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Schleyer

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schleyer

Bd. 3, Sp. 1527
Der Schleyer, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Eigentlich, eine Art der Tracht, besonders des andern Geschlechtes, welche aus einem locker gewebten Zeuge bestehet, welcher auf mancherley Act über den Kopf geschlagen wird, entweder das Gesicht allein, oder auch den Oberleib, ja oft den ganzen Leib zu verhüllen. In den Morgenländern ist der Schleyer eine gewöhnliche Tracht des andern Geschlechtes, in den Abendländern ist er sehr aus dem Gebrauche gekommen, und nur noch in einigen Fällen, besonders bey einer tiefen Trauer üblich, wo aber der Nahme im gemeinen Leben schon ungangbar zu werden anfängt, indem man einen solchen Trauerschleyer häufig einen Flor nennet. Dich rufen junge Wittwen an, im hochbetrübten Schleyer, Raml. Figürlich, dasjenige, was uns eine Sache verbirgt. Der Wahrheit den Schleyer entreißen. 2) Ein lockeres und leichtes Gewebe, aus klarem Garne, durch welches man sehen kann; vielleicht weil es ehedem am häufigsten zu Schleyern gebraucht worden, und wovon man so wohl Schleyerflor, als Schleyerleinwand hat. Anm. Im Nieders. Slijer, Sligger, im Schwed. Sloya, im Böhm. Sslogjr. Die letzte Sylbe ist die Ableitungssylbe -er, welche ein Werkzeug, ein Subject bedeutet. Die erste Sylbe scheinet die Bedeutung des Bedeckens, des Verhüllens, zu haben, und würde alsdann zu schlagen gehören, welches unter seinen vielen Bedeutungen auch diese gar wohl verstattet, wie unter andern aus der Bedeutung des hohlen Raumes in Schlauch, Schlucht u. s. f. erhellet. (S. auch Schleyern 2.) Indessen kann auch die lockere, herab hangende, schlaffe Beschaffenheit des Schleyers der Grund seiner Benennung seyn, (S. Schlackig.) In einigen Ober- und Niederdeutschen Gegenden heißt der Schleyer Weiler, Nieders. Feyle, welches zu dem Lat. Velum und unserm Fell gehöret.
1777 Zeichen · 26 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schleyer

    Adelung (1793–1801)

    Der Schleyer , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Eigentlich, eine Art der Tracht, besonders des andern Geschlechtes, welche…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schleyer

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schleyer , Johann Martin , s. Volapük .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schleyer

5 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schleyer

schley + -er

schleyer leitet sich vom Lemma schley ab mit Suffix -er.

schleyer‑ als Erstglied (5 von 5)

Schleyereule

Adelung

schleyer·eule

Die Schleyereule , plur. die -n, ein Nahme der gemeinen Kircheule, weil sie einen sehr merklichen weißen Strich um die Augen in Gestalt eine…

Schleyerfrau

Adelung

schleyer·frau

Die Schleyerfrau , plur. die -en, an denjenigen Orten, wo die Schleyer noch häufiger getragen werden, eine Art Putzmacherinnen, welche die S…

Schleyerkappe

Adelung

schleyer·kappe

Die Schleyerkappe , plur. die -n, eine Kappe des andern Geschlechtes, welche das ganze Gesicht, wie ein Schleyer verhüllet. Auch wohl eine K…

Schleyerlêhen

Adelung

schleyer·lehen

Das Schleyerlêhen , des -s, plur. ut nom. sing. ein Lehen, welches auch auf den Schleyer, d. i. das weibliche Geschlecht, fällt; das Kunkell…

Schleyermeise

Adelung

schleyer·meise

Die Schleyermeise , plur. die -n, eine Art Meisen mit einer weißen Platte auf dem Kopfe in Gestalt eines Schleyers; vielleicht eben die, wel…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schleyer". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schleyer/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „schleyer". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schleyer/adelung. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schleyer". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schleyer/adelung.
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