Eintrag · Rheinisches Wb.
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sollen II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk Nahe solə, ęiχ sol, dau solst, –št, ər sol, mər solə, dēr soll, sə solə [Saargeb. überall -ǫ-], Prät. sǫlt, Conj. -ǫ-, Part. gesǫlt; Hunsr sulə, ęiχ sul usf., Part. gəsult [früher Infinit. silə, ęiχ sal, dau salst, ər sal, mər silə, dēr silt, sə silə; diese Formen hört man jetzt nur noch selten von sehr alten Leuten]; WMosfrk zǫ·l.ən, ęiχ zǫl u. -a-, –ā-, dou zo·l.ts usf., Prät. zǫ·l.t, Part. gəzǫ·l.t; sonst durchweg neben -o- in allen Formen za·l.ən, eχ zal, dǫu za·l.ts, hE zal, mər za·l.ən, dīr za·l.t, zə za·l.ən (der Pl. mehr -o-), Prät. so·l.t, Conj. -ø-, –e-; Part. gəzo·l.t [statt ər zal in Koch-Hambuch -ę-]; Siegld son [o Hellergeb. -u-; Johannld soll], eχ sall, dū salt [n. der Eisern, nicht in Siegen sat], hę sal, miər son [o Hellergeb. -u-; u Hellergeb. -y-, -ø-; Johannld sol]; iər solt [w. der Ferndorf in NHolzklau Birlenb Geisw u. n. dieser L., östl. der Ferndorf u. Sieg n. der Eisern sot; in Lindenb OSchelden u. w. davon bis einschl. Dirlenb Bottenb sont; u. Hellergeb. sylt, –ø-], sə son (usf. wie 1. Pl.); Prät. eχ sol, du solst [o Ferndrft u. Litfet bis Fernd, abwärts Geisweid sotst]; hE soll, mīər solə, īər soldə [NSiegld bis Ferndrf, abwärts Geisweid sodət]; sə solə; Conj. sel, –ø- [Freier Grund -y-] usf. Formen wie Ind. Prät. mit Umlautsvokal; Part. gəsolt, –u- [daneben das dem Infinit. entsprechende neue Part. son usf., in Wend., wie: dat hättste rechder losse sonn; Rip zo·l.ə (u. jünger seltener -ø-), eχ zal u. jünger -o-, du salts u. jünger zo·l.ts, hE zal u. jünger zo·l., mər zo·l.ə, seltener -a-, ȳər zoït, –a-,z ə zo·l.ə, –ø-, –a- [in allen Formen des Präs. auch -ō:-], Conj. Präs. zø·l., Prät. zolt u. zo·l. [Monsch zot; Grevbr-Gindrf -u-; Aach zo·u. u. sonst neben zolt auch zō:lt]; Conj. zø·l.t, –:- [zøt, zø·y.]; Part. jəzolt, –zo·l.t, –ō:- [in Bergh zydə, iχ zal, dū zyts, ər zyt, mər, zə zydə, īər zyt]; OBerg zulən, ek zal, dū sas, hE zal, vi, ət, zə zulən u. -a-, Conj. zøl, –y-; Prät. zul, vī zultə [Gummb-Homburgisch zoul, dū zoults, hE zoul, mər, zə zūølən, īər zūlt]; Conj. zyltə, Part. jəzult, –o-; NBerg zø·l.ən, ek zal, dū sas (zost), hE zal, mə, zə zø·l.ən, γet zø·l.t, Prät. zo·u.l, Conj. -ø·y. [Wermelsk -ȳ:-]; Part. jəzo·u.lt (statt dieser Diphthonge auch -o-) [zak soll ich, sasə sollst du, zalə soll er, zalmə u. zamə soll man; zøfə sollen wir; zøχət sollt ihr; ebenso sok sollte ich, zo·l.sə u. sos (søs Conj.), somə (-ø-); auch im OBerg safə oder sufə sollen wir]; Eup zō·ə., zo·u.ə u. za·l.ə, īχ zal, dū zalst [zǫust; Raeren zoks], vər, zə za·l.