Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Spleen m.
Spleen m.
Spleen m. ‘merkwürdige Eigenart, Schrulle, Überspanntheit’. Im 18. Jh. wird engl. spleen ‘Milz’ in seiner übertragenen Bedeutung ‘(auf Erkrankung der Milz zurückgeführte) Verdrießlichkeit, Mißstimmung, Schwermut, Laune’ ins Dt. übernommen und hier (2. Hälfte 19. Jh.) im Sinne von ‘plötzlicher Einfall, Verschrobenheit, Tick’ üblich. Engl. spleen ist entweder über afrz. esplen, esplein ‘Milz’ oder direkt entlehnt aus lat. splēn, griech. splḗn (σπλήν) ‘Milz’. Schon nach den antiken Ärzten verursacht die Milz (und ihre Erkrankung) Hypochondrie und Melancholie. – spleenig Adj. ‘verschroben, überspannt’ (20. Jh.), zuvor ‘schwermütig’, auch in der Schreibung spleenisch (2. Hälfte 18. Jh.).