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saphir

mhd. bis Lex. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

saphir m.

Bd. 14, Sp. 1794
saphir, m. ein schöner blauer edelstein, daneben sapphir, saphier, sapphier. die schreibung mit doppeltem p, der aussprache entgegen, hat man in neuerer zeit dem lat. sapphirus, griech. σάπφειρος zu liebe aufgebracht; mhd. saffîr, saphîr, daneben auch eine schwache form saphîre, saffîre. name und stein stammen aus dem orient: die saphir, die von orient koment, die sint die pesten und allermaist die oben weiʒloteu wölkel habent und dicker varb sint. Megenberg 458, 14. 11) die farbe des saphirs wird dem blau des himmels gleichgestellt: unter seinen (gottes) füssen war es, wie ein schöner saphir, und wie die gestalt des himels, wens klar ist. 2 Mos. 24, 10; der safîr ist gefar recht als der lûter himel klâr. Heinrich v. Mügeln in Volmars steinbuch herausg. von Lambel s. 129; und ist der himel rehte gar nâch dem saphîr gevar. steinbuch 64. zur bezeichnung einer schönen blauen farbe: daʒ ober teil (des schildes) daʒ was gemâl reht als ein lieht saphîre plâ. Ulrich von Lichtenstein 171, 7. daher bildlich von schönen blauen augen: und jhre zween augstern seind funckelnde saphir. Weckherlin 703 (geschmacklos deines munds saphir 715); saphire sind die augen dein, die lieblichen, die süszen. H. Heine 1, 120 Elster. seine seltenheit, schöne farbe und magischen kräfte (s. unter 2) machen ihn kostbar: die frouwe hiʒ ouch dragen dar irme jungen dochterline laden unde schrine geworcht von helfenbeine dar inne guot gesteine, smaragden, jachande, robine unde diamande, saphire unde ander steine gnuoc. Elisabeth 519. man faszt ihn in gold, verwendet ihn im geschmeide, an kostbaren gewändern, diademen, kronen: sie zieret baʒ dann saphir in dem golde. jüng. Titurel 1884; man sach ir goldes eine snuor zeinem schapel ûfe ligen ... saphîre wâren dran geleit in wünneclichem schîne. Engelhard 3020 (vergl. Tristan und Isolt 276, 8 ff.); dar kômen die dâ hâten besloʒʒen krône und gewant ... manec saphîr und ballas und rubîn dar an lac. gute frau 2502. in der schilderung märchenhafter pracht erzählt die dichtung von saphiren wunderbarer grösze und schönheit: zwei dûsint grâde (einer treppe), dî wâren mit râde von saphîre gemachet. Lamprecht Alexander 5433; als deckel eines sarges: ûf den sark wart geleit ein saphîr lâzûrvar. Wigalois 211, 17; von einem kostbaren becher: ein kopf ûʒ eim sapfîre stuont vor im unde ein adamas. Partenopier und Meliur 1028; Saladin besitzt einen tisch, der was ain safir grôʒ, daʒ nie man vand seinen genôʒ. ges. abent. 2, 647, 11. der gralstempel im jüngeren Titurel ist in nachahmung des gestirnten himmels mit einem saphirgewölbe überdeckt, das mit karfunkeln besetzt ist: über al daʒ gewelbe obenemit saphîr was geblæwet der heilikeit zuo lobene,mit keinem andern stein niht understrewet, wan lûter lieht gestirnet mit karfunkel. graltempel 46 Zarncke. [] in der schilderung eines feenpalastes: die treppen waren aus agat, die weiten flügelthüren, durch die man in den pallast trat, aus blitzenden sapphiren. Hölty 25 Halm. die kostbarkeit des edelsteins zeigt sich in vergleichen: er (der sänger) gêt an der wirde vor smaragden und saphîren. Konrad v. Würzburg lieder 32, 296; de zârten vrûwen reine de prîse ek vôr eddele steine: sophir, smaragdus unde robîn. Vrûwenlof 73. 22) wunderbar sind die kräfte des saphirs: der stain behelt den leip und diu glider ganz in irr narung von nâtûr, diu ze latein vegetatio haiʒt, und senftigt die inwendigen prünst und verstellt den swaiʒ und benimt der augen und der stirn smerzen und hailt auch der zungen siehtum und gesetzt swulst und hailt auch swern und schäuht den grausamen siehtum, der das antlütz negt und haiʒt ze latein noli me tangere. Megenberg 457, 26. er hilft aus not und gefangenschaft: und swie er (jemand) wære gevangen, nimt er den stein in den munt, er wirt ledec in kurzer stunt und enwirt niht unrehtes gezigen. Volmar steinbuch v. 148 Lambel; er macht lieb und hold bei den leuten: wer saphyrum pei im trait, der hat der läut huld stät berait. chain falschait mag im geschaden nicht, wenn er ist lieb in aller pflicht. niemant mag im frid versagen, in mag auch niemant uberchlagen. er wiert chüen in frischen muet. im stent zue ere und grosses guet. ebenda s. 114; der stain ist auch guot wider untrew, wider haʒ und wider erschrecken, und ist gnædich zuo frid. Megenberg 458, 2. wer die kräfte des steins erfahren will, musz ihn mit keuschheit tragen: in eim rôtguldîn vingerlîn sol man in kiuschlichen tragen. steinbuch v. 138; noch ensol bî keime wîbe ligen swem der stein wonet bî, als liep im der lîp sî. 152. der saphir gilt daher als symbol innerer reinheit: dô got in dînes herzen fach den safîr dîner kûsche sach, dô nam sîns zornes ouge rast. Heinrich v. Mügeln in Volmars steinbuch herausg. von Lambel s. 129. gott, der in der bibel auf saphir thronend erscheint (Hes. 1, 26, vgl. Volmar steinbuch v. 61), hat sein gesetz in saphir eingegraben (diese annahme beruht auf jüdischer erklärung von exod. 24, 10, s. Zarnckes anm. zur folgenden stelle in 'der graltempel'), der daher selbst eine reinigende kraft besitzt: got selb in eim saphîreMôysi mit schrift was gebende aller sunden fîre,swer nach der selben lêre noch wær lebende. graltempel 21 Zarncke; safîrus hât die edledaʒ er des menschen sünde tilget ab der zedele. 19. eine andere ausdeutung knüpft an Jes. 54, 11 (ecce, ego sternam per ordinem lapides tuos, et fundabo te in saphiris) an: der saphir, der dem lautern himel geleicht und der ainen prinnenden schein von im gibt, wenn sich der sunnen schein auf im widersleht, der bedäut die hoffenung, dâ mit wir gezukt werden in die êwigen fräud .. und dar umb spricht got durch des weissagen munt, der Isaias haiʒt, zuo dem menschen, den er maint 'ich wil dich gruntvesten auf saphir', daʒ ist auf hoffenung. Megenberg 458. er nennt die heil. jungfrau tu saphirus spei, denn: ich waiʒ kain sicherr zuofluht in allen ängsten und in nœten, wenn der obrist rihtær nu rihten schol über leib und über sêl, wan den gar edeln saphir, die muoter der parmherzichait, Mariam. ebenda.
6047 Zeichen · 91 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SAPHÎRstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    SAPHÎR stm. saphir, der edelstein. ein saphîr vil heiter der behuot sie vor eiter und gap ir vil kiuschen muot krone 102…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    saphirSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    saphir , Sb. Vw.: s. saffīr L.: Lü 316a (saphîr)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SaphirDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Saphir oder

