Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
schummeln
schummeln
schummeln, beschummeln Vb. ‘betrügen’ (18. Jh.). Herkunft ungeklärt. Rotw. 302 erwägt Herleitung aus romani chin(d)av ‘scheißen, betrügen’ über rotw. beschunden ‘betrügen’, beschundlen ‘bescheißen, verunreinigen, betrügen, anführen’. Andere sehen in frühnhd. umbschümmeln ‘taumeln, umstürzen’ (16. Jh.), sich schummeln ‘sich davonmachen’ (17. Jh.), schummeln ‘eilig etw. tun’, z. B. ‘Küchenarbeit verrichten’ (Anfang 18. Jh.), nd. schummeln ‘schlotterig einhergehen, scheuern, reinigen, fegen’ (18. Jh.), mnl. scommelen, nl. schommelen, nhd. schummeln ‘durch Geschwindigkeit oder List betrügen’ (2. Hälfte 18. Jh.) ein lautmalendes Wort. in: Zs. f. Mundartforsch. 30 (1963/64) 67 f. erklärt das Verb als Bildung aus šin, wāw, mēm, den hebr. Anfangsbuchstaben (=Schum) der Handelsstädte Speyer, Worms, Mainz, und verweist auf obd. Schumser ‘(Handels)jude’. Danach soll schummeln eigentlich ‘handeln’ (von Juden) bedeuten (so noch elsäss. und rhein.), dann ‘(im Handel) betrügen’ (18. Jh.), vgl. nd. beschummeln ‘auf jüdisch betrügen’, elsäss. schummeln ‘übervorteilen, beim Spiel betrügen’ (beide 2. Hälfte 18. Jh.). Wie fuggern ‘handeln’ und ‘betrügen’ zum Namen Fugger (auch ‘Kaufmann, Betrüger’) gebildet ist, will schummeln von der Bezeichnung der sogennnten Schumstädte abgeleitet wissen.