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rottieren

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
8 in 8 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rottieren verb.

Bd. 14, Sp. 1322
rottieren, verb. mit fremdländischer endung schon im mhd. zu dem lehnwort rotte (s. dieses) gebildet, in rotten, schaaren, abtheilungen ordnen. im älteren nhd. viel gebraucht wie rotten, ist das wort seit dem vorigen jahrhundert in abnahme gekommen. sich rottieren, sich in rotten ordnen: da sie nun aus irer wagenburg kamen und sich rottirten. Livius übersetzt von Schöfferlin (1546) 90a. Schöpf 565. sich rottiren, sich zusammenschaaren: als nun ein groszes sterben in das kayserliche lager kommen, haben sich etliche guthertzige kriegsknecht zusammen rottirt, und allda eine hütte gebauet ausz einem alten schiff, und haben darunter die krancken getragen. Schuppius 76. gewöhnlich entsprechend dem gebrauche von rotte 3, mit übler nebenbedeutung: sich rottieren, auch rottieren allein im sinne von 'sich zu bösen zwecken zusammenrotten', zur verschwörung, zum aufruhr, conjurare, conspirare ... alias rottiren. Stieler 1826: die gesetzwidrige vereinigung des pöbels ist das rottieren. Kant 10, 349; man stekt die köpfe zusammen, rottiert sich zu hauf, ruft hum! spukt ein fremder vorbei. Schiller Fiesco 2, 4; sich drauf die bürgerschaft rottirt, gebrüllt, gewetzt und krieg geführt. Göthe 13, 4. rottieren, zur verschwörung, nachstellung reizen: ein ritter am hof, war Heinricus genant, der den künig aus neid und hasz verreterlich verhetzt, auf Canutum rotiret, ein herren gar von edlem stam. H. Sachs meisterl. 233, 6 Gödeke; partic. rottiert: Magnus, der mörder, in dem walt gewapnet sasz mit der rottirten meuterei, im walt verstecket was. 234, 39. hierzu rottierer, m. conjurans, conspirans, sectarius, haereticus, seditiosus. Stieler 1618. rottierisch, adj. factiosus Frisch 2, 129a. rottierung, f. in entsprechender bedeutung Stieler 1619: dasz alle concilia, so on bewilligung und befelch des papstes gehalten werden, für keine concilia, sondern für conciliabula, das ist, für rottirung und meutereien zu halten seien. Fischart bienenk. (1586) 44a; wie könnte ich eine parthei auf dem deutschen parnasz haben, da hier alles durch cabalen zugeht, und ich hingegen ein feind aller solchen kleinen rottierungen bin. Uz 2, 161; das volk kann alsdenn nicht als gemeines wesen, sondern nur durch rottirung entgegenwirken. Kant 5, 397.
2262 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rottieren

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    rottieren s. rotieren.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rottieren

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Rottieren , verb. reg. act. welches nur als ein Reciprocum im gemeinen Leben für 1 Rotten üblich ist. Sich zusammen rott…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rottieren

    Goethe-Wörterbuch

    rottieren refl; -ir- pejor: sich (zum Aufruhr) zusammenrotten wie schöne pflanzt sich ein|Das Völklein dort im Schattenh…

  4. modern
    Dialekt
    rottieren

    Schweizerisches Idiotikon

    rottieren Band 6, Spalte 1792 rottieren 6,1792

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rottieren

3 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von rottieren 2 Komponenten

rotti+eren

rottieren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rottieren als Zweitglied (2 von 2)

Ableitungen von rottieren (1 von 1)

gerottieren

KöblerMhd

gerottieren , sw. V. Vw.: s. gerotieren*