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Streber

mhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 9 Wb.
Sprachstufen
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14

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Streber

Streber

streben Vb. ‘auf eine körperliche oder geistige Vorwärtsbewegung gerichtet sein, seine Bemühungen auf etw. richten, wonach trachten’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte schwache Verb ahd. streben, strebōn ‘sich regen, bewegen’ (11. Jh.), mhd. streben (md. auch streven) ‘sich heftig bewegen, zappeln, Widerstand leisten, sich aufrichten, abmühen, kämpfen, starren, steif sein, strotzen’, mnd. strēven ‘zappeln, sich bewegen, sich bemühen, starr in eine Richtung weisen, sich auflehnen’, mnl. strēven ‘nach etw. trachten, sich widersetzen’, nl. streven steht deverbativ neben einem resthaft belegten gleichbed. stark flektierenden Verb mhd. *strīben (vgl. bezeugtes strep, gestreben) und wahrscheinlich nl. (älter) strijven ‘streben, streiten’. Verwandt ist das Adjektiv mnd. strif ‘angespannt, steif, starr’, stref ‘straffgespannt, fest angezogen (von Sehnen), starr, steif’. Vergleichbar ist griech. striphnós (στριφνός) ‘dicht, fest, hart’, so daß auf eine Labialerweiterung ie. *strē̌ibh- der unter starren (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’ zurückgegangen werden kann. Möglicherweise sind im Verb streben zwei ursprünglich getrennte, wenn auch zu einer Wurzel gehörende Bildungen zusammengefallen, die sich in älterer Zeit nach ihren Bedeutungen trennen lassen; einmal ‘starren, steif sein, emporragen’ (bis 15. Jh.), dem Adjektiv mnd. strif, stref (s. oben) nahestehend, zum anderen ‘(sich) regen, bewegen’ auf ein ursprünglich räumliches Ziel zu, auch gegen Widerstand, bereits früh (mhd. beginnend) übertragen auf Gedanken und willensbestimmte Handlungen. – Strebe f. ‘Stützpfeiler, Querbalken’ (16. Jh.), anfangs ‘schräge Neigung von Wand- und Mauerflächen’; vgl. mhd. widerstrebe ‘Widerstand’. verstreben Vb. ‘mit Stützbalken versehen’ (19. Jh.), von Strebe abgeleitet. Unabhängig davon mhd. verstreben ‘strebend überwinden’. Strebebogen m. ‘bogenförmige Stütze’ (16. Jh.), in gotischen Kirchen ‘frei schwebender Bogen, der den Schub vom Mittelschiff zu den Strebepfeilern des Seitenschiffs herableitet’ (19. Jh.). Strebepfeiler m. ‘Stützpfeiler’ (15. Jh.). Streber m. ‘wer sich um ein Ziel bemüht’ (18. Jh.), meist abschätzig ‘Ehrgeizling’, vor allem in der Schülersprache (19. Jh.), älter ‘(Wider)streiter’ (16. Jh.). strebsam Adj. ‘beharrlich und fleißig ein Ziel verfolgend’ (Anfang 19. Jh.). zielstrebig Adj. ‘sich um ein bestimmtes Ziel bemühend, zweckgerichtet’ (19. Jh.). widerstreben Vb. ‘Widerstand leisten, sich sträuben, zuwider sein’, mhd. widerstreben.
2512 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    streberst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    streber , st. M. Vw.: s. strebære*

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    StreberDer

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Der Streber , — s, Mz . gl. 1) Einer der strebet, nach etwas strebet, sich nach etwas eifrig bemühet. — — und unter der …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Streber

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Streber , lat. aspro , Fischgattung aus der Ordnung der Stachelflosser, mit lang gestrecktem Körper u. plattem Kopf, die…

  4. modern
    Dialekt
    Streberm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Streber m. : 1. 'Tragepfeiler (im Kuhstall)', Streweʳ (šdrēwəʳ) [ BZ-Albw ]. — 2. 'eifriger, strebsamer Mensch', bes. un…

  5. Spezial
    Streber

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stre|ber (Zingel streber) m. (-s,-) ‹itt› streber (strebri) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit streber

14 Bildungen · 12 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von streber

streb + -er

streber leitet sich vom Lemma streb ab mit Suffix -er.

streber‑ als Erstglied (12 von 12)

streberei

DWB

strebe·rei

streberei , f. , bildung zu 3 streber oder 2 streben mit tadelnder bedeutung ( vgl. Wilmanns 2, 382 ): die kirchlichen fragen, die man längs…

streberer

DWB

streb·erer

streberer , m. , in der gauner- u. kundensprache für ' bettler ', vgl. Ostwald rinnsteinspr. 149 , Fischer schwäb. 6, 3229 ; vgl. dazu streb…

streberhaft

DWB

streb·erhaft

streberhaft , adj. , ' fleiszig im verächtl. sinne ' Eilenberger pennälerspr. 66 reg.

streberig

DWB

strebe·rig

streberig , adj. , vereinzelt und ohne abschätzigen nebensinn: der junge H. war ... bei mir ... ein rechtes Berliner kind, lustig, streberig…

Streber(in)

LDWB2

streb·erin

Stre|ber(-in) m./f. 1 (ehrgeizige Person) porsona ambiziosa f. 2 (Karrieremacher) carierist(-a) m.(f.) 3 (in der Schule) scolar(-a) dër ambi…

streberippe

DWB

strebe·rippe

streberippe , strebrippe , f. , im got. kreuzgewölbe eine rippe, die vom widerlager aufsteigt und nicht auf einen grat oder eine kehle triff…

streberisch

DWB

strebe·risch

streberisch , adj. , verächtlich von einem streber ( s. d. 2): es ist kein streberisches motiv, welches mich so mächtig zum direktorstuhl de…

streberschaft

DWB

streber·schaft

streberschaft , f. , vereinzelte abstraktbildung von 3 streber: ( Thiers ) wurde anfangs homme d'état du journalisme, ... bis ihn die julire…

strebertum

DWB

streber·tum

strebertum , n. , mit tadelndem beiklang wie 3 streber 2. meist als abstraktbildung wie das vorige: jetzt leiden die universitäten unter dem…

streber als Zweitglied (2 von 2)

widerstreber

DWB

wider·streber

widerstreber , m. , ' widersacher, widersetzlicher '. mhd. widerstrëbe, swm.: ich ( der engel Gabriel ) habe der stat gepflegen vor allen di…