steigerung,
f. spätmhd. steigerunge,
nrh. -inge,
mndl. steigeringe,
nndl. steigering.
ebenso schwed. stegring.
nebenformen im deutschen ganz vereinzelt: stegerung D. Schaller
theol. heroldt (1604) 519. steigrung
ist durch metrische rücksichten bedingt (Jac. Ayrer 2, 1334
K.; Lessing 1, 14
M.; Raupach.
w. ernst. gatt. 5, 299).
älteste belege, auch mundartliche, gehen im deutschen nicht über das 15.
jh. zurück. mehr noch als steigern
beschränkt sich in der überlieferung st.
auf die ausgesprochene bedeutung eines anwachsens, einer zunahme. losgelöst von diesem sinne und damit seiner ursprünglichen verwendung vielleicht näherkommend, erscheint das wort am Niederrhein (
seiner eigentlichen heimat?),
wo steigering
ndl. ein üblicher ausdruck für '
baugerüst'
ist Kramer (1787) 435.
dahin dürften auch die gll. bei Diefenbach
weisen: pyrgum (=
πύργον?) eyn steygheringhe, eyn graet 437
b,
pirgum steygeringhe, trap
nov. gl. 292
b.
gehört endlich auch die technische verwendung des wortes st. =
ganghöhe einer schraube, worunter man die entfernung zweier windungen versteht (
gemessen an der auszenlinie der spindel)
in diesen zusammenhang? s. Meyer
gr. conv.-lex. (1902
ff.) 18, 890,
und vgl. auch steigung 2,
b, γ.
die nachweisbar ältesten belege für st. (
stadtrecht von Arnstadt 55
u. ö., Lexer 2, 1161)
bezeichnen schon eine '
erhöhung des preises'
und ordnen sich somit in die bedeutungsgruppen ein, die für st.,
entsprechend dem verbum steigern,
später allein in frage kommen. reiche entfaltung auch hier erst seit dem ende des 18.
jh.s. ein isoliertes vorkommen des wortes, ohne weitere satzbestimmungen, ist ungleich häufiger als bei steigern.
dadurch wird die verwendung des subst. st.
nicht selten etwas beziehungslos und seine bedeutung verschwommen: schulgerechte folge und st. Göthe 47, 318
W. (
als programmatische stichwörter für ausführungen über den dilettantismus); dasz ... die kraft, jede mögliche st. in der unter seinem (
Christi) einflusze stehenden gesammtheit zu bewirken, nicht im vorbilde, sondern nur im urbilde liegen könne, sagt gar nichts D. Fr. Strausz
glaubenslehre 2, 185; und morgen als dritte st. werde ich ihrer lieben einladung ... folge leisten fürst Pückler
briefw. u. tageb. 3, 450; heute war ich gegangen, wo selbst die gemse umkehrt ... ich wünschte mir keine st. mehr H. v. Barth
Kalkalpen 497; ich werde die nächste nacht im speisezimmer auf einer matraze an der erde schlafen. bleibt als st. nur noch das bekannte billiardbett Fontane
familienbr. 1, 216; Roschs sprechen war stotternd ... nach den vergeblichen versuchen heiterer st., sank er seltsam in sich zusammen Hans Grimm
volk ohne raum 2, 187. AA. st.
