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schlickern

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
3 in 3 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlickern verb.

Bd. 15, Sp. 678
schlickern, verb. in der volkssprache, besonders der md. und nd. gegenden, viel gebräuchlich. 11) schlamm ansetzen, im flieszen stocken, von einem wasserlaufe, vgl. schlicken 2; dann von der milch, gerinnen, käsig werden, daher geschlickerte milch, schlickermilch Campe (doch s. oben unter schlickermilch); gestehen, gerinnen, schlickeren, consistere, condensari, coagulari Henisch 1574, 24. 22) glatt, schlüpfrig sein, durchschlüpfen in folge solcher eigenschaft, wie glatte aale. brem. wb. 4, 829. Schütze 4, 121; vergl. schlickerig glatt, schlüpfrig. 33) schlickern ist einer der vielen landschaftlichen ausdrücke, die das gleiten auf der eisbahn, wie sie von kindern hergestellt wird, bezeichnen. schlickern oder sich schlickern ist in thüringischen gegenden und am Harz üblich Jecht 95a. Klein prov.-wb. 2, 121. vgl.: auf dem eise zu schlieken oder glitschen (Duisburg, ältere sprache) Jahns jahrb. f. phil. 1865, 2. abth. 489 anm. über andere ausdrücke vgl. Jecht a. a. o. Frommanns zeitschr. 6, 342 und oben theil 5, sp. 247. schlickern und schlicker, f., eisgleitbahn scheinen mit niederd. slîken, in ältester bedeutung 'gleiten' (s. schleichen I, 1 sp. 562) zusammenzuhängen, zugleich werden die wörter auf schlick, schmutz bezogen, denn eine solche schlicker wird von den kindern besonders an viel begangenen und deshalb oft aufthauenden und glatt werdenden stellen der straszen angelegt. nd. slikkern, 'auf handschlitten sich über den gefrorenen und beschneiten dreck gleiten lassen' Frommanns zeitschrift 5, 293. 44) man sagt es schlickert oder das wetter schlickert, wenn es zugleich schneit und regnet Schm. 2, 504. Schambach 195a. Weinhold 84a, vgl. schlackern sp. 261; de fôtstîg slickert, ist von regen und schnee glatt Danneil 195b. 55) zur bezeichnung einer schlenkernden, schleudernden, schüttelnden bewegung, transitiv und intransitiv, in mannigfacher anwendung: hin und her schwanken wie schlamm Weinhold 84a; schwanken einer gallertartigen masse Frommanns zeitschr. 3, 133; schaukelnd hin und her baumeln Frischbier 2, 286a; schlaff und schwankend sich bewegen Schm. 2, 504; hände und füsze beim gehen von sich werfen Schmidt 190. Kehrein 352. flüssiges oder halbflüssiges verschütten, von sich schütteln: wasser schlickern, fortspritzen Vilmar 352; schles. verschlickern, verschütten Weinhold 84b (übertragen: verschlickern, vergeuden Pfister 254); besonders, beim gehen kot um sich spritzen und dadurch sich oder andere beschmutzen: sich beschlickern, sich auf diese weise beschmutzen; aber auch vom kinde, das sich beim essen beschmutzt: voll dreck geschlickert werden Vilmar 352, vgl. Schmidt 190. Pfister 254. Kehrein 352. Kleemann 19a. Schambach 194b. Woeste 240b. dann überhaupt schleudern, fortschleudern, fortschlenkern, abschütteln Schmidt 190. Vilmar 352. Kehrein 352. Schambach 195a. Woeste 240b. 66) nd. slikkern, schlecken, naschen, verslikkern, vernaschen brem. wb. 4, 830. ten Doornkaat Koolman 3, 200a. se slickerten manchmaol mit enns den ganzen eierkôk'n upp. Danneil 195b; schlickern, ab und zu einen schluck nehmen Frischbier 2, 286b. vgl. nld. slickeren, sorbere, absorbere Kilian, Schiller-Lübben 4, 238b unter slicken, auch oben schlicken 1.
3253 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlickernv., ntr

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Schlickern , v. ntr . mit haben und sein , das Veröfterungswort von schlicken , in dessen Bedeutung es 1) gebraucht wird…

  2. modern
    Dialekt
    schlickern

    Rheinisches Wb.

    schlickern das Wort, mit dem das ablautende schlockern zu vergleichen ist, setzt im Mosfrk im mosfrk. Teil von Goar (n. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlickern

2 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von schlickern 2 Komponenten

schlick+ern

schlickern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von schlickern (2 von 2)

beschlickern

RhWB

be-schlickern: etwas, einen, sich b., mit Schmutz bespritzen Allg. RA.: Er hät de Schess (Schiesse) beschleckert ist bezecht Altk-Bachenbg .

Verschlickern

Campe

† Verschlickern , v. trs . 1) Eine schlickernde Flüssigkeit vergießen, überlaufen lassen. 2) Durch Schlickern, schlickernd verzehren. S. Sch…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schlickern". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schlickern/dwb?formid=S11630
MLA
Cotta, Marcel. „schlickern". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schlickern/dwb?formid=S11630. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schlickern". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schlickern/dwb?formid=S11630.
BibTeX
@misc{lautwandel_schlickern_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schlickern"},
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