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sachse

mhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sachse m.

Bd. 14, Sp. 1604
sachse, m., ahd. Sahso Graff 6, 91, ags. Seaxa, altn. Saxi, ursprünglich name des groszen volksstammes im norden Deutschlands; der name wird mit sahs, n. kurzschwert in verbindung gesetzt, das dann als charakteristische waffe des stammes erschiene. gramm. 2, 267. 518. finnisch Saksa bezeichnet den Deutschen überhaupt, und noch allgemeiner den ausländer. Thomsen 169. mnd. Sasse. im Sachsenspiegel wird die herkunft der Sachsen von den kriegern Alexanders des groszen gerühmt: unse vorderen die her to lande quamen unde die Doringe verdreven, die hadden in Allexanderes here gewesen, mit erer helpe hadde he bedvungen al Asiam. Sachsensp. 3, 44, 2. den anderen deutschen stämmen erscheinen im mittelalter die Sachsen als besonders kühn und kriegerisch geartet (Martin zu Gudrun 366, 4. Wackernagel in Haupts zeitschr. 6, 254 ff.): die Saxen sind von natur das fraysamest kältest volck under allen Teutschen. S. Franck chronica der Teutschen (1534) 73a; want er di chunen Sachsen bedwanc. Rolandslied 184, 21; den sic gedâht erwerbender helt von Niderlant an den küenen Sahsen. Nib. 213, 3; ich bin iu, herre, daʒ ist wâr, ze strîte niht gewahsen. iwern schilt und iuwern helm sô klâr den füerent hin zen Sahsen. dâ zerbrechent iuwer sper. Goldemar 9, 10. sie heiszen hart, steinhart (unter einflusz von lat. saxum): die Sachsen dise steynine völcker. S. Franck weltb. (1542) 58b; Saxen ausz felssen eittel weiber worden. chron. d. Teutschen 119a; we daʒ her (wie dasz er) bekerte dhe harten Saxen mit dhem swerte. deutsche chron. 2, 2, 461, 212; du ervachte di stainherten Sachsen. Rolandslied 258, 28. besonders bezeichnend ist der ausdruck wilder Sachse: sô wolte ich in niht mêregetrouwen danne einem wilden Sahsen. Gudr. 1503, 4. daher sagt Helmbrecht zu seinem vater: hinnen für nâch mînem muote wil ich selbe wahsen. vater, einen Sahsen züget ir lîhter danne mich. meier Helmbrecht 422. charakteristisch für den scharfen gegensatz sächsischer gegen oberd. art, wie er noch im 16. jahrh. empfunden wurde, ist folgende schilderung: knobloch, speck, butter, saltz, also rohe, ist jr (der Sachsen) speise. sy haben ein eygne zung und gstalt, nach des himmels eynflusz. die müttern keuwen dise erstgemelte speisz jren kindern eyn, das ist jr milch, muosz und brey, kochen selten, das holtz mögen sy nit wol bekummen, die heuser seind schlecht, von kadt gmacht, schier wie in Ungern, das volck offt reich, aber das nicht grosses prachts noch sunders wollusts achtet. der wein ist theur und seltzam bey jnen, aber solche biersauffer seind es, dasz man jnen etwan mit kanten nit gnuog zuotragen mag, setzen zu zeytten ein melckgelten auff den tisch, voll biers, dreyn ein schüssel, wer durst hat der trinckt, ja sy sauffen eynander darausz zuo. disz bier ist seer guot, keyn kuow soltz sein sovil trincken, als diser säw eine, schier ungleüblich zusagen, trincken tag unnd nacht, bisz sy voll und wider nüchter werden, der im sauffen jr aller meister ist, der hat nit allein lob, sunder lohn, und ein krantz darvon, wer nit mit saufft, der pack sich. S. Franck weltb. 58b. mit den veränderten politischen verhältnissen verschwindet Sachse als stammname und bezeichnet in neuer zeit einen einwohner des königreiches Sachsen.
3249 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    Sachse

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    sachs , Sachse s. sahs, s. Sahse.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SachseDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Sachse , N. D. Sasse, — n, Mz. — n , der Name eines Deutschen Volksstammes, welcher im nördlichen Deutschland, beson…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sachse

    Goethe-Wörterbuch

    Sachse meist identifizierend; hier nicht gebucht pl für Angehörige eines germanischen Volksstamms; als literar Figuren i…

  4. modern
    Dialekt
    Sachse

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Sachse sags, –ks, Pl. -sə(n) m.: 1. wie nhd. einer aus Sachsen. — 2. übertr. a. persönl. α. Pl. herumziehende Musikanten…

  5. Sprichwörter
    Sachse

    Wander (Sprichwörter)

    Sachse 1. Der Sacks hat de Jude bedruegen. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Schuster, 117 b . Wol ironisch wie: das Huhn hat den…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sachse