ohne nähere bestimmungen der menge oder des grades der zunahme. A@11)
bei mittelbarer zunahme (
vgl. 1steigen II C,
sp. 1905). A@1@aa)
von personen nur vereinzelt gebraucht: ich habe ... freyen schwung und st. ... erfahren A. W. v. Schlegel
in schr. d. Götheges. 13, 33; dasz ... durch einen theil mehr erfundener sprache der mensch mehr mensch werden, und durch diese st. wieder mehr sprache erfinden könne W. v. Humboldt 4, 15
ak. ausg.; niemand kam, der nur von ferne gleichen schritt mit ihm (
Göthe) gehalten, geschweige ihn überboten hätte, trotz all den groszen anforderungen, den kühnen steigerungen Gervinus
gesch. d. dtsch. dicht. 5, 564. —
auf äuszere dinge bezogen, vom steigern
einer pächterin: ich hab ... eine st. vorghabt mit ihr, von 400 gulden Nestroy
ges. w. 2, 27. A@1@bb)
von sachbegriffen. A@1@b@aα)
vermischtes (
vgl. auch nahekommende fälle unter 2,
a): bergrath Döbereiner über stöchiometrie und die st. derselben Göthe III 6, 134
W.; diese st. des (
physikalischen) versuchs II 2, 190
W.; st. der instanzen III 8, 105
W.; st. der neuesten zeit III 9, 7
W. ähnl. bei Immermann: die allgemeinen steigerungen des zeitalters 1, 72
B.; die vorfälle des gestrigen abends in ihrem zusammenhange und ihrer
st. M. Meyr
erz. a. d. Ries (1868) 1, 264; es war eine wiederholung und st. der früheren feldzüge Mommsen
röm. gesch. 5, 33.
β)
besondere gebrauchsarten. —
veraltet ist st.
so von münzen, geld und bedarfsarticeln gebraucht, entsprechend den gleichen verwendungsarten von steigern (
vgl. sp. 1933). st.
der münzen u. ähnl. im sinne einer erhöhung ihres kaufwerthes: ob nicht durch st. der groben sorten (
d. münzen) gleich andern ländern mit vorwissen der kay. maytt.
etc. dem unwesen ... remediret werden köndte
acta publ. 1, 58
Palm. ähnl. 1, 21
Palm. daneben scheint st. der münzen
in älterer zeit ein ausdruck für geldwucher gewesen zu sein und würde in diesem sinne nach st. 2,
f hinüberdeuten: er sitzet nicht in dem wechsselgaden, ist mit dem wucher nicht beladen, darff andern nicht sein schweisz verzinsen noch steigerung treiben mit den mntzen Fischart
lob des landlustes 308, 16
K.; zudem ist mit ... st. der mntzen kein ende zu finden, ein jeder hOehet und nidriget dieselbe nach seinem gefallen: wer gelt auszgibt, der steigert es Moscherosch
gesichte (1650) 1, 227.
von waren: eine st. aller wahr Mathesius
Sarepta (1571) 162
a; Dan. Schaller
theol. heroldt (1604) 519; Harsdörfer
teutsche secretarius (1656
ff.) 2, 717; wie sich die handelschafften, die abschlag- und st. der wahren ... anlassen würden Grimmelshausen 4, 528
Keller. mit lat. entsprechung: annonae flagellatio steygerung der wahren J. Orsäus 77.
spätere derartige belege für st.
zeigen begriffseinengung im sinne einer freiwilligen oder gerichtlichen auction (
jetzt verst.): der kindische Kodyll wird keiner steigrung satt, läszt keinen krämer laufen, kauft alles, was er sieht, um alles, was er hat, bald wieder zu verkaufen Lessing 1, 14
M.; muszte der hof an eine st. kommen Jer. Gotthelf
ges. schr. 3, 404; man pflegt an vielen orten ... steigegerungen an einem samstage abzuhalten 1, 24.
ebenso bei G. Keller: dann ging er ... in den wald, um einer st. von eichenrinde beizuwohnen
ges. w. 5, 108. A@22) st.
bei unmittelbarer zunahme des attributsbegriffes. A@2@aa)
allg. (
vgl. auch oben unter 1,
b): so möcht ich es (
das freundschaftsverhältnis) ... zu ewigen zeiten erscheinen lassen, und zwar in reiner st. Göthe IV 39, 199
W.; das irdische ist ... nicht durch st. in das göttliche zu verwandeln Solger
vorles. über ästhetik 84, 5; mensch, mit mensch im verhältnisz, will immer st. dieses verhältnisses Hebbel II 1, 63
W.; der umschwung des marktes ... zwingt (
ihn) zur st., vielleicht zur völligen reform seiner wirtschaftsweise W. H. Riehl
arbeit 78. A@2@bb)
mathematische begriffe: st. der ...
