spratzen,
verb. vom laut den einige noch feuchte dinge im feur oder in der hitze desselben von sich geben,
crepere. Frisch 2, 306
b.
über die bildung vgl. Weigand 2, 775.
es liegt vielleicht eine ableitung zu spräen
vor, vgl. das. (
oder eine junge ablautbildung zu spritzen?)
neben spratzen
steht die weiterbildung spratzeln,
s. das. (1),
in der bedeutuug kaum unterschieden. die litteraturbelege gehören fast alle dem 16.
jahrh. an (
besonders bei H. Sachs,
vgl. Schm. 2, 707
f.),
einzelne noch aus dem 17.
jahrh. doch ist das wort noch heute lebendig, hauptsächlich im bair.-österr. sprachgebiete, s. Schm. 2, 707 (1]
sprühen; springen; spritzen; 2]
knattern, krachen). Klein 2, 163 (
Anspach). Schöpf 2, 691.
besonders wird es von dem zischen und spritzen geschmolzenen metalles gesagt, hier geradezu als technischer ausdruck: 'ein flüssiges metall spratzet,
wenn kalte luft oder nässe dazu kommt, da es denn in die höhe steigt, und um sich herum spritzet.' Adelung. Jacobsson 4, 234
a; 'spratzen,
fr. pousser de grenailles petiller, wird von den abgetriebenen noch heiszen silber gesagt, wenn es gleichsam spröszlinge aus der oberfläche in die höhe treibet.'
ebenda. von geschmolzenem silber, das beim erkalten den aufgenommenen sauerstoff wieder entläszt mit einem geräusch infolge des durchbrechens der theilweise erstarrten oberfläche. Karmarsch-Heeren
3 8, 259,
vgl. 7, 68 (
nach Scheuchenstuel 229 '
das herausspritzen des flüssigen metalles aus dem innern'
beim reinen silber);
überhaupt '
das entweichen absorbirter gase beim erstarren mancher metalle, wobei sich die metalldecke zu einer blumenkohlartigen masse gestaltet'. Lueger 7, 457.
ähnlich schon in älteren quellen: allhier gedencket ein ... alter bergkmann ... des salpeters, ... das er im fewer springt oder spratzt. Mathesius
Sar. 118
b; damit aber die prob (
der geringen kupfererze) nicht falsch werde, weil die schlich in dem ersten einsetzen (
in den ofen) von der grossen hitz, sonderlichen wann noch quertzlein darunter sein, zu spratzen pflegen, so deck einen andern schirben uber diesen. Ercker
ertzt- u. bergkwercksarten (1580) 95
b.
vom fett beim braten und backen: die ayer im schmaltz höret man spratzen. H. Sachs 1, 543
a.
so wird noch in Chr. Lehmanns
histor. schauplatz u. s. w. (1699)
s. 901
ein sprichwort angeführt: brennts nicht, so
spraazts doch,
s. zeitschr. f. hd. mundarten 1, 62.
ferner von explodierendem pulver, geschützen, feuerwerkskörpern u. ähnl., wobei ebenfalls die begriffe des geräusches und des umherspritzens zusammenkommen: wann er hört lieber ein kandel schmatzen denn fewerschlagendt büchssen spratzen. H. Sachs 4, 3, 67
d; nach dem gieng auch das pulfer an mit einem solchen grossen platzen thet im ofn hin und wider spratzen. 90
c;
transitiv: als nun das fewerwerck gestan zünd man die kleinen pöler an die kugel gieng mit lautem knal hoch in die lüfft, darnach im fal machten sie einen regenbogen ... und theten fewer von jn spratzen mit sehr lautem knallen und schmatzen. 1, 204
c.
von da aus auf ein anderes explosionsgeräusch übertragen, de cacante: (
der '
schwanger bauer') haucht darnider in den kle ... mit einem laut praschleten scheisz die purgatz hinden jm auszreisz ... macht ein grosz krachen und laut spratzen. 2, 4, 75
a; als nun mit einem lauten scheisz, zu seiner hindern thür auszreisz dem bawern löffel und purkatzen, mit prasseln und sehr lautem spratzen. 5, 356
c; (
der pfarrherr) nam das kindlein nacket ausz den windeln, wie es damals gebreuchlich, legte auff die lincke hand mit seinem bäuchlein, und wolte mit der rechten hand waszer über es gieszen; spratzet in des das kindlein hinder sich, dem pfarrherrn in den ermeln an seinem rock. Kirchhof
wendunm. 2, 153
Österley (2, 103). —
abseits steht nd. spratzen '
sich hochmüthig geberden, sich breit machen; spratzer,
ein quasistutzer unter den bauerburschen'. Frommann 6, 484 (
in Lippe),
vgl. Campe
und Schm. 2, 707
f., sowie spratteln,
sprauzen.