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steigerung

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

steigerung f.

Bd. 18, Sp. 1940
steigerung, f. spätmhd. steigerunge, nrh. -inge, mndl. steigeringe, nndl. steigering. ebenso schwed. stegring. nebenformen im deutschen ganz vereinzelt: stegerung D. Schaller theol. heroldt (1604) 519. steigrung ist durch metrische rücksichten bedingt (Jac. Ayrer 2, 1334 K.; Lessing 1, 14 M.; Raupach. w. ernst. gatt. 5, 299). älteste belege, auch mundartliche, gehen im deutschen nicht über das 15. jh. zurück. mehr noch als steigern beschränkt sich in der überlieferung st. auf die ausgesprochene bedeutung eines anwachsens, einer zunahme. losgelöst von diesem sinne und damit seiner ursprünglichen verwendung vielleicht näherkommend, erscheint das wort am Niederrhein (seiner eigentlichen heimat?), wo steigering ndl. ein üblicher ausdruck für 'baugerüst' ist Kramer (1787) 435. dahin dürften auch die gll. bei Diefenbach weisen: pyrgum (= πύργον?) eyn steygheringhe, eyn graet 437b, pirgum steygeringhe, trap nov. gl. 292b. gehört endlich auch die technische verwendung des wortes st. = ganghöhe einer schraube, worunter man die entfernung zweier windungen versteht (gemessen an der auszenlinie der spindel) in diesen zusammenhang? s. Meyer gr. conv.-lex. (1902 ff.) 18, 890, und vgl. auch steigung 2, b, γ. die nachweisbar ältesten belege für st. (stadtrecht von Arnstadt 55 u. ö., Lexer 2, 1161) bezeichnen schon eine 'erhöhung des preises' und ordnen sich somit in die bedeutungsgruppen ein, die für st., entsprechend dem verbum steigern, später allein in frage kommen. reiche entfaltung auch hier erst seit dem ende des 18. jh.s. ein isoliertes vorkommen des wortes, ohne weitere satzbestimmungen, ist ungleich häufiger als bei steigern. dadurch wird die verwendung des subst. st. nicht selten etwas beziehungslos und seine bedeutung verschwommen: schulgerechte folge und st. Göthe 47, 318 W. (als programmatische stichwörter für ausführungen über den dilettantismus); dasz ... die kraft, jede mögliche st. in der unter seinem (Christi) einflusze stehenden gesammtheit zu bewirken, nicht im vorbilde, sondern nur im urbilde liegen könne, sagt gar nichts D. Fr. Strausz glaubenslehre 2, 185; und morgen als dritte st. werde ich ihrer lieben einladung ... folge leisten fürst Pückler briefw. u. tageb. 3, 450; heute war ich gegangen, wo selbst die gemse umkehrt ... ich wünschte mir keine st. mehr H. v. Barth Kalkalpen 497; ich werde die nächste nacht im speisezimmer auf einer matraze an der erde schlafen. bleibt als st. nur noch das bekannte billiardbett Fontane familienbr. 1, 216; Roschs sprechen war stotternd ... nach den vergeblichen versuchen heiterer st., sank er seltsam in sich zusammen Hans Grimm volk ohne raum 2, 187. AA. st. ohne nähere bestimmungen der menge oder des grades der zunahme. A@11) bei mittelbarer zunahme (vgl. 1steigen II C, sp. 1905). A@1@aa) von personen nur vereinzelt gebraucht: ich habe ... freyen schwung und st. ... erfahren A. W. v. Schlegel in schr. d. Götheges. 13, 33; dasz ... durch einen theil mehr erfundener sprache der mensch mehr mensch werden, und durch diese st. wieder mehr sprache erfinden könne W. v. Humboldt 4, 15 ak. ausg.; niemand kam, der nur von ferne gleichen schritt mit ihm (Göthe) gehalten, geschweige ihn überboten hätte, trotz all den groszen anforderungen, den kühnen steigerungen Gervinus gesch. d. dtsch. dicht. 