geldsummen Mommsen
röm. gesch. 3, 436. A@2@cc)
physikalisches: st. der farben im sonnenschein Göthe III 3, 122
W.; wo sie (
die gelbe farbe) aber an das dunkle gränzt, entsteht, nach der lehre der st. und beschattung, das gelbrothe II 1, 98
W. ähnl. II 2, 286
W. vgl. dazu in ähnl. gebrauche: nur ganz alte mAennchen (
der uferschnepfe) zeichnen sich durch eine st. derselben (
färbung) ... aus Naumann
naturgesch. d. vögel 8, 425; st. der stimmen bei steigendem barometer Göthe IV 38, 12
W.; st. der temperatur Muspratt
chemie (1889) 2, 1807. A@2@dd)
physiologisches: st. des organischen lebens Schleiermacher
Platon 6, 33; st. der thAetigkeit des ... weiblichen geschlechtsapparates Sömmerring
menschl. körp. 5, 543; st. .. der organe Humboldt
kosmos (1845) 1, 55; zunächst ... scheint hiemit nur eine st. (
der thierarten) gegeben zu sein D. Fr. Strausz
ges. schr. 6, 126; st. der bodenkraft G. Freytag
ges. w. 1, 93, seiner lebenskraft 14, 79. A@2@ee)
seelisches leben. bewusztsein u. ähnl.: eine st. des bewusztseins Schleiermacher I 12, 505; der wille des menschen und die erkenntnisz ... sowie die ... durchdringung und st. von beiden Ritter
erdkunde 1, 2.
fähigkeiten, geistige kräfte: sein talent war keiner eigentlichen st. mehr fähig Immermann 19, 106
B.; st. der angebornen anlage Jhering
geist d. röm. rechts 2, 1, 317, äuszerlicher virtuosität R. Schumann
ges. schr. 1, 60, (der productionskraft) O. Jahn
Mozart 3, 168.
übertragen: eine ungeahnte st. der leistungsfähigkeit der instrumente
handwb. d. staatswiss. 1, 3.
gedankliche gebilde, erzeugnisse geistiger arbeit: st. der ideen Ramler
einl. (1758) 1, 308.
ähnl. W. v. Humboldt 4, 370
ak. ausg.; Herman Grimm
Michelang. 1, 167; die st. von tausend beweisen Herder 1, 511
S., meiner ersten arbeiten Göthe IV 40, 285
W.; wahrscheinlich erfolgte der bannspruch öfter und ... mit steigerungen Raumer
gesch. d. Hohenstaufen (1823
ff.) 4, 447; indem er in weiser st. den stärksten überredungsgrund zuletzt heraufholte G. Freytag
ges. w. 4, 395; der abschlusz dieser st. .. ist .. die aufhebung dieser ganzen kategorie Fr. Th. Vischer
ästhetik 1, 251; im original steht jetzt ein gegensatz und zwar ein so schöner, dasz sich satz gegen satz zu einer st. aufbaut
F. Kürnberger
liter. herzenssachen 124
im bes. von einzelnen begriffen: die wasserlose wüste, ... die vollkommene wüste ... wurden nur steigerungen des begriffs Ritter
erdkunde 1, 961; als st. würden die wörter demnach aufeinander in dieser ordnung folgen: zugeben, einräumen, zugestehen, eingestehen Fr. L. Jahn
w. 1, 76
E.; durch die wiederholung drücken sie (
die Malayen) vervielfachung, steigerung oder dauer aus O. Peschel
völkerkunde 122.
in solcher verwendung wurde st.
