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schillern

mnd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 10 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schillern verb.

Bd. 15, Sp. 148
schillern, verb. , intensivbildung zu schielen. zuerst belegt aus dem ende des 15. jh. als schilhern, übersetzung von luscus (esse): ob etlicher schlecht das aug seines knechtes oder die diern, und macht sye schilheren, er lasz sy frey umb das auge das er hat ausz gebrochen. bibel von 1483 43a (2 Mos. 21, 26, vulg.: si percusserit quispiam oculum servi sui aut ancillae, et luscos eos fecerit, bei Luther: wenn jemand seinen knecht oder seine magd in ein auge schlegt und verderbts). Schottel 1398 bietet schilen, schileren, schilchen, torve aspicere, regarder louche. aus späterer zeit läszt sich schillern nur in der bedeutung 'in verschiedenen farben spielen, die farbe wechseln' nachweisen (vgl. schielen 4, oben sp. 14), die dann auch in die verwandte 'flimmern' übergeht. Spiesz 211. Danneil 185a. Adelung erwähnt das wort als eine 'den gemeinen sprecharten' angehörige nebenform zu schielen in der bezeichneten anwendung. 11) im eigentlichen sinne, zunächst wol in gewerblicher sprache und auf dasselbe bezogen wie schiller (s. dieses): ein schillernder zeug, schillernder taffet. Campe. schillern, changiren, eine eigenthümlichkeit gewebter seidenzeuge, deren kettenfäden eine andere farbe als die schuszfäden haben. Karmarsch-Heeren3 7, 672. der wein, dessen farbe zwischen weisz und rot schwankt, schillert. Schöpf 609. dann allgemeiner: alle diejenigen steinarten, welche wir schillernde nennen, schlieszen sich hier gleichfalls an. Göthe 55, 59; der länder-breite frühling zog mit seiner herrlichkeit — mit seinem gesunkenen lauen monde — mit seinem schillernden Venusstern — mit seiner erhabenen mitternachtröthe — mit seinen himmlischen nachtigallen vor fünf menschen vorüber. J. Paul unsichtb. loge 3, 106; Victor konnte sich aus den laufgräben langer thäler, aus wälderfinsternissen und aus dem schillernden nebel der wiesen nicht eher erheben als in der mitternachtstunde. Hesp. 3, 137; hab' ich denn wirklich Maienthal und Julius und alle geliebte gesehen oder ist nur auf einer vor dem monde schillernden wolke ein zerflossenes schattenspiel vorüber geronnen? 144; der himmeläther schien über die steinernen gassen hoch wegzuflattern, um im hellen, offnen lilar sich tief in alle gipfel und spitzen einzusenken und blau wie pfauengefieder aus den zweigen zu schillern. Tit. 3, 71; als unsere kleine kugel (die Montgolfiere) zu den schillernden auen und hellern tönen zurückgezogen wurde. Kampanerthal 78. schillernde farben, im bildlichen ausdruck: ein mensch, der euch alle seine schillernden farben seines herzens mit offenheit aufdeckt, verliert dadurch den ruhm der offenheit. Hesp. 3, 126. 22) übertragen: (von einem gedicht) das ganze ist poetisch nicht klar, sondern es schillert gleichsam nur so. Tieck 15, 232; durch diesen gesucht nachlässigen, schillernden, flunkernden stil suchte er (Heine) seinen lesern alles, gleichviel was, mundgerecht zu machen. Treitschke d. geschichte 4, 423; da standen denn in seltsamem durcheinander tiefe gedanken und herzliche worte der bewunderung für echte männergrösze, aber leider auch schillernder unsinn, hysterische stoszseufzer und leere wortspiele. 428.
3158 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schillernN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    schillern , N. Vw.: s. schēlert (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schillernv., ntr

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Schillern , v. ntr . mit haben , mit verschiedenen Farben spielen, verschiedene Farben zeigen, je nachdem das Licht vers…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schillern

    Goethe-Wörterbuch

    schillern mehrf PartPräs, einmal subst Inf changieren a opt: je nach Lichteinfall versch Farben aufweisen; in naturwiss …

  4. modern
    Dialekt
    schillernschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schillern schw. : 1. = schielen 1, schillre [ FR-N'lein ]. — 2. 'in wechselnden Farben glänzen', vom Gefieder, vom Wein …

  5. Spezial
    schillern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schil|lern vb.intr. slominé (-na), se stramudé (stramüda). ▬ der Stoff schillert in Grün und Blau la peza se stramüda te…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schillern

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schillern 2 Komponenten

schill+ern

schillern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von schillern (1 von 1)

erschillern

DWB

erschillern , vario eolore micare: die wiese erschillert in buntem grün.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schillern". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schillern/dwb?formid=S08833
MLA
Cotta, Marcel. „schillern". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schillern/dwb?formid=S08833. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schillern". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schillern/dwb?formid=S08833.
BibTeX
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