5, 564. — auf äuszere dinge bezogen, vom steigern einer pächterin: ich hab ... eine st. vorghabt mit ihr, von 400 gulden Nestroy ges. w. 2, 27. A@1@bb) von sachbegriffen. A@1@b@aα) vermischtes (vgl. auch nahekommende fälle unter 2, a): bergrath Döbereiner über stöchiometrie und die st. derselben Göthe III 6, 134 W.; diese st. des (physikalischen) versuchs II 2, 190 W.; st. der instanzen III 8, 105 W.; st. der neuesten zeit III 9, 7 W. ähnl. bei Immermann: die allgemeinen steigerungen des zeitalters 1, 72 B.; die vorfälle des gestrigen abends in ihrem zusammenhange und ihrer st. M. Meyr erz. a. d. Ries (1868) 1, 264; es war eine wiederholung und st. der früheren feldzüge Mommsen m. gesch. 5, 33. β) besondere gebrauchsarten.veraltet ist st. so von münzen, geld und bedarfsarticeln gebraucht, entsprechend den gleichen verwendungsarten von steigern (vgl. sp. 1933). st. der münzen u. ähnl. im sinne einer erhöhung ihres kaufwerthes: ob nicht durch st. der groben sorten (d. münzen) gleich andern ländern mit vorwissen der kay. maytt. etc. dem unwesen ... remediret werden köndte acta publ. 1, 58 Palm. ähnl. 1, 21 Palm. daneben scheint st. der münzen in älterer zeit ein ausdruck für geldwucher gewesen zu sein und würde in diesem sinne nach st. 2, f hinüberdeuten: er sitzet nicht in dem wechsselgaden, ist mit dem wucher nicht beladen, darff andern nicht sein schweisz verzinsen noch steigerung treiben mit den mntzen Fischart lob des landlustes 308, 16 K.; zudem ist mit ... st. der mntzen kein ende zu finden, ein jeder hOehet und nidriget dieselbe nach seinem gefallen: wer gelt auszgibt, der steigert es Moscherosch gesichte (1650) 1, 227. von waren: eine st. aller wahr Mathesius Sarepta (1571) 162a; Dan. Schaller theol. heroldt (1604) 519; Harsdörfer teutsche secretarius (1656 ff.) 2, 717; wie sich die handelschafften, die abschlag- und st. der wahren ... anlassen würden Grimmelshausen 4, 528 Keller. mit lat. entsprechung: annonae flagellatio steygerung der wahren J. Orsäus 77. spätere derartige belege für st. zeigen begriffseinengung im sinne einer freiwilligen oder gerichtlichen auction (jetzt verst.): der kindische Kodyll wird keiner steigrung satt, läszt keinen krämer laufen, kauft alles, was er sieht, um alles, was er hat, bald wieder zu verkaufen Lessing 1, 14 M.; muszte der hof an eine st. kommen Jer. Gotthelf ges. schr. 3, 404; man pflegt an vielen orten ... steigegerungen an einem samstage abzuhalten 1, 24. ebenso bei G. Keller: dann ging er ... in den wald, um einer st. von eichenrinde beizuwohnen ges. w. 5, 108. A@22) st. bei unmittelbarer zunahme des attributsbegriffes. A@2@aa) allg. (vgl. auch oben unter 1, b): so möcht ich es (das freundschaftsverhältnis) ... zu ewigen zeiten erscheinen lassen, und zwar in reiner st. Göthe IV 39, 199 W.; das irdische ist ... nicht durch st. in das göttliche zu verwandeln Solger vorles. über ästhetik 84, 5; mensch, mit mensch im verhältnisz, will immer st. dieses verhältnisses Hebbel II 1, 63 W.; der umschwung des marktes ... zwingt (ihn) zur st., vielleicht zur völligen reform seiner wirtschaftsweise W. H. Riehl arbeit 78. A@2@bb) mathematische begriffe: st. der ... geldsummen Mommsen m. gesch. 3, 436. A@2@cc) physikalisches: st. der farben im sonnenschein Göthe III 3, 122 W.; wo sie (die gelbe farbe) aber an das dunkle gränzt, entsteht, nach der lehre der st. und beschattung, das gelbrothe II 1, 98 W. ähnl. II 2, 286 W. vgl. dazu in ähnl. gebrauche: nur ganz alte mAennchen (der uferschnepfe) zeichnen sich durch eine st. derselben (färbung) ... aus Naumann naturgesch. d. vögel 8, 425; st. der stimmen bei steigendem barometer Göthe IV 38, 12 W.; st. der temperatur Muspratt chemie (1889) 2, 1807. A@2@dd) physiologisches: st. des organischen lebens Schleiermacher Platon 6, 33; st. der thAetigkeit des ... weiblichen geschlechtsapparates Sömmerring menschl. körp. 5, 543; st. .. der organe Humboldt kosmos (1845) 1, 55; zunächst ... scheint hiemit nur eine st. (der thierarten) gegeben zu sein D. Fr. Strausz ges. schr. 6, 126; st. der bodenkraft