ə, īər zalt (in der Bed. »soll« iχ zo, du zots, he zo, vər souə, ohr zot), Prät. SNfrk zalə, eχ zal usf. alle Formen mit -a- u. -o- [Selfk, Z. B. in Breberen eχ zalə, dū sǫs, hE zō:; vər zō·ə., īər zǫt, zə zō·ə., in Millen iχ zouw, dū zǫs, hE zouw, vər, zə zouwə, ēr zǫt; Prät. in der ganzen Selfk zō:, Conj. z:], sonst Prät., Part. umschrieben durch müssen; Mörs, Geld zalən, ek zal, do zas, hęi zal, wej, zə zalə, jə zalt; Prät. ek zǫl, do zǫs, hęi zǫl, wej, zə zǫlə, jə zǫlt [auch wohl ek zaldə], Conj. zøl u. --; Part. γəzølt; Klev zølə, ek zal, γe zølt, he zal, we, zə zølə, γe zölt; Prät. zol; Conj. -ø-, Part. γəzølt (ek häbb zølə); n. Ruhr zalən, ek zal, dou zas (γe zølt), hęi zal, we, ze zølən, γe zølt, Prät. sol, dou zos; Part. γəzǫlt. Hilfszeitw.: 1. wie nhd. a. von einer Verpflichtung, der Ausführung eines Auftrages; he sall on moss folge; ech hätt dat dohn s.; er hätt schwige s., du solls dich iərsch jet räste Rip, Allg.; was hon ich donn gesollt? Saarbr, Allg.; fiəhrschte no Kölle? Nä, ech sall net Rip, Allg.; de Mutter sät (sagt), du süs hem kummen; du sas nu sofort k. Gummb, Allg. (usf.). RA.: Ber kann, der sall May-Trimbs. Wer deht, wat e well, der d. döck (oft), wat e net sall Bo-Dransd. Er hirt (hört) mih, als en sall Koch-Brachtend. — b. in abgeblasster Bed.; ek gonn nu in de Fremde! Antw.: dat saste woll das glaube ich dir nicht ohne weiteres, da sprechen auch deine Eltern noch ein Wörtchen mit Gummb, du solls rech han! obwohl deine Gründe nicht ganz stichhaltig sind Rip, Allg.; der soll awwer Brand (Durst) han Ottw, Allg.; do söll (sall) mer de leste Grosche dröm geəve das wäre kein Verlust, der Gewinn wäre gewiss; wie soll mer senge, wann mer ken Freud hätt! Rip, Allg.; ich sollt at lang ferdig sen ich müsste eigentlich schon l. f. sein Allg.; du kriest enen in de Mule, dat de nich wesst, wo de hin sas! wohin du dich wenden könntest Gummb, Allg.; sou me saje, wie me döcks (oft) jet krige kann! wenn eine unbedeutende Verletzung sich verschlimmert Aach, Allg; du sos dech jet! du schwätzest nur Heinsb — In Ausr.; do söllste doch barschte, — vanənengohn, — gestolle werde, — fett w.! Ausr. des Verwunderns, Entsetzens; nu soste doch derva sägge! Kemp; he sall eckersch (nur) kunn! ich werde ihm schon heimleuchten; de Düvel soll dech holle! Verwünschung; Rip, Allg.; sadd emol seh u. sarr emol seh! Drohung Siegld (ohne du), kast echt, sallt och emmer! kannst gut, machst deine Sache g., sollst auch immer, es soll auch i. deine Aufgabe sein, dies zu tun, mit dem Beisinn: musst dich auch i. bereit finden lassen, von der Mutter zum Kinde gesagt Siegld-UWilden. — RA.: S. on Wöllen es wit (weit) van Köllen (Köln) Mettm-Langenbg. Hätt ich on wöul ich on söul ich sind arm Lütt (Leute) Sol. Wat sich han soll, dat krit sech von Verliebten Köln-Stdt. — c. mit sachl. Subj.; dat (die Sach) sall deng (dein) sen; dat sall füər dech sen; der Bom sall he fort (weg); der Bref sall op de Pos Rip, Allg. RA.: Wat sin sall, s. sin Mörs; et kümmt all, wie et sall wie es vorher bestimmt ist Gummb, Allg.; et het so s. sin Elbf, Allg. Et gaht, be et kann, awwer net be et sall May-Trimbs. — Abgeblasst: dat sall mir egal sin, dat s. et Sol, Allg.; dat s. wat sin was vorstellen; dat s. (sell) der woll basse; et s. der wohl noch komme! du