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Schwab

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Schwab

Bd. 18, Sp. 95
Schwab, Gustav, Dichter, geb. 19. Juni 1792 in Stuttgart, gest. daselbst 4. Nov. 1850, studierte 1809–14 in Tübingen Philosophie und Theologie und war von Jugend auf mit Uhland, seinem dichterischen Vorbilde, befreundet; auch mit Varnhagen und besonders mit Kerner trat er in Verbindung und gab mit ihnen den »Deutschen Dichterwald« (1813) heraus. Im Frühjahr 1815 machte S. eine Reise nach Berlin, wo er mit Fouqué, Franz Horn, Chamisso u. a. Beziehungen anknüpfte. 1817 wurde er Professor am Obergymnasium in Stuttgart; im Herbst 1837 nahm er die ländliche Pfarrei in Gomaringen an, 1841 wurde er zum ersten Prediger an der St. Leonhardskirche in Stuttgart, 1845 zum Oberstudienrat und Oberkonsistorialrat ernannt. S. gilt als Dichter neben Uhland und Kerner für den Hauptvertreter der sogen. schwäbischen Schule. Er hat sich in der Romanze und im kleinern Lebensbild ausgezeichnet, während seine eigentliche Lyrik eine reflektierende und rhetorische Ader hat, so daß ihm nur in einzelnen Fällen ein sangbares Lied (z. B. »Bemooster Bursche zieh' ich aus«) gelingt. Seine Griechenlieder aus früherer Zeit, die Polenlieder aus seinen mittlern Jahren und die allgemeinern Zeitgedichte aus seinem spätern Leben erwiesen seine Teilnahme an den freiheitlichen Bestrebungen der Zeit. Als Redakteur des poetischen Teiles des »Morgenblattes« (1827–37) und des »Deutschen Musenalmanachs« (1833–38) erwarb er sich viele Verdienste um jüngere Dichter und führte manchen (Chamisso, Freiligrath) zuerst ein, der in der Folge berühmt wurde. Seine »Gedichte«, zuerst Stuttgart 1828–1829, in 2 Bänden vereinigt, ließ er später als »Neue Auswahl« (das. 1838, 4. Aufl. 1851) mit einigen Weglassungen wieder erscheinen (neue Ausg. von Klee, Gütersl. 1882). Unter seinen übrigen Schriften sind zu erwähnen: »Die Schwäbische Alb« (Stuttg. 1823; 2. Aufl., mit Zusätzen von Paulus, das. 1878); »Der Bodensee, ein Handbuch für Reisende und Freunde der Natur, Geschichte und Poesie« (das. 1827, 2. Aufl. 1839); »Wanderungen durch Schwaben« (Leipz. 1837 bis 1838, 4. Aufl. 1880); »Die Schweiz in ihren Ritterburgen und Bergschlössern« (Bern 1839, mit Hottinger) und »Schillers Leben« (Stuttg. 1840, 3. Ausg. 1859), dem sich gleichsam als Beigabe die Schrift »Der Kultus des Genius« (Hamb. 1840, mit Ullmann) anschließt, worin größtenteils interessante theologisch-philosophische Zeitfragen behandelt werden. Treffliche Sammelwerke sind seine »Deutschen Volksbücher« (15. Aufl. von Klee, Gütersl. 1894), die Mustersammlungen: »Fünf Bücher deutscher Lieder und Gedichte von Haller bis auf die neueste Zeit« (Leipz. 1835; 5. Aufl., hrsg. von Bernays, 1871) und »Die deutsche Prosa von Mosheim bis auf unsre Tage« (Stuttg. 1843, 2 Bde.; 2. Aufl. von Klüpfel, 1860, 3 Bde.), endlich der »Wegweiser durch die Literatur der Deutschen« (Leipz. 1846; 4. Aufl., von Klüpfel gänzlich umgearbeitet, 1870, mit 3 Nachträgen) und »Die schönsten Sagen des klassischen Altertums« (Stuttgart 1838–40, 3 Tle.; 24. Aufl. von Klee, Gütersl. 1894). Neben diesen eignen Erzeugnissen ging auch die Herausgabe und Übersetzung mancher fremden her, als: »Erlesene Gedichte von Paul Fleming, mit Flemings Leben« (Stuttg. 1820); »Der Froschmäusler, von Georg Rollenhagen« (übersetzt ins Neudeutsche, Tübing. 1819); »Lamartines auserlesene Gedichte« (metrisch übersetzt, Stuttg. 1826); Barthélemys und Mérys »Napoleon in Ägypten« (übersetzt, das. 1829). Auch gab S. mit Tafel und Osiander das Sammelwerk »Übersetzungen griechischer und römischer Prosaiker und Dichter« (Stuttg. 1827 ff.), ferner W. Hauffs »Sämtliche Schriften« (das. 1830) und W. Müllers »Vermischte Schriften« (Leipz. 1830) heraus. Eine Auswahl seiner kleinern prosaischen Schriften besorgte Klüpfel (Freiburg 1882). Vgl. Klüpfel, Gustav S., sein Leben und Wirken (Leipz. 1858; eine kürzere Darstellung, Stuttg. 1884), und die von Schwabs Sohn Christoph Theodor S. herausgegebene Biographie »Gustav Schwabs Leben« (Freiburg 1883). Letzterer, geb. 2. Okt. 1821 in Stuttgart, seit 1852 Professor am Katharinenstift daselbst, gest. 17. Okt. 1883, schrieb außerdem die Monographie »Arkadien, seine Natur, seine Geschichte etc.« (Stuttg. 1852) und gab Hölderlins »Sämtliche Werke« (das. 1846, 2 Bde.) heraus.
4220 Zeichen · 92 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schwab

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schwab , s. schwabb und schwabe .