G. Freytag ges. w. 1, 93, seiner lebenskraft 14, 79. A@2@ee) seelisches leben. bewusztsein u. ähnl.: eine st. des bewusztseins Schleiermacher I 12, 505; der wille des menschen und die erkenntnisz ... sowie die ... durchdringung und st. von beiden Ritter erdkunde 1, 2. fähigkeiten, geistige kräfte: sein talent war keiner eigentlichen st. mehr fähig Immermann 19, 106 B.; st. der angebornen anlage Jhering geist d.m. rechts 2, 1, 317, äuszerlicher virtuosität R. Schumann ges. schr. 1, 60, (der productionskraft) O. Jahn Mozart 3, 168. übertragen: eine ungeahnte st. der leistungsfähigkeit der instrumente handwb. d. staatswiss. 1, 3. gedankliche gebilde, erzeugnisse geistiger arbeit: st. der ideen Ramler einl. (1758) 1, 308. ähnl. W. v. Humboldt 4, 370 ak. ausg.; Herman Grimm Michelang. 1, 167; die st. von tausend beweisen Herder 1, 511 S., meiner ersten arbeiten Göthe IV 40, 285 W.; wahrscheinlich erfolgte der bannspruch öfter und ... mit steigerungen Raumer gesch. d. Hohenstaufen (1823 ff.) 4, 447; indem er in weiser st. den stärksten überredungsgrund zuletzt heraufholte G. Freytag ges. w. 4, 395; der abschlusz dieser st. .. ist .. die aufhebung dieser ganzen kategorie Fr. Th. Vischer ästhetik 1, 251; im original steht jetzt ein gegensatz und zwar ein so schöner, dasz sich satz gegen satz zu einer st. aufbaut F. Kürnberger liter. herzenssachen 124 im bes. von einzelnen begriffen: die wasserlose wüste, ... die vollkommene wüste ... wurden nur steigerungen des begriffs Ritter erdkunde 1, 961; als st. würden die wörter demnach aufeinander in dieser ordnung folgen: zugeben, einräumen, zugestehen, eingestehen Fr. L. Jahn w. 1, 76 E.; durch die wiederholung drücken sie (die Malayen) vervielfachung, steigerung oder dauer aus O. Peschel völkerkunde 122. in solcher verwendung wurde st. ebenso wie steigern leicht zum t. t. der comparation, den Kinderling reinigk. d. dtsch. spr. (1795) 273 mit unrecht zu gunsten von abstufung als veraltet hinstellt: wenn ich mich der worte: 'hohe schönheit, höhere, höchste schönheit' bediene, so geschieht es nach dem redegebrauche, da im strengen verstande schön keine st. gestattet Heinse 9, 292 Sch.; er spricht ... von seinem 'teutschen schwäbischen herzen' ... als ob schwäbisch eine st. von deutsch enthielte Scherer kl. schr. 1, 68. auch auf das adv. der einzelnen steigerungsgrade übertragen: st. der adverbien Adelung lehrg. d. dtsch. spr. 2, 2a. vereinzelt dürfte endlich st. soviel wie grammatische fortentwicklung bedeuten: so musz je ursprünglicher die sprache, desto weniger grammatik in ihr seyn, und die älteste ist blos das vorangezeigte wörterbuch der natur! ich reisze (behandle kurz) einige steigerungen ab Herder 5, 83 S. etwas anders ist der sinn von st. als t. t. der stilistik: die st. oder das klimax, eine stufenfolge mehrerer wOerter nach dem zunehmenden grade ihrer stAerke und ihres umfanges Eschenburg entwurf einer theorie ... (1783) 225 § 18. ähnl. bei Heinsius, der als beispiel ich kam, sah und siegte hinzufügt 4, 772a. ästhetische begriffe, von denen st. besonders gern gebraucht wird. in isolierter stellung: der componist wird ... sich von dem donner auf Sinai immer steigerungen vorbehalten Göthe IV 27, 264 W.; die formel der st. läszt sich auch im ästhetischen ... anwenden Göthe gespräche 2, 163 B.; bei solchem tausch der worte gewänne der vers ..., auch wär es eine art st. Heine w. 7, 266 E.; mit künstlerischer st. (der scenen) Laube ges. schr. 14, 16; st. ist lebensform der kunst Hebbel II 1, 406 W.; der schlusz, bei welchem die ... ironische wendung eine eigenthümliche st. bewirkt O. Jahn Mozart 4, 240; im scenenbau übte man bewuszte kunst der st. durch retardation Scherer lit.-gesch. 