ebenso wie steigern
leicht zum t. t. der comparation, den Kinderling
reinigk. d. dtsch. spr. (1795) 273
mit unrecht zu gunsten von abstufung
als veraltet hinstellt: wenn ich mich der worte: 'hohe schönheit, höhere, höchste schönheit' bediene, so geschieht es nach dem redegebrauche, da im strengen verstande schön keine st. gestattet Heinse 9, 292
Sch.; er spricht ... von seinem 'teutschen schwäbischen herzen' ... als ob schwäbisch eine st. von deutsch enthielte Scherer
kl. schr. 1, 68.
auch auf das adv. der einzelnen steigerungsgrade übertragen: st. der adverbien Adelung
lehrg. d. dtsch. spr. 2, 2
a.
vereinzelt dürfte endlich st.
soviel wie grammatische fortentwicklung bedeuten: so musz je ursprünglicher die sprache, desto weniger grammatik in ihr seyn, und die älteste ist blos das vorangezeigte wörterbuch der natur! ich reisze (
behandle kurz) einige steigerungen ab Herder 5, 83
S. etwas anders ist der sinn von st.
als t. t. der stilistik: die st. oder das klimax, eine stufenfolge mehrerer wOerter nach dem zunehmenden grade ihrer stAerke und ihres umfanges Eschenburg
entwurf einer theorie ... (1783) 225 § 18.
ähnl. bei Heinsius,
der als beispiel ich kam, sah und siegte
hinzufügt 4, 772
a.
ästhetische begriffe, von denen st.
besonders gern gebraucht wird. in isolierter stellung: der componist wird ... sich von dem donner auf Sinai immer steigerungen vorbehalten Göthe IV 27, 264
W.; die formel der st. läszt sich auch im ästhetischen ... anwenden Göthe
gespräche 2, 163
B.; bei solchem tausch der worte gewänne der vers ..., auch wär es eine art st. Heine
w. 7, 266
E.; mit künstlerischer st. (
der scenen) Laube
ges. schr. 14, 16; st. ist lebensform der kunst Hebbel II 1, 406
W.; der schlusz, bei welchem die ... ironische wendung eine eigenthümliche st. bewirkt O. Jahn
Mozart 4, 240; im scenenbau übte man bewuszte kunst der st. durch retardation Scherer
lit.-gesch. 313; die ... liebe der königin gegen ihren bruder, ihre herrschaft über den könig und nun rasch nacheinander die steigerungen
jahrb. d. Grillparzerges. 3, 11.
entsprechend in verbindung mit attributen: würde mit auslassung dieses auftrittes, die st. seiner enthüllung, und der sanfte allmähliche fortflusz der ganzen Odyssee gehemmt Herder 3, 220
S.; st. der effecte Göthe
gespräche 1, 218
B., des symbols Creuzer
symbolik 1, 72, der kunst in bildnissen H. Meyer
gesch. d. bild. künste 3, 235, des moments O. Ludwig
ges. schr. 5, 49.
ähnl. 5, 193. st. des dramatischen ausdrucks O. Jahn
Mozart 2, 238, des abschlusses (
des ersten theils einer sonate) 4, 22, der aufrechten gestalt Justi
Winckelmann 2, 1, 51,
der dichterischen darstellung R. Wagner
ges. schr. 8, 71, der handlung G. Freytag
ges. w. 14, 7.
in anderer formengebung: doch des jünglings edle weigerung diente seiner schönheit zur steigerung Rückert
w. (1867
ff.) 11, 280.
trieb und gemütsleben. triebe: ein trieb, der an sich keiner st. fähig ... seine natürliche ... vollkommenheit mit sich trug Jac. Grimm
kl. schr. 1, 263.
affecte: so ist es eine steigrung unsrer freude, wenn Mailand unsre that für dankeswerth, uns selbst für seine würdgen söhn erkennt Raupach
w. ernst gatt. 5, 299; der affect sucht sich zu erhalten durch st. O. Ludwig
ges. schr. 6, 143; st. der väterlichen zufriedenheit Nestroy
ges. w. 7, 280, des interesses Treitschke
hist. u. pol. aufs. 1, 50. A@2@ff)
praktisch-gesellschaftlich-staatliches leben. vom preise: st. oder fallung des preiszes Chr. v. Wolff
gedancken v. d. menschen thun u. lassen 636; von der st. aller preise K. O. Müller
d. Etrusker 1, 322; st. und nachlasz des preises Ranke
s. w. 1, 249.