sollst dich noch wundern Siegld, Allg.; wie sall dat met dem Heu gohn? was mag mit dem H. geschehen Rip, Allg.; et s. wäll wohr sin es könnte, mag wahr sein, auch einfach et s. w. Klev, Allg. [dot so-, sawall Kemp]; dat sall menge Dut sen! Beteuerung Rip, Allg. Wo sall et erus, seit (sagte) der Hahn, do soll e e Pillei (Entenei) leəge Grevbr-Hochneuk. — Zweifelnd; dat (Bild) soll ech sen! dies Bild soll mich darstellen? Rip, Allg.; o't soll! das glaube ich nicht, das ist unrichtig, u. w'o't soll (wie o. es soll)! Bitb, Prüm, Malm; wat soll dat (hesche)? was hat das zu bedeuten, etwa dein Stossen, dein mir unverständiges Benehmen; dat es noch lang net, was soll dat! das ist schnell gesagt, aber nicht so einfach, doch keine Kleinigkeit Rip, Nfrk, — dat, dat ös, wievöl doför! Mörs; dat sall wat sin! das ist für mich doch ein Leichtes Gummb, Allg. — Bedauernd; dat hät nich sin s. (gesullt) ich konnte nichts dafür; in abschl. Antw. dat sall mi (ok) enfallen. — d. = lat. dicitur, man sagt, es heisst; fröhter (früher) sall et doch bester gewes sen; bei dem Onglöck s. vill dut blivve sen (usf.) Rip, Allg. — 2. in besonderer mdl. Anwendung. a. s. ersetzt im Klevld u. in Aach, Eup das hier fehlende Hilfszeitw. werden zur Bildung des Futurums; auch im SNfrk, Berg, wo noch zuweilen w. gebraucht wird, wird s. vorgezogen, wie auch Rip, Mosfrk s. neben noch geläufigem w. steht; ek sall dech wat blosen! abschl. Antw.; ek sall min ändere; hej sall öm necks anduhn; et sall dech wall noch oprötschen Nfrk, Allg. (s. o.); ich sall dich Mores lihre; dat sollt dir wahl su gefalle; et sall wahl bal rene (regnen); he sall wahl do gewes sen Rip, Allg. (s. o.); wat sall de zon (sagen); wat sall dat gen; sall en dut sein? Daun, Allg. (s. o.); ech sall dech! ich werde dich lehren; lot se mar, Gott sall se wahl! er wird sie schon strafen SNfrk, Allg. (s. o.) [Eup hat für diese Bed. 2 die Formen mit -a-, īχ zal, vər zalə usf.; für Bed. 1 īχ zo, dū zots, hE zo, vər, zə zouə, īər zot]. — b. wollen; wat sallste machen? was willst du machen; dur hatt en sich e Scheppenstill s. schneiden; on dur sollten se et Geld hollen, dur wor et fort WEif; in der Wend.: Söllen vi gonn? wollen wir gehen Elbf, Allg. — c. dürfen; sall ech mech zweschen üch stelle; sallste noch jet spille gohn? Sieg-Leuschd.
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Rheinisches Wb.
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Kompositum 10
Wortbildung
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Cotta, M. (2026). „sollenii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sollenii/rhwb?formid=S18971
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Cotta, Marcel. „sollenii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sollenii/rhwb?formid=S18971. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „sollenii". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sollenii/rhwb?formid=S18971.
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