313; die ... liebe der königin gegen ihren bruder, ihre herrschaft über den könig und nun rasch nacheinander die steigerungen jahrb. d. Grillparzerges. 3, 11. entsprechend in verbindung mit attributen: würde mit auslassung dieses auftrittes, die st. seiner enthüllung, und der sanfte allmähliche fortflusz der ganzen Odyssee gehemmt Herder 3, 220 S.; st. der effecte Göthe gespräche 1, 218 B., des symbols Creuzer symbolik 1, 72, der kunst in bildnissen H. Meyer gesch. d. bild. künste 3, 235, des moments O. Ludwig ges. schr. 5, 49. ähnl. 5, 193. st. des dramatischen ausdrucks O. Jahn Mozart 2, 238, des abschlusses (des ersten theils einer sonate) 4, 22, der aufrechten gestalt Justi Winckelmann 2, 1, 51, der dichterischen darstellung R. Wagner ges. schr. 8, 71, der handlung G. Freytag ges. w. 14, 7. in anderer formengebung: doch des jünglings edle weigerung diente seiner schönheit zur steigerung Rückert w. (1867 ff.) 11, 280. trieb und gemütsleben. triebe: ein trieb, der an sich keiner st. fähig ... seine natürliche ... vollkommenheit mit sich trug Jac. Grimm kl. schr. 1, 263. affecte: so ist es eine steigrung unsrer freude, wenn Mailand unsre that für dankeswerth, uns selbst für seine würdgen söhn erkennt Raupach w. ernst gatt. 5, 299; der affect sucht sich zu erhalten durch st. O. Ludwig ges. schr. 6, 143; st. der väterlichen zufriedenheit Nestroy ges. w. 7, 280, des interesses Treitschke hist. u. pol. aufs. 1, 50. A@2@ff) praktisch-gesellschaftlich-staatliches leben. vom preise: st. oder fallung des preiszes Chr. v. Wolff gedancken v. d. menschen thun u. lassen 636; von der st. aller preise K. O. Müller d. Etrusker 1, 322; st. und nachlasz des preises Ranke s. w. 1, 249. ähnl. Doren Florentiner wolltuchindustrie 360. gern wird st. auch in isolierter stellung so verwendet, falls nicht an den oben unter A, 1, b erwähnten ausdruck st. der waren zu denken ist: das mit der zeit durch unbillige steigerungen und andere solemniteten der admodiatorum der preisz dermaszen gehOecht werde Moscherosch gesichte (1650) 1, 29. ähnl. bei Göthe: manche gäste haben ... abgeschrieben, weil die Carlsbader ... st. beliebt haben schr. d. Göthe- ges. 17, 1, 178. von ausgaben und einnahmen: anatocismus ἀνατοκισμός est usurae anniversaria renovatio- jehrlicher aufsatz oder st. desz wuchers Faber thes. 53a; st. der besoldung acta publ. 1, 268 Palm, der einkünfte Ranke s. w. 29, 269, der einnahmen Bismarck reden 4, 63 Kohl. in anderem sinne: st. der felderträge Peschel völkerkunde 226. entsprechend von ausgaben: st. der alten abgiften Möser patr. phantas. (1820) 3, 294, seines matricularanschlags Ranke s. w. 7, 114, der eigentlichen reichsausgaben Bennigsen ntl. partei 124. vgl. auch: st. der getreidespenden Mommsen m. gesch. 2, 128. ähnl. sinn dürften ältere verwendungsarten von st. haben, in denen das wort isoliert erscheint und geradezu 'abgabe' bedeuten kann: wie man newe zOell und steigerungen ... auffrichten mOechte D. Federman Niderlands beschreibung (1580) 60; dergestalt aber so können wir ihr majestat nicht greifen für, dieweil wir können wissen nicht, ausz was ursach die steigrung gschicht Jac. Ayrer 2, 1334 K. daferne aber der neue abkaufer (eines gutes) bey allen unterthanen insgemein, ... wegen der robathen oder frohndienste, ... einige neuerung oder st., ungebührlich ... einführen wolte, soll es ohne entgelt des verkauffers berechtiget werden v. Hohberg georg. cur. 1, 15. von menschlicher arbeit: wächst das tagewerk in arithmetischer st., so wächst ... die freude am werk in geometrischer W. H. Riehl arbeit 298. glück, macht u. ähnl.: st. des sinnlichen glücks Jean Paul 7/10, 391 H.; st. ihrer usurpirten privilegien Mommsen m. gesch. 