ähnl. Doren
Florentiner wolltuchindustrie 360.
gern wird st.
auch in isolierter stellung so verwendet, falls nicht an den oben unter A, 1,
b erwähnten ausdruck st. der waren
zu denken ist: das mit der zeit durch unbillige steigerungen und andere solemniteten der admodiatorum der preisz dermaszen gehOecht werde Moscherosch
gesichte (1650) 1, 29.
ähnl. bei Göthe: manche gäste haben ... abgeschrieben, weil die Carlsbader ... st. beliebt haben
schr. d. Göthe-
ges. 17, 1, 178.
von ausgaben und einnahmen: anatocismus ἀνατοκισμός est usurae anniversaria renovatio- jehrlicher aufsatz oder st. desz wuchers Faber
thes. 53
a; st. der besoldung
acta publ. 1, 268
Palm, der einkünfte Ranke
s. w. 29, 269, der einnahmen Bismarck
reden 4, 63
Kohl. in anderem sinne: st. der felderträge Peschel
völkerkunde 226.
entsprechend von ausgaben: st. der alten abgiften Möser
patr. phantas. (1820) 3, 294, seines matricularanschlags Ranke
s. w. 7, 114, der eigentlichen reichsausgaben Bennigsen
ntl. partei 124.
vgl. auch: st. der getreidespenden Mommsen
röm. gesch. 2, 128.
ähnl. sinn dürften ältere verwendungsarten von st.
haben, in denen das wort isoliert erscheint und geradezu '
abgabe'
bedeuten kann: wie man newe zOell und steigerungen ... auffrichten mOechte D. Federman
Niderlands beschreibung (1580) 60; dergestalt aber so können wir ihr majestat nicht greifen für, dieweil wir können wissen nicht, ausz was ursach die steigrung gschicht Jac. Ayrer 2, 1334
K. daferne aber der neue abkaufer (
eines gutes) bey allen unterthanen insgemein, ... wegen der robathen oder frohndienste, ... einige neuerung oder st., ungebührlich ... einführen wolte, soll es ohne entgelt des verkauffers berechtiget werden v. Hohberg
georg. cur. 1, 15.
von menschlicher arbeit: wächst das tagewerk in arithmetischer st., so wächst ... die freude am werk in geometrischer W. H. Riehl
arbeit 298.
glück, macht u. ähnl.: st. des sinnlichen glücks Jean Paul 7/10, 391
H.; st. ihrer usurpirten privilegien Mommsen
röm. gesch. 2, 70.
unglück, leid u. ähnl.: unter ... der st. aller ihrer seelischen arbeiten und leiden Brentano 4, 305; st. seiner unglücksfälle Gaudy
s. w. 4, 71; dem judenvolke ... brachte jedes jahrhundert ... eine st. seines elends v. Döllinger
akad. vortr. 1, 216.
ordnung, unordnung, cultur: st. der ursprünglichen einigung Schleiermacher III 5, 89; eine st. gesellschaftlicher kultur Gentz
schr. 1, 95
Schlesier; st. der culturen Ritter
erdkunde 1, 17, moderner kultur Allmers
marschenbuch 185, des corsarenunwesens Mommsen
röm. gesch. 2, 134. BB. st.
mit gramm. zusätzen zur bestimmung der menge, bzw. des grades der zunahme (
vgl. 1steigen
sp. 1909
ff., steigern
sp. 1937
ff.).
von präpositionalen bestimmungen, die das gebiet angeben, auf dem die zunahme erfolgt (
vgl. 1steigern
sp. 1909
ff.)