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwab

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schwab , Gustav, geb. 1792 zu Stuttgart, protestant. Geistlicher, lange Zeit Professor am Gymnasium zu Stuttgart, gest. …

  3. modern
    Dialekt
    Schwab

    Elsässisches Wb.

    Schwab [ʿSwop Ruf. Su. ; ʿSwóp Gebw. Co. Str. U.; Pl. ʿSwówə] m. 1. Schwabe. ‘blinde Schwaben’ Martin Parl. N. 787. Zss.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwab

155 Bildungen · 151 Erstglied · 0 Zweitglied · 4 Ableitungen

schwab‑ als Erstglied (30 von 151)

Schwab(e)ler

Idiotikon

Schwab(e)ler Band 9, Spalte 1717 Schwab(e)ler -ä- 9,1717

schwab(e)leⁿ

Idiotikon

schwab(e)leⁿ Band 9, Spalte 1716 schwab(e)leⁿ -ä- 9,1716

Schwab(e)li

Idiotikon

Schwab(e)li Band 9, Spalte 1717 Schwab(e)li -ä- 9,1717

schwab(e)lig

Idiotikon

schwab(e)lig Band 9, Spalte 1718 schwab(e)lig 9,1718

Schwabach

Meyers

schwa·bach

Schwabach , unmittelbare und Bezirksamtsstadt im bayr. Regbez. Mittelfranken, am Schwabach (Nebenfluß der Regnitz) und an der Staatsbahnlini…

schwabacher

DWB

schwab·acher

schwabacher , von Schwabach, einer stadt in Franken. unter Schwabacher schrift verstehen die drucker die stärkere und mehr gerundete art der…

schwabbchen

DWB

schwabb·chen

schwabbchen , verb. ( neben schwappchen), weiterbildung zu schwabben, vom überschwanken einer flüssigkeit in bewegtem gefäsze. Vilmar 376 . …

Schwabbe

RhWB

Schwabbe -ap [ -ę- Simm-Buch , Zell-Blankenr Grenderich Liesenich Reidenhsn ], Pl. -bə Verbr. wie schwabben 2; s. Wk. VII 22 f.: 1. a. Balke…

schwabbel

DWB

schwab·bel

schwabbel , m. ( s. schwappel ), geschwulst: die person hatt'n schwabbel ( einen groszen, dicken, beweglichen geschwulst ) am halse hängen. …

schwabbelbauch

DWB

schwabbel·bauch

schwabbelbauch , m. fetter, schlotternder bauch. schwappelbauch, venter collativus, pantices Stieler 1962 .

Schwabbelbruch

RhWB

schwabbel·bruch

Schwabbel-bruch (s. S.) Birkf-Idar , Simm , Goar-Holzf Pfalzf (-ęb-), Bernk-Bollenb , Prüm-Mürlenb 1860 m.: Bruchstelle, Torfmoorstelle, wo …

schwabbeldiχ

LothWB

schwabb·eldich

schwabbeldiχ [šwàbəldiχ Bo. ; šwabəleχ D. Si. ] adj. locker, zitternd, unsicher, taumelnd: der Buch (Bauch) isch m'r so schw. so leer. — vgl…

schwabbelei

DWB

schwabbe·lei

schwabbelei , f. geschwätz, unverständliches, unnützes, weitschweifiges gerede. Frischbier 2, 325 b ; nd. swabb'lî Danneil 217 a ; s. schwab…

schwabbeler

DWB

schwabbe·ler

schwabbeler , m. ein schwätzer, vgl. das vorige wort und schwabbeln. schwappeler, ein übereilter, unbedachtsamer mensch. Schmid 485 ; nd. en…

Ableitungen von schwab (4 von 4)

beschwaben

RhWB

be-schwaben (westf. beschwauwen, beschwowen, mnd. beswegen, –ei-, –o-, –swagen) bəšwwə Siegld schw.: 1. einen b., durch listiges Zureden zu…

entschwaben

DWB

entschwaben , e Suevo alium facere, einen aus Schwaben in ein anderes land versetzen. da man mhd. sagte wëstevâlen ( GA. 3, 75), zum Westfal…

entschwabung

DWB

entschwabung , f. , wofür in folgender stelle entschwäbung: wünschte ich sehr, dasz sie meinen aufenthalt beim nationaltheater in Mannheim a…

schwabe

DWB

schwabe , m. name eines deutschen stammes. mhd. Swâp, Swâbe mhd. wb. 2, 2, 763 a . Lexer mhd. hwb. 2, 1338 ; ahd. Swâp ( Graff 6, 854 ), ags…