Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Rückgrat
Rückgrat
Grat m. ‘schmaler Bergrücken, Höhenbereich im Bergland’, mhd. mnd. grāt ‘Rückgrat, Bergrücken, Spitze, Stachel, Fischgräte’ (wozu auch nhd. Gräte, s. d.), mnl. graet, nl. graat ‘Gräte’ sind vielleicht wie schwundstufiges russ. (älter) grot (грот) ‘Wurfspieß’, poln. grot, tschech. hrot ‘Spitze’ mit Dentalsuffix im Sinne von ‘Spitzes, Hervorstechendes’ zur Wurzel ie. *gher(ə)- ‘hervorstechen’ (von Pflanzentrieben, Stacheln, Borsten, Erderhebungen, Kanten) gebildet, wobei die germ. Formen hochstufiges und langvokalisches ie. *ghrē-, die slaw. hingegen reduziertes *ghrə- voraussetzen. Zur gleichen Wurzel gehören Granne, Gras, grün (s. d.). – Rückgrat n. ‘Wirbelsäule’, zuerst rucke grat (15. Jh.), Übersetzung (bis ins 18. Jh. nur maskulin) von lat. spīna dorsī, hier wohl eigentlich ‘Erhebung(en) des Rückens’; zu lat. spīna ‘Dorn, Spitze, Stachel, Rückgrat’, bildlich ‘Rücken’; vgl. medizin.-lat. spīna ‘Knochendorn’ (an den Wirbeln).