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struetzel

mhd. bis nhd. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 4 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strützel

Bd. 20, Sp. 152
strützel , auch striezel, m., demin. zum vorigen wort, bereits ahd. belegt: strucel lolifa (?) ahd. gl. 3, 617, 32; mhd. struzel, nhd. strützel, die herrschende form jedoch ist striezel, daneben vereinzelt strötzel Stieler (1691) 2214; strotzel Diefenbach nov. gl. xxiii; strotczel (1431) cod. dipl. Lus. sup. 2, 246; sträzel Kramer Bistritz. 127. schriftsprachlich selten belegt, um so mehr der umgangssprache und den maa. eigen. obd. anscheinend der Schweiz und dem Elsasz unbekannt, mitteldeutsch und niederdeutsch für die gebiete östlich der Elbe verzeichnet, stets in entrundeter form, für Thüringen Hertel 238, in Hessen bereits 'gänzlich unbekannt' Vilmar 445. das genus meistens m., selten n. oder f. das wort bedeutet ursprünglich wohl nur einen länglich geformten körper schlechthin, war also formbezeichnung, zu der jeweils die inhaltliche bestimmung treten muszte. historisch betrachtet liegen aber die verhältnisse so, das strützel von jeher schon inhaltlich bestimmt ist: es bedeutet den länglich geformten kuchen (vgl. das synonyme wecke, mit dem es als übertragung von lat. cuneus in glossaren erscheint, s. u.). andere anwendungsmöglichkeiten treten dagegen zurück. 11) die längliche form des kuchens: nim hin min swert unde setze iz einem becken umb struzel und umb wecken mhd. erz. 30, 74 Rosenhagen; daz ich fürbaz iemen duzel ein semel, einen struzel næm ich dar umbe niht ze miet Helbling 199, 440 Seemüller. lexikalisch bereits im 15. jahrh. cuneus strüczel ... strotzel ader wecke Dief. nov. gl. xxiii; strutzel torta Dief. gl. 589b; cuneus strüczel 162c; morsellel zeltel, strützel und dergleichen Roth dict. (1572) K ivb; in neuerer zeit gewöhnlich in der form striezel: de panibus octo, quos strützel vocant acta boruss. 2, 770; auf der heiligen drei [] könig tag verehren die becker den fleischhauern eine grosse strützel oder weck, von dreien scheffeln weitzen mehls gebacken C. Hennenberger preusz. landtaf. (1595) 11; nimmt man auf ein achtel mehl, acht eyer ... knettet ihn (den teig) gar wol ... macht nach gefallen strützel daraus, so grosz man will Hohberg georg. cur. (1682) 1, 202; strietzel, bretzeln und kringel Lichtenberg verm. schr. 342; sie lief zum bäcker, kaufte strözel und butterkringel Musäus volksmärchen 1, 48 Hempel. in südlichen maa. vereinzelt als bezeichnung des länglichen brotlaibs, so in Tirol, Kärnten, Steiermark, wo noch strutz (s. o.) in dieser bedeutung daneben besteht, selten auch von anderem backwerk. als festgebäck unterschieden: christstriezel Campe 4, 716, allerheiligen- und frauenstr. Lexer kärnt. 244; nach der herstellung: mohnstriezel Albrecht Leipz. 219, butterstriezel th. 2, 586, zuckerstriezel th. 16, 312. dazu striezelchen, n.: ich werde schon ein kleines striezelchen bleiben, so grosz und geschlank ... werd' ich mein' lebtage nicht Holtei erz. schr. 14, 192. 22) häufig in der sprache der älteren medicin, vgl. die benennung des arztes her doctor Strützel fastnachtssp. 306, 18 Keller; man nimbt ein teil klein geribes schönes brots, viertail zuckers und macht strüczel darausz nach der apodeckerkunst Birlinger 413b handschriftlich; den zerlasz in rosen- und lavendelwasser, siede in hart, mach zeltlin oder strützel Wirsung arzneib. (1588) 42b; vgl. Schmeller 2, 822; Fischer schwäb. 5, 1888 und strützlein sp. 154. als maszangabe noch heute ein strüzel teig, butter, taback, ocker Fischer schwäb. 5, 1888; Schmeller 2, 822; nimb hirschhorn, rettichsamen, jedes drei untz, sinopidis pontici drey strützel Seuter roszarznei (1599) 186; kauff ein stritzel schwefel, der eines fingers lang sei ders. nach Fischer schwäb. 5, 1888. vereinzelt als wulstförmiger blutstreifen Westenrieder gloss. (1816) 566. compp. strützelbäcker: strözelbecker Stieler (1691) 76; mundartlich noch heute strützelbäck Unger-Khull 585b; denen brodt- und strizlböcken (1749) österr. weisthümer 6, 286;
3897 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    strützelstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    strützel , strutzel stm. BMZ länglichtes brot von feinem mel, stolle, cuneus (strotzel Voc. Vrat. ) Dfg. 162 c , tortill…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strützel

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Strützel , S. Strietzel.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit struetzel

10 Bildungen · 8 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

struetzel‑ als Erstglied (8 von 8)

strützelbrod

DWB

struetzel·brod

-brod : wer am ersten dazu kommt, der bekommt von desz hochzeiters seinen leuten ein strtzelbrod, welche sie wie gedacht pogatscha heissen …

strützelerde

DWB

struetzel·erde

-erde ' bezeichnung für eine gelbe farbenerde, meist das ockergelb, terra ratisbonnensis ' ebda 585 b , synonym mit strützelkreide ebenda;

strützelflossen

DWB

struetzel·flossen

-flossen '( roheisengänze ) in N.-Österreich und Steiermark, roheisen in form langer halbrunder blöcke ' Scheuchenstuel hüttenspr. 238 ; Ung…

strützelförmig

DWB

struetzel·foermig

-förmig : aus alten lappen ein striezelförmiges ding ... wie ein kleines kind geschaukelt Rosegger schriften II 13, 218 ;

strützeltanz

DWB

struetzel·tanz

-tanz , ' tanz bei hochzeiten, bei dem der brautführer einen groszen strutz ( oft 20 pfund schwer ) auf den kopf nimmt und mit der frau des …

struetzel als Zweitglied (2 von 2)

semmelstrützel

DWB

semmel·struetzel

semmelstrützel , m. gebäck aus semmelmehl ( vgl. DWB semmel 1), semelstrüczel, unter gerichten für den nachtisch (das lest essen) genannt. a…

weihnachtsstrützel

DWB

weihnachts·struetzel

-strützel , m. der geflochtene weihnachtskuchen ( s. d. ), der in Österreich, Schlesien und teilen des östlichen Deutschlands den thür.-säch…