2, 70. unglück, leid u. ähnl.: unter ... der st. aller ihrer seelischen arbeiten und leiden Brentano 4, 305; st. seiner unglücksfälle Gaudy s. w. 4, 71; dem judenvolke ... brachte jedes jahrhundert ... eine st. seines elends v. Döllinger akad. vortr. 1, 216. ordnung, unordnung, cultur: st. der ursprünglichen einigung Schleiermacher III 5, 89; eine st. gesellschaftlicher kultur Gentz schr. 1, 95 Schlesier; st. der culturen Ritter erdkunde 1, 17, moderner kultur Allmers marschenbuch 185, des corsarenunwesens Mommsen m. gesch. 2, 134. BB. st. mit gramm. zusätzen zur bestimmung der menge, bzw. des grades der zunahme (vgl. 1steigen sp. 1909 ff., steigern sp. 1937 ff.). von präpositionalen bestimmungen, die das gebiet angeben, auf dem die zunahme erfolgt (vgl. 1steigern sp. 1909 ff.) scheinen nur ausdrücke wie st. im preise üblich, aber auch nicht häufig zu sein: da bei der geringsten nachfrage unfehlbar ein st. im preise eintreten musz Schiebe corresp. in überseeischen geschäften 96. B@11) durch adjectiva u. ähnl. wendungen. an die sinnliche ausgangsbedeutung (?) des wortes erinnern noch verbindungen wie höhere und höchste st. (der positiv hohe st. scheint ungebräuchlich zu sein): eine höhere st. seines unvergleichlichen talents fürst Pückler briefw. u. tageb. 6, 453; in höherer st. Mommsen reden u. aufs. 105. — superlativisch: ungeachtet der höchsten st. ihrer talente Göthe 49, 153 W.; 7, 205 W.; zur höchsten st. des übels Raumer gesch. d. Hohenstaufen (1823 ff.) 3, 629; sie (die einzelherlichkeit der deutschen staaten) fand ihre fortsetzung, ja ihre höchste st. durch den absoluten staat Laube ges. schr. 1, 47; der beifall erreichte ... die höchste st. Holtei erz. schr. 36, 72, überschwemmungen in ihrer hOechsten st. Droysen Alexander 418; Moltke ges. schr. 3, 131. häufiger sind adjectivische bestimmungen, die nur verblaszt den umfang des anwachsens bezeichnen: darin sie darthaten, das allbereit fernere st. des kornkauffes verboten were Micrälius altes Pommerl. 3, 582; eine dreifache st. desselben gegenstandes Göthe 41, 2, 64 W.; in fortgehender st. Schelling w. I 5, 147; nach ihrer gröszeren ... st. Fr. L. Jahn 2, 63 E.; eine art possessionsrecht fortwährender st. A. v. Droste-H. br. 114 Schücking; in derselben st. O. Ludwig ges. schr. 2, 81. ähnl. verbindet sich st. mit allmählich Fr. Th. Vischer ästhetik 3, 2, 182, verhältnismäszig Gervinus gesch. d. dtsch. dicht. 1, 409, zunehmend O. Jahn Mozart 1, 391, numerisch Peschel völkerkunde 67, unglaublich Scherer lit.-gesch. 23, rapide 286, stetig Mommsen m. gesch. 2, 265, groszartig Meinecke Boyen 1, 83. B@22) präpositionale verbindungen. in unbestimmter form: jede st. des intellekts über das gewöhnliche masz hinaus Schopenhauer 1, 259 Gr. bestimmter wirken wendungen mit den präp. in, zu, bis zu, wobei sinnlich plastische ausdrücke wie zum gipfel und ähnl. (vgl. 1steigen sp. 1913, steigern sp. 1939) in der literatur zu fehlen scheinen. selten sind überhaupt concrete begriffe als gradbestimmungen der in st. liegenden zunahme: zwei carolins honorar per bogen mit anspruch auf st. bis zu vier carolins Brentano 9, 94. häufiger in abgezogener form: st. der vorstellung von Jesu ins übermenschliche D. Fr. Strausz ges. schr. 3, 159. mit der präp. zu, bis zu: st. dieses phänomens ... zur thierischen einheit Göthe II 6, 288 W., des vorbildes zum urbilde D. Fr. Strausz glaubenslehre 2, 184, der entwicklungskrankheit bis zur zerstückelung des reichskörpers Dahlmann gesch. v. Dännemark 1, 245, der naturforschung zur speculation H. Steffens was ich erlebte 8, 193. mit hinzufügung des ausgangspunctes der gradbezeichnung: eine zweckmäszige st. vom leichten zum schweren Immermann 18, 201 B., die st. von der unvollkommenen zu der vollkommneren cultur Mommsen 2 m. gesch. 1, 8.
18707 Zeichen · 708 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SteigerungDie

