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Stechapfel

nhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Stechapfel

Stechapfel

stechen Vb. ‘mit einer Spitze verletzen bzw. in etw. eindringen’, ahd. stehhan (um 800), mhd. stechen (auch ‘turnieren’), asächs. stekan, mnd. mnl. stēken, nl. steken, afries. steka (westgerm. *stekan) führen mit den unter stecken, Stachel, Stake (s. d.) genannten Formen sowie mit ahd. stehhōn ‘anstacheln, erstechen’ (8. Jh.), got. staks ‘Wundmal’ auf ie. *(s)teg-. Demgegenüber setzen die außergerm. Verben und Nomina aind. tḗjatē ‘ist, wird scharf, schärft’, tigmáḥ ‘scharf, spitzig, heiß, heftig’, griech. stízein (στίζειν) ‘stechen, punkten, tätowieren, brandmarken’, stígma (στίγμα) ‘Stich, Brandmal, Malzeichen, Kennzeichen’, lat. īnstīgāre ‘anstacheln, anspornen, aufreizen’ ie. *(s)teig-, *(s)tig- voraus. Mit Sicherheit liegt eine ie. Ausgangsform mit i-Vokal bzw. i-Diphthong auch in aengl. stician ‘stechen, durchstoßen’, engl. to stick ‘stechen, stoßen, stecken’, einem Teil der unter Stecken (s. d.) genannten Formen sowie in ablautendem anord. steikja ‘braten’, eigentlich ‘an den Bratspieß stecken’, vor. Bei einer Reihe verwandter Wörter aber (s. Stich, Stichel, sticken, ersticken) bleibt offen, ob das i der Wurzelsilbe aus dem Ie. ererbt oder (außerhalb des Got.) durch ein ursprüngliches i bzw. j der Folgesilbe aus e entstanden ist. Ie. *(s)teig-, *(s)tig- und die Variante *(s)teg- ‘stechen, spitz, Stange, Pfahl, Stock’ sind Gutturalerweiterungen der Wurzel ie. *(s)tei- ‘spitzig’, die unerweitert in lat. stilus, stimulus (s. Stil, stimulieren) enthalten ist. – ausstechen Vb. ‘durch Stechen herausnehmen oder entfernen’, asächs. ūtstekan, spätmhd. ūʒstechen; auch ‘beim Turnier aus dem Sattel stechen’, daher ‘jmdn. von seinem Platze verdrängen, seine Stellung einnehmen, ihn übertreffen’ (17. Jh.). Stecher m. ‘wer sticht’, mhd. stechære, stecher, auch ‘gedungener Mörder, Turnierkämpfer, stechende Waffe, Dolch’; vgl. Kupferstecher, s. auch Feldstecher. Stechapfel m. giftiges Nachtschattengewächs mit stachligen Früchten (16. Jh.). Stechpalme f. Strauch mit glänzenden, stachligen Blättern, dessen immergrüne Zweige vielfach am Palmsonntag geweiht und in der Prozession mitgeführt werden (16. Jh.). abstechen Vb. ‘mit einem Stichwerkzeug abtrennen, durch einen Stich schlachten, ablaufen lassen, markieren, abgrenzen, sich von oder gegen etw. abheben’, mhd. abestechen ‘abtrennen, durchtrennen, schlachten, durch Stechen (im Turnier) besiegen, übertreffen’. Abstecher m. ‘kleiner, von der vorgegebenen Route abweichender Ausflug’ (18. Jh., zuvor nd. affsteker, um 1700), zu abstechen in der älteren Bedeutung ‘sich entfernen, davonmachen’ (16. Jh.). anstechen Vb. ‘in etw. hineinstechen, es damit öffnen’ (ein Faß), mhd. anestechen ‘anzapfen’, auch ‘antreiben (mit den Sporen), Feuer anlegen’, ahd. anastehhan ‘hineinstechen’ (9. Jh.). Anstich m. ‘das Anzapfen’ (eines Fasses, 15. Jh.).
2816 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stéchapfel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Stéchapfel , des -s, plur. die -äpfel, eigentlich die mit Stacheln besetzte apfelförmige Frucht eines gewissen Gewäc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stechapfel

    Goethe-Wörterbuch

    Stechapfel [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stechapfel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Stechapfel , s. Datura .

  4. modern
    Dialekt
    Stechapfel

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Stechapfel Band 1, Spalte 1,474

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stechapfel

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von stechapfel 2 Komponenten

stech+apfel

stechapfel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stechapfel‑ als Erstglied (6 von 6)

stechapfelextract

DWB

stechapfel·extract

stechapfelextract , m. extractum stramonii: extract, besonders aus den blättern des stechapfels hergestellt, von Hufeland wider gemüthskrank…

stechapfelkorn

DWB

stechapfel·korn

stechapfelkorn , n. , samenkorn der stechapfelfrucht: bey der sektion fanden sich die stechapfelkörner zu 2 loth im magen hannov. magazin v.…

stechapfelkraut

DWB

stechapfel·kraut

stechapfelkraut , n. das kraut des stechapfels, dann bezeichnung der pflanze überhaupt: stechapfelkraut solanum spinosum Dentzler (1716) 273…

stechapfelpflanze

DWB

stechapfel·pflanze

stechapfelpflanze , f. in weiterer verdeutlichung und zum unterschiede von der frucht allein: hat die stechapfelpflanze einmal in einem lock…

stechapfelpille

DWB

stechapfel·pille

stechapfelpille , f. in der form stechapfelspille: mit stechapfelextract zubereitete stechapfelspillen allgemeine deutsche bibliothek 45, 69…

stechapfelsame

DWB

stechapfel·same

stechapfelsame , stechapfelsamen , m. samen des stechapfels; stechapfelsamen Krünitz 171 (1839) , 86; man erhält das daturin aus stechapfels…