Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Romanze f.
Romanze f.
Romanze f. ‘balladenähnliche, in einfachem Volksliedton abgefaßte episch-lyrische Verserzählung’ wird Mitte des 18. Jhs. (mit der durch Gleim vermittelten Kenntnis dieser Gattung) aus gleichbed. frz. romance übernommen; dessen jüngere Bedeutung ‘schlichtes und gefühlvolles strophisches Gesangsstück, Liebeslied’ ist seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. im Dt. geläufig. Mfrz. frz. romance bezeichnet zunächst die in Spanien durch Verkürzung der alten Epen entstandenen strophischen Heldenlieder und ist in diesem Sinne entlehnt aus gleichbed. span. romance (älter auch romanz), ursprünglich ‘erzählende Dichtung in der Volkssprache’. Der span. Ausdruck folgt wahrscheinlich afrz. romanz, aprov. romans ‘Erzählung in der Volkssprache Nord- bzw. Südfrankreichs’, kann aber auch unmittelbar auf span. romance ‘Volkssprache Kastiliens, romanische Sprache’ (wie afrz. romanz aus vlat. *Rōmānicē ‘in der Volkssprache’) beruhen (s. Roman). Romanze heißen ferner seit Ende des 18. Jhs. ausdrucksvolle, melodische Stücke für Instrumentalmusik. In jüngster Zeit (Mitte 20. Jh.) entwickelt sich die metaphorische Verwendung ‘romantische (d. i. gefühlvolle, schwärmerische) Liebesepisode’. Frühe dt. Belege des ausgehenden 17. Jhs. für Romanzen ‘epische Dichtungen, Romane’ erklären sich aus gesonderter Entlehnung, wohl von ital. romanzo ‘Epos, Erzählung, Roman’, das seinerseits aus dem Galloroman. stammt.