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Die Steigerung , Mz. — en . 1) Die Handlung da man steigert. Die Steigerung der Begriffe und Wörter in der Sprachlehre (…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Steigerung

    Goethe-Wörterbuch

    Steigerung [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Steigerung

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Steigerung , in der Grammatik, s. Komparation .

  4. modern
    Dialekt
    Steigerung

    Elsässisches Wb.

    Steigerung [ʿStaikrù Su. ; ʿStaikrik NBreis. Logelnh. ; ʿStajərù Rapp. Str. ; ʿStæjərù Barr Ndhsn. ] f. Versteigerung…

  5. Spezial
    Steigerung, analytischef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +5 Parallelbelege

    Steigerung , f , analytische образование , ср степеней сравнения, аналитическое → FiloSlov Komparation, analytische, f

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steigerung

30 Bildungen · 21 Erstglied · 6 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von steigerung 2 Analysen

steiger + -ung

steigerung leitet sich vom Lemma steiger ab mit Suffix -ung.

Alternativen: steig+-er+-ung

Zerlegung von steigerung 2 Komponenten

steige+rung

steigerung setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

steigerung‑ als Erstglied (21 von 21)

steigerungsfähig

DWB

steigerung·s·faehig

-fähig , adj. : da diese eigenschaften kaum noch st. sind, so müssen wir froh sein, wenn sie nicht sinken Rosegger alpensommer (1908) 168 . …

steigerungsgedinge

DWB

steigerung·s·gedinge

-gedinge , n. als plur. üblich im sinne von versteigerungsbedingungen (?): in den steigerungsgedingen wird alles, was ich in der schatzung h…

steigerungsgesetz

DWB

steigerung·s·gesetz

-gesetz , n. : das innere ereignisz nach allen seinen entwicklungsstadien in einer äuszeren geschichte, einer anecdote, auseinanderfallen un…

steigerungsgrad

DWB

steigerung·s·grad

-grad , m. : ' einer der grade, bis zu welchem etwas gesteigert wird, besonders in der sprachlehre ' Heinsius 4, 772 b ; Muret-Sanders 2, 2,…

