Schmier I
das auf
ahd. smëro zurückgehende Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk
-Er, –ēr; –ēă- [Siegld-Unglinghsn
-īr]; Rip
-E-, –Eər, –ēă-, –īă- [uAhr, Eusk, Rheinb, Köln-Ld, Dür, Jül
-E-, –ə-, bes. für Wagenschmiere, Salbe]; Berg
-Er, –Eă- [Wermelsk
-ei-]; SNfrk
-Er, –Eə-, –ēə-, –īə (letzteres bes. häufig); Klevld
-Er Sg. t.
n. u.
m. (oft im selben Orte gleichzeitig) [
n.,
f. Birkf, Bergh-Hüchelhv;
f. »Schmierfett, –öl« Sol
s. Schmiere f.]: 1. wie
nhd. a. Stoff zum Einschmieren. α. Tran oder eine Mischung von Tr. u. Fett, zum Einfetten der Schuhe,
Schohns-, Stivvelschm. Rip, Allg. RA.:
Et es ken Ledder su hart, et net (nimmt)
Schm. an man kann jeden bestechen Neuw-Lorschd, Wippf-Engeld;
et es kenne Stevvel esu stif, ... Bo-Liessem. — β. Öl, Teer, zum Einfetten der Wagenteile,
Kare-, Wage-, Asse- (Achsen-),
Maschineschm. Rip, Allg. RA.:
En got Frau es et Schm. am Wage Waldbr-Morsb. — γ. Salbe, zum Einreiben u. Überstreichen, von Wunden, Geschwüren;
der Dokter het em en got Schm. verschrövven Sieg-Leuschd, Allg.;
ongesalze Schm. Schweineschmalz, zu Salbzwecken in einem kleinern Gefäss aufbewahrt Grevbr;
dorchzieənd Schm. durchziehende S.
gegen Gicht Trier-Mehring. — δ. alles, was aufs Brot gestrichen wird, Butter, weicher Käse, Fett, Obstkraut,
en Botter-, Käs-, Schmalz-, Krockschm. (Kraut-), auch frisches Obstmus,
Appel-, Birre-, Prommeschm. Rip, Nfrk;
Schworzschm. Rübenkraut Zell, Koch (Rhfrk, Mosfrk
Schmiere f.). RA.:
Het is eine kahle Böl (arme Wirtschaft),
doə gef het driərlei Schm. op de Bodderramme: Schrop (Sirup),
Sipnat (Obstkraut)
en Seim (Obstsaft) Selfk.
Et os ken beister Schm. als alt Botter, sat der Köəhler, do krog (kriegte)
he de letzte Ölung Schleid-Reifferschd.
Öm de Welle van de Schm. leckt de Katt (Katze)
de Kande (Kanten)
leər aus unlautern Gründen wird oft eine Sache gemacht Geld-Schravelen. — b. Schmutz, etwa an Gliedmassen u. Kleiderteilen anhaftender, klebriger Schm., steifbreiige Masse, Augenschleim, Schlamm im Teiche, auf aufgeweichten Wegen usf. RA.:
Dat es e Schm. ein unordentliches Durcheinander Trier-Mettnich.
Morgenrot brengt Schm. on Kot Dinsl.
Br. Allerhellege eine Weinter, br. Märte (Martin)
eine Schm. Eup.
He hät en Schm. op de Maue (Ärmeln),
mer könnt en Pott Mure (Möhren)
dermet kouche (kochen) Bergh-Heppend.
Sich bei ümmes in de Schm. legge sich einschmeicheln, einnisten MülhRuhr, NBerg.
Hej kleft (klebt)
för (van) Schm. Klevld, Allg.;
de blenk von Schm. wie enen Ol (Aal) Kemp-Vorst. A.:
Wer? B. (ausweichend):
De ale Schm., köt von Kölle (Köln)
bös her, — de henne steiht on kick (schaut)
besher, — der van K. sitt bös her Ahr, Eusk, Bo, Köln. — Rohes Schweinefett Wend-Leitzw Reichenb; weiches Bauchfleisch des geschlachteten Schweines Grevbr-Wickr;
Schm. en der Luf Höhenrauch Monsch-Konzem. — 2. übertr. a. sachl. α. feinerdige Braunkohle Köln-Brühl. — β. verächtl. αα. Schmirgel Sol. — ββ. schlechte, geschmierte Schrift;
den Schm. wellste afschecken, den kann jo ken Sau lesen Sieg, Allg. — γγ. Bestechungsgeld, auch
Handschm. Rip, MGladb;
preussische Schm. MüEif. — δδ. teure Geschichte, teurer Spass;
dat göft ow äwel ennen düren (gujen) Schm. Klev, Nfrk, Rip (Hunsr
Schmiere f.);
de arme Kerl stok (stach)
em Schm. in einer schlimmen Lage NBerg. — εε. unliebsame Geschichte, Kram, Kohlen, verlorenes Spiel;
der hät et (den) ganze Schm. an de Botz (Hose)
kreg; de gonze Schm. ös nüs wert; he hät senge ganze Schm. verkof Sieg;
e alt Schm. alte, längst bekannte Geschichte Meis-Otzw. — ζζ. Hiebe, Prügel;
Schm. kriegen Kref, Geld-Twisteden, Mörs-Orsoy, Klev, Rees, abseits Mettm-Langenbg, Gummb-Nümbrecht, Sieg-Leuschd, Köln-Stdt. — b. persönl. α. verächtl.
-Eărkən, Pl.
-kəs n. schmutziges Weib Barm. — β.
-r Schreckgestalt Schleid-Hüngersd.