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Schmiß

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Schmiß

Schmiß

1schmeißen Vb. ‘werfen, schleudern’. Das starke Verb ahd. smīʒan ‘aufstreichen, schmieren’ (um 1000; vgl. bismīʒan, 8. Jh., ūʒsmīʒan, 9. Jh.), mhd. smīʒen ‘streichen, schmieren, schlagen’, asächs. bismītan ‘beflecken’, mnd. smīten ‘schlagen, werfen, schleudern’, mnl. smīten ‘schlagen, werfen’, nl. smijten, afries. smīta, aengl. smītan ‘beschmieren, besudeln’, engl. to smite (dichterisch) ‘schlagen, treffen’, got. bismeitan ‘bestreichen’, gasmeitan ‘aufstreichen’ (germ. *smītan) läßt sich an eine Dentalerweiterung ie. *smeid- der Wurzel ie. *smē-, *smēi- ‘schmieren, darüberwischen, -streichen, darüber hinreiben’ anschließen, zu der auch die unter Schmach und schmeicheln (s. d.) aufgeführten Wortformen gehören. Die beiden divergierenden Grundbedeutungen ‘streichen, schmieren’ und ‘werfen, schlagen’ lassen sich am ehesten aus der Lehmbauweise erklären, indem der Lehm zuerst in die Wand bzw. das Flechtwerk geworfen und dann glattgestrichen wird. In der Studentensprache entsteht die Wendung ein Faß Bier, eine Runde schmeißen ‘spendieren’ (19. Jh., eigentlich wohl ‘das Geld dafür auf den Tisch werfen’?). Daneben steht schwach flektierendes 2schmeißen Vb. ‘besudeln, Kot abwerfen’ besonders von Vögeln (15./16. Jh., danach noch in südd. Mundarten), ahd. bismeiʒen ‘besudeln’ (um 1000), mhd. gesmeiʒen. – Schmiß m. ‘Hieb, Schlag’ (17. Jh.), in der Studentensprache ‘bei der Mensur durch Säbel oder Degen entstandene Wunde, Narbe’ (19. Jh.), zu 1schmeißen in der alten Bedeutung ‘schlagen’ (s. oben). schmissig Adj. ‘voller Narben’ (Studentensprache, 19. Jh.), ‘voller Schwung, verwegen’ (Gaunersprache, Mitte 19. Jh.). Geschmeiß n. ‘Ungeziefer, Gesindel, Pack’ (16. Jh.), mhd. gesmeiʒe ‘Unrat, Kot (von Tieren), Brut, Gezücht, Insekteneier (besonders von Fleischfliegen)’; Schmeißfliege f. ‘Fleischfliege’ (16. Jh.), vielleicht verdeutlichende Zusammensetzung zu gleichbed. (allerdings erst später bezeugtem) Schmeiße f. (17. Jh.); beide Bildungen zu 2schmeißen ‘besudeln, Kot abwerfen’, da Insekteneier teils als Kot angesehen, teils damit verglichen werden. Vgl. Pfeifer Tiernamen 713 f.
2099 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmiß

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Schmiß , des -sses, plur. die -sse, von dem Zeitworte schmeißen, so fern es schlagen bedeutet, ein derber heftiger S…

  2. modern
    Dialekt
    Schmiss

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Schmiss Band 9, Spalte 1022 Schmiss 9,1022

  3. Sprichwörter
    Schmiss

    Wander (Sprichwörter)

    Schmiss 1. Wenn de Smête is ut'r Hand, so is he na'n Gêloge hen to. – Eichwald, 1420; für Eimbeck: Firmenich, III, 142, …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmiss

19 Bildungen · 15 Erstglied · 0 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schmiss 2 Komponenten

sch+miss

schmiss setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmiss‑ als Erstglied (15 von 15)

Schmissel

RhWB

sch·missel

Schmissel -es-, –ezs-, –ęis-, –ē-, –øzs-, –øys-, –-, Pl. -ələ Verbr. nach Wk. VII 38 in Schleid-Hausen Heimb Hergarten Vlatten , Eusk-Sinze…

schmisseln

RhWB

schmiss·eln

schmisseln -is- Neuss-Dormag schw.: et schmisselt, — es am schm. es fällt Schnee u. Regen zugleich. — Abl.: die Schmissel(er)ei, dat Geschmi…

schmissen

LothWB

sch·missen

schmisse n [šmisə, Ptc. gešmes Sgd. Lix. ; šméïsən, Ptc. gəšmas D. Si. ] tr. v. schmeißen: schmiss es eweck! — els. 2, 488 schmisse, schmeis…

schmissen I

RhWB

schmissen I -es- Malm-Vith , Neuw-Rheinbrohl schw.: einen schm., mit der Rute schlagen. — Abl.: die Schmesserei, dat Geschmess.

schmissen II

RhWB

schmissen II -īs- = schmeissen II (s. d.).

schmissig

DWB

schmissig , adj. in der studentensprache schmissiges gesicht, ein gesicht voller duellnarben, s. schmisz . Schm. 2, 559 bezeugt schmissig, s…

Schmisskeulereien

RhWB

Schmiss-keulereien -is- ky·l.ərę·i.ən Malm-Bülling Pl. t.: verächtl. böswillige Handlungen, Hindernisse.

Schmisskorde

RhWB

schmiss·korde

Schmiss-korde -esk·ə.nt Bo ; -ǫusk·ə.t Ahrw-Rech f.: Schlagkordel der Peitsche.

Schmissseite

RhWB

schmiss·seite

Schmiss-seite (s. S.) ebd. f.: die Wind u. Wetter ausgesetzte Schlagseite eines Gebäudes.

Ableitungen von schmiss (4 von 4)

beschmissen

DWB

beschmissen , maculare, eine seltne, aber zulässige nebenform von beschmitzen, mhd. besmiʒʒen, part. besmiʒʒet: noch sind, hilf groszer gott…

Geschmisse

RhWB

Ge-schmisse -šmes (usf.) Sg. t. n.: verächtl. 1. wertlose Abfälle, Reste in Haus, Hof u. Scheune, Gerümpel Prüm-Ihren , Sieg-Süchterschd . —…

Schmisse

ElsWB

Schmiss e [ʿSmìs Str. ] m. Pl. Schläge. Pfm. II 5. s. Buffer. ‘Du bli'sch m'r awwer d'heim, sunsch gitt's Schmiss’ Schk. 395. Rœsch. — Bayer…

zerschmissen

GWB

zerschmissen [bisher nicht publizierter Wortartikel]