steigerungskraft

DWB

steigerung·s·kraft

-kraft , f. : was uns ( in Shakespeares tragödien ) ... zum höchsten ... kunstgenusz mitreiszt, ist ... das rein poetische pathos: die unerm…

steigerungsleute

DWB

steigerung·s·leute

-leute , f. theilnehmer an einer versteigerung: die speisewirthin schosz über die gasse, wo sie ihren mann bei den steigerungsleuten stehen …

steigerungslustig

DWB

steigerung·s·lustig

-lustig , adj. : ging hin, wo die abgeordneten des rats saszen und einige steigerungslustige ( die an der versteigerung teilnehmen wollten )…

steigerungsmittel

DWB

steigerung·s·mittel

-mittel , n. : die wiederholung mit festhaltung der tonart (tonale sequenz) ist ... ein ... unentbehrliches musikalisches st. Riemann 9 musi…

steigerungspersonal

DWB

steigerung·s·personal

-personal , n. : die liebhaber ( d. h. die interessenten bei der auction ) haderten mit dem st., dasz es sie angeführt Jer. Gotthelf ges. sc…

steigerungsstufe

DWB

steigerung·s·stufe

-stufe , f. gramm. t. t. der comparation: Campe 4, 617 ; gradus st. Heinsius 4, 772 b ; Muret - Sanders 2, 2, 1904 . vgl. steigerungsgrad. —

steigerungstisch

DWB

steigerung·s·tisch

-tisch , m. : bald hier einer, bald dort einer schleppt was zum st., das er ausgerufen haben möchte Jer. Gotthelf ges. schr. 18, 253 . —

steigerungsweise

DWB

steigerung·s·weise

-weise , adv. : die amtleute, welche ... von den bundestagen ... ihre stellen um geld st. einhandelten Zschokke ausgew. schr. 38, 8 . —

Steigerungszëdel

Idiotikon

Steigerungszëdel Band 17, Spalte 309 Steigerungszëdel 17,309

steigerung als Zweitglied (6 von 6)

Münz'ersteigerung

DRW

Münz'ersteigerung, f. zu Ersteigerung (I) Erhöhung des Werts einer Geldsorte sollen die ... wiederlösliche zinsen, so vor der münzersteigeru…

Münzsteigerung

DRW

Münzsteigerung, f. (unzulässige) Veränderung des Münzwerts vgl. Steigerung (III) dieweil ... die unpilliche ... munzsteigerung, neben andern…

Pachtversteigerung

DRW

pacht·versteigerung

Pachtversteigerung, f. I Erhöhung der Pacht (IV) mach unser ... her abt als ... grundther ... uns ... mit geiner erbtheilungh oder pechtvers…

Salzsteigerung

DRW

salz·steigerung

Salzsteigerung, f. wie Salzmehrung [versprechen wir] die obbestimbten zinß den ... kaufern ... aus den gefellen und einkomen vnser newen sal…

Schlackensteigerung

DRW

schlacken·steigerung

Schlackensteigerung, f. Erhöhung des dem Schlackengedinginhaber zustehenden Gewinnanteils begerte schlaggen staigerung in der L.S.: waßmasse…

versteigerung

DWB

ver·steigerung

versteigerung , f. , subst. zu versteigern 1, findet sich bei Stieler 2137 mit tadelndem nebensinne: ersteigerung, versteigerung, licitatio …

Ableitungen von steigerung (3 von 3)

steigerunge

Lexer

steigerunge stf. erhöhung des preises Arnst. r. 55,63. 67,107. Frankf. 1476 ;

versteigerung

DWB

versteigerung , f. , subst. zu versteigern 1, findet sich bei Stieler 2137 mit tadelndem nebensinne: ersteigerung, versteigerung, licitatio …

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Cotta, M. (2026). „steigerung". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/steigerung/dwb?formid=S42624
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Cotta, Marcel. „steigerung". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/steigerung/dwb?formid=S42624. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „steigerung". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/steigerung/dwb?formid=S42624.
BibTeX
@misc{lautwandel_steigerung_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„steigerung"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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