Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
rihtunge stf.
1. die gerichtliche entscheidung einer sache. rihtunge wil ich mîden, das gericht, das dem könige zukommt, Osw. 3335. doch behuobent die von Lucern dem herzogen von Oesterrîch vor und ûʒ sîn richtung, gericht, zins und gülte zürch. jahrb. 65,10. — der umb schult richtong hab, der sulle dem schultheisen zu W. sein gelt geben, alsdann soll der man, der die richtong haben soll, vorgeen und der schultheis nach, und waruff der man weiset, sall ime der schultheis richtong thun Gr. w. 3,772.
2. austrag eines streites durch schiedsgericht oder versöhnung. dô nu grâf Ruodolf sach, daʒ dem apt und den sînen disiu richtung und saz wol gefiel, dô sprach er zürch. jahrb. 56,10. dise richtung machôt der marcgrâve von Brandenburg das. 73,12. ê si ir buoʒ volleistint, diu in geben was nâch der richtung und nâch des ûʒspruches sag das. 76,9. wan eʒ wolt niemen kain frid noch richtung an die von Zürich suochen das. 77,26. und machten ain frid daran ûf ain genant zil, daʒ man dâ zwischent ain richtung suochte, daʒ die von Zürich besorgôt wurdint, als vor geredet ist, und den von Habspurg diu stat Rapperswil und daʒ ir wider würde: der fride wurdent alsô drî nâch einander gemacht, ie ûf ain genant zil, die doch alle verliufent, daʒ dâ zwischen nieman kain richtung machôt noch begerôt das. 77,34 fg. durch daʒ diu richtung und der spruch unverzogenlîch ain friuntlîchen ûʒtrag gewunne ûf ainen getriuwen frid oder ûf ain ganze richtung und ain êwige stæte süene das. 80,18. si wöllint ain friuntlich richtung machen das. 83,17.