43 Bildungen · 41 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

sachse‑ als Erstglied (30 von 41)

Sachsen-Altenburg

Meyers

sachsen·altenburg

Sachsen-Altenburg (hierzu Karte »Sächsische Herzogtümer« ), zum Deutschen Reiche gehöriges Herzogtum, zwischen 50°43´-51° 7 nördl. Br. und 1…

Sachsenbarg

MeckWB

sachsen·barg

Sachsenbarg m. Irrenanstalt bei Schwerin; scheltende Anrede: wenn ick di seih, denn denk ick ümmer, Sachsenbarg hett Urlaub Pa Wulfs ; he sp…

Sachsenberg

Meyers

sachsen·berg

Sachsenberg , 1) Stadt im Fürstentum Waldeck, Kreis des Eisenbergs, 350 m ü. M., hat 2 evang. Kirchen, Holzschneiderei, Ziegelbrennerei, Bie…

Sachsenburg

Meyers

sachsen·burg

Sachsenburg , 1) Dorf im preuß. Regbez. Merseburg, Kreis Eckartsberga, am Einfluß der Wipper in die Unstrut und an der Staatsbahnlinie Erfur…

Sachsenbuße

Meyers

sachsen·busse

Sachsenbuße ( Emenda saxonica ), die Entschädigung, die nach altem sächsischen Rechte derjenige zu fordern berechtigt war, der ungerechterwe…

Sachsenbuße

Herder

sachsen·buße

Sachsenbuße (emenda saxonica) . im altsächs. Rechte Entschädigung für ungerechte Gefangenhaltung, für je 24 St. 40 Groschen C.-M.

Sachsenchronik

Meyers

sachsen·chronik

Sachsenchronik ( Sächsische Weltchronik ), die erste prosaische Chronik in deutscher Sprache, erzählt die Weltgeschichte bis 1248 im Anschlu…

Sachsenfrist

DRW

sachsen·frist

Sachsenfrist, f. nach Sachsenrecht festgesetzte Frist (I 3) was er ... binnen der minderen sachsen-frist zu ... bezahlen schuldig 1644 Fried…

sachsenfürst

DWB

sachsen·fuerst

sachsenfürst , m. : diz ( Wittekind ) was dhe wurzele und daz ursprinc der Saxenvursten. deutsche chron. 2, 2, 464, 394 .

sachsengänger

DWB

sachsen·gaenger

sachsengänger , m. neuerer ausdruck für landarbeiter und -arbeiterinnen, die aus den östlichen gegenden Preuszens zur zeit der ernte nach de…

Sachsengängerei

Meyers

sachsen·gaengerei

Sachsengängerei , die alljährlich im Frühjahr erfolgende Wanderung meist unverehelichter, überwiegend weiblicher (etwa 60 Proz.) Arbeiter de…

Sachsen-Gotha

Meyers

sachsen·gotha

Sachsen-Gotha , ehemaliges Herzogtum der Ernestinischen Linie des Hauses Sachsen. Das Gebiet verblieb in der Wittenberger Kapitulation 1547 …

Sachsenhagen

Meyers

sachsen·hagen

Sachsenhagen , Stadt im preuß. Regbez. Kassel. Kreis Grafschaft Schaumburg, an der Aue, hat eine evang. Kirche, Synagoge, Schloßruine, Dampf…

Sachsen-Koburg-Gotha

Meyers

Sachsen-Koburg-Gotha (s. Karte »Sächsische Herzogtümer« bei S. 388), zum Deutschen Reiche gehörige, unter einem Herrscherhaus vereinigte Her…

sachsenland

DWB

sachsen·land

sachsenland , n. Saxonia, so schon altn. Saxaland und Saxland: mnd. dhes karte her ouch, als ich las, konnich Karl dher gute, mit ellenthaph…

Sachsenmäken

MeckWB

sachsen·maeken

Sachsenmäken n. Mädchen aus Sachsen; Angehörige von Arbeitskolonnen, die zur Schafschur aus Sachsen nach Mecklenburg kamen, vgl. Schap I 4 b…

Sachsen-Meiningen

Meyers

sachsen·meiningen

Sachsen-Meiningen (s. Karte »Sächsische Herzogtümer« bei S. 388), zum Deutschen Reiche gehörendes Herzogtum, zwischen 50°12´-51°9´ nördl. Br…

sachse als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von sachse (1 von 1)

Ursachse

DWB

Ursachse (ur- C 4 c) L. v. François Reckenburgerin 1, 84 .

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APA
Cotta, M. (2026). „sachse". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 8. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sachse/dwb?formid=S00255
MLA
Cotta, Marcel. „sachse". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sachse/dwb?formid=S00255. Abgerufen 8. May 2026.
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Cotta, Marcel. „sachse". lautwandel.de. Zugegriffen 8. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sachse/dwb?formid=S00255.
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