scheinen nur ausdrücke wie st. im preise
üblich, aber auch nicht häufig zu sein: da bei der geringsten nachfrage unfehlbar ein st. im preise eintreten musz Schiebe
corresp. in überseeischen geschäften 96. B@11)
durch adjectiva u. ähnl. wendungen. an die sinnliche ausgangsbedeutung (?)
des wortes erinnern noch verbindungen wie höhere
und höchste st. (
der positiv hohe st.
scheint ungebräuchlich zu sein): eine höhere st. seines unvergleichlichen talents fürst Pückler
briefw. u. tageb. 6, 453; in höherer st. Mommsen
reden u. aufs. 105. —
superlativisch: ungeachtet der höchsten st. ihrer talente Göthe 49, 153
W.; 7, 205
W.; zur höchsten st. des übels Raumer
gesch. d. Hohenstaufen (1823
ff.) 3, 629; sie (
die einzelherlichkeit der deutschen staaten) fand ihre fortsetzung, ja ihre höchste st. durch den absoluten staat Laube
ges. schr. 1, 47; der beifall erreichte ... die höchste st. Holtei
erz. schr. 36, 72, überschwemmungen in ihrer hOechsten st. Droysen
Alexander 418; Moltke
ges. schr. 3, 131.
häufiger sind adjectivische bestimmungen, die nur verblaszt den umfang des anwachsens bezeichnen: darin sie darthaten, das allbereit fernere st. des kornkauffes verboten were Micrälius
altes Pommerl. 3, 582; eine dreifache st. desselben gegenstandes Göthe 41, 2, 64
W.; in fortgehender st. Schelling
w. I 5, 147; nach ihrer gröszeren ... st. Fr. L. Jahn 2, 63
E.; eine art possessionsrecht fortwährender st. A. v. Droste-H.
br. 114
Schücking; in derselben st. O. Ludwig
ges. schr. 2, 81.
ähnl. verbindet sich st.
mit allmählich Fr. Th. Vischer
ästhetik 3, 2, 182, verhältnismäszig Gervinus
gesch. d. dtsch. dicht. 1, 409, zunehmend O. Jahn
Mozart 1, 391, numerisch Peschel
völkerkunde 67, unglaublich Scherer
lit.-gesch. 23, rapide 286, stetig Mommsen
röm. gesch. 2, 265, groszartig Meinecke
Boyen 1, 83. B@22)
präpositionale verbindungen. in unbestimmter form: jede st. des intellekts über das gewöhnliche masz hinaus Schopenhauer 1, 259
Gr. bestimmter wirken wendungen mit den präp. in, zu, bis zu,
wobei sinnlich plastische ausdrücke wie zum gipfel
und ähnl. (
vgl. 1steigen
sp. 1913, steigern
sp. 1939)
in der literatur zu fehlen scheinen. selten sind überhaupt concrete begriffe als gradbestimmungen der in st.
liegenden zunahme: zwei carolins honorar per bogen mit anspruch auf st. bis zu vier carolins Brentano 9, 94.
häufiger in abgezogener form: st. der vorstellung von Jesu ins übermenschliche D. Fr. Strausz
ges. schr. 3, 159.
mit der präp. zu, bis zu: st. dieses phänomens ... zur thierischen einheit Göthe II 6, 288
W., des vorbildes zum urbilde D. Fr. Strausz
glaubenslehre 2, 184, der entwicklungskrankheit bis zur zerstückelung des reichskörpers Dahlmann
gesch. v. Dännemark 1, 245, der naturforschung zur speculation H. Steffens
was ich erlebte 8, 193.
mit hinzufügung des ausgangspunctes der gradbezeichnung: eine zweckmäszige st. vom leichten zum schweren Immermann 18, 201
B., die st. von der unvollkommenen zu der vollkommneren cultur Mommsen
2 röm. gesch. 1, 8.