: wann die narren auf der hohen schul ein jahr lang zubringen, so kommen sie wieder heim, und struntzen auf der gassen daher, wann sie edelleute wären französ. Simplic. (1683) 2, 397; selbständig entwickelt erscheint dieses bedeutungselement dann als 22) 'groszsprechen', 'prahlen', 'groszthun', in der Pfalz, im Saarbrückerland, in Luxemburg und Rheinland-Westfalen heute die herrschende bedeutung, im hessischen anscheinend schon als fremd empfunden Kehrein nassau. 397, auch obd. Schmid schwäb. 513, Fischer 5, 1826, Loritza id. vienn. 127; diese bedeutung am frühesten in piaffiren, struntzen oder hohnlachen Wallhausen kriegsmanual (1616) C 3 v; er struntzet gewaltig egli si vanta, millanta terribilmente Kramer 2 (1702) 1016c; von seinen herrlichen thaten struntzen vantare le sue prodezze 1016c; zweitens ist das gantze dagobertinische diploma, womit man struntzet, falsch und verdächtig Paullini philos. feierabend (1697) 455. hierhin (nur rheinisch) struntsbüel Imme soldatenspr. 73; stronzbüdel Leithäuser Barm. 153; strunzmichel Woeste 260a.
3859 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strunzenv., intrs

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Х Strunzen , v. intrs . 1) Mit sein , umherlaufen. Hulsius. In engerer Bedeutung, eine Strunze sein, sich als eine Strun…

  2. modern
    Dialekt
    strunzenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    strunzen schw. : 1. 'sich rühmen, großtun, renommieren, angeben, aufschneiden, prahlen', strunze (šdrunsə) [verbr., Andr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strunzen

9 Bildungen · 2 Erstglied · 5 Zweitglied · 2 Ableitungen

strunzen‑ als Erstglied (2 von 2)

strunzen II

RhWB

strunzen II PfWB das Wort, in der Bed. 2 fast allg. (vgl. mnd. strunzen »prahlen«), hat gerade in dem Geb., wo Bed. 2 fehlt, die u. E. urspr…

strunzen als Zweitglied (5 von 5)

abstrunzen

RhWB

abs·trunzen

ab-strunzen: 1. einem etwas a., einen durch Str. 2b überreden, etwas herzugeben Allg. — 2. Klicker abgewinnen Birkf-Herrst .

bestrunzen

RhWB

best·runzen

be-strunzen: 1. einen, etwas b., übertrieben, schmeichlerisch loben. — 2. einen b., überreden Allg.

verstrunzen

PfWB

verst·runzen

ver-strunzen schw. : sich v. 'immerzu prahlen', sich veʳstrunze [ KU-Schmittw/O ]. — Zu PfWB strunzen . — SHW Südhess. II 644 ; RhWB Rhein. …

Ableitungen von strunzen (2 von 2)

bestrunzen

RhWB

be-strunzen: 1. einen, etwas b., übertrieben, schmeichlerisch loben. — 2. einen b., überreden Allg.

verstrunzen

PfWB

ver-strunzen schw. : sich v. 'immerzu prahlen', sich veʳstrunze [ KU-Schmittw/O ]. — Zu PfWB strunzen . — SHW Südhess. II 644 ; RhWB Rhein. …