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Saphir

    Goethe-Wörterbuch

    Saphir meist ‘Sapphir’ Edelstein, blaue Varietät des Korund a als Mineral; einmal in antiker Vorstellung im Zshg mit den…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Saphir

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Saphir , Moritz Gottlieb, ein als Witzmacher bekannter Literat, geb. 1794 zu Pesth, jüdischer Herkunft, mußte 1825 wegen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saphir

23 Bildungen · 20 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von saphir 2 Komponenten

sap+hir

saphir setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

saphir‑ als Erstglied (20 von 20)

saphîrblâ

Lexer

saphir·bla

saphîr-blâ adj. blau wie saphir. der gewant was ouch al dâ wol gestalt, safirplâ Ls. 3. 589,368. frou Stête treit saffirblô Altsw. 29,30.

saphirblau

DWB

saphir·blau

saphirblau , adj. und subst. blau wie saphir, das blau des saphirs: frou Stete treit saffir blo. Altswert 29, 30 .

saphîrec

Lexer

saphîrec adj. BMZ dasselbe. saffîrig blâ von Orient Kirchb. 795,6.

saphiren

DWB

sap·hiren

saphiren , saphirn , adj. aus saphir bestehend, freier, an farbe dem saphir gleich: zu den saphirnen zimmern, wo aller götter thron und taus…

Saphirfels

GWB

saphir·fels

Saphirfels für: (im Ural vorkommende) saphirblaue bzw lasurfarbene Gesteinsart, Sodalith; mBez auf einen Reisebericht AvHumboldts 1) Zeitung…

saphirflusz

DWB

saphir·flusz

saphirflusz , m. , auch saphirkrystall, unächter saphir ein dem saphir ähnliches bergkrystall. Jacobsson 7, 168 a .

saphîrînvar

Lexer

saphir·invar

saphîrîn-var adj. dasselbe. ir ougen kreiʒ der was vil gar jaccinctîn und saphyrînvar W. v. Rh. 25,45. safîrn var Such. 24,114.

saphirisch

DWB

saphir·isch

saphirisch , adj. saphirfarben: die pfâwen habent saphirisch prüst und häls, daʒ ist stæter gelaub und stæteu werk. Megenberg 214, 5 .

saphîrlîn

Lexer

saphir·lin

saphîrlîn stn. dem. zu saphîr. zwei saffirlîn Mone z. 22,373 ( 1429 ).

saphirīn

KöblerMhd

saphirīn , Adj. nhd. aus Saphir hergestellt, Saphir... Hw.: vgl. mnl. saffierijn Q.: WvÖst (1314) (FB saphirīn) E.: s. saphīr W.: nhd. saphi…

saphir als Zweitglied (3 von 3)

sternsaphir

DWB

stern·saphir

sternsaphir , m. : kleine rubine und die blauen stücke mit sechsstrahligem lichtschein (sternsaphir) schleift man rundlich Oken naturgesch. …

wassersaphir

DWB

wasser·saphir

wassersaphir , m. 1) blaszblauer oder wasserheller saphir Jacobsson 3, 512 b . K. E. Kluge handb. der edelsteinkunde (1860) 273. 2 ) blaszbl…