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reckaltarboum

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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

reckaltarboum

reckaltarAWB m. a-St., seit dem 9. Jh. in Gl.:
‚Wacholder; arcettes [= arceuthis], artiotidon
[= arceuthis], cipasalius, iuniperus‘ (Iuniperus
communis L.) (mhd. reckholter, regholter st.m.
‚Wacholder‘, nhd. mdartl. schweiz. rëckholder,
rëchholder m., -holderen f. ‚Wacholder, Wa-
cholderbranntwein, Wacholderdrossel‘, dane-
ben rauk-holder m. ‚dss.‘ mit volksetym. An-
lehnung an rauchen wegen der Verwendung
des Wacholders zum Räuchern von Fleisch und
Wurst [Schweiz. Id. 2, 1188 f.], els. rëckholder
m. ‚Wacholder‘ [Martin-Lienhart, Wb. d. els.
Mdaa. 1, 236], bad. reckholder m. ‚Wacholder,
kleiner Seidelbast, wohlriechender, niedriger,
im Frühling blühender Strauch‘ [Ochs, Bad.
Wb. 4, 226 ff.], schwäb., bair. reckholder m.
‚Wacholder‘ [Fischer, Schwäb. Wb. 5, 224; 6,
2 Nachtr. 2771; Schmeller, Bayer. Wb.² 2,
44 f.], vorarlb. reckholder m. ‚Wacholder, Wa-
cholderbranntwein, Wacholderbeere‘ [Jutz,
Vorarlberg. Wb. 2, 684], tirol. rekkolda m.
‚Wacholder‘ [Schatz, Wb. d. tirol. Mdaa. 2,
481]). Das Subst. ist mit dem vorwiegend in
Baumbez. vorkommenden Fortsetzer des Suff.
urgerm. *-alđra- abgeleitet (vgl. Krahe-Meid
1969: 3, § 141). Der vordere Teil reck- gehört
zum sw.v. recken ‚ausstrecken, ausbreiten‘
(s.d.), Benennungsmotiv für den Wacholder
sind seine sich nach allen Seiten ausstrecken-
den Triebe. Bei den seit mhd. Zeit belegten
Varianten mit -holder handelt es sich um De-
terminativkomp. mit dem Verbalstamm reck-
im VG und der verkürzten Form von holunter
(s. holuntar) im HG. Der Ersatz des im Mhd.
seltenen Suff. -alter (vgl. noch mhd. hief-al-
ter ‚Hagebuttenstrauch‘ [s. hiofaltar], affaltar
‚Apfelbaum‘ [s. affoltra]) durch -holder ist
volksetymologisch, sachliche Gründe können
keine Rolle gespielt haben, da sich Holunder
und Wacholder wesentlich unterscheiden. S.
recken. – reckaltarberi*AWB n. ja-St., Gl. 3,52,34
(2. Hälfte des 13. Jh.s): ‚Wacholderbeere; ar-
tiotidas [= arceuthis]‘ (nhd. mdartl. schweiz.
rëckholderber f./[n.] ‚Frucht des Gemeinen
Wacholders‘ [Schweiz. Id. 4, 1466 f.], els.
rëckholderbeer[e] f. ‚Wacholderbeere [als Ge-
würz, zum Räuchern und für harntreibenden
Tee]‘ [Martin-Lienhart, Wb. d. els. Mdaa. 2,
78], bad. reckholderbeere f. ‚Frucht des Wa-
cholders [als Zusatz im Sauerkraut, zum Räu-
chern von Fleisch- und Wurstwaren oder zum
Schnapsbrennen‘ [Ochs, Bad. Wb. 4, 22],
schwäb. reckholderbere f. ‚Wacholderbeere‘
[Fischer, Schwäb. Wb. 5, 224], vorarlb. reck-
holderbeere f./[n.] ‚Wacholderbeere‘ [Jutz,
Vorarlberg. Wb. 2, 684 f.]). Determinativkomp.
mit subst. VG und HG. S. reckaltar, beri. –
reckaltarboumAWB m. a-St., seit der 2. Hälfte des 9.
Jh.s in Gl.: ‚Wacholder; aspalitum, iuniperus
(nhd. mdartl. schweiz. rëckholderbaum m.
‚Wacholder‘ [Schweiz. Id. 2, 1188]). Verdeut-
lichendes Komp. S. reckaltar, boum. – Ahd.
Wb. 7, 887 f.
; Splett, Ahd. Wb. 1, 56. 92. 742;
eKöbler, Ahd. Wb. s. vv. rekkaltar, rekkaltar-
beri, rekkaltarboum; Schützeichel⁷ 258; Starck-
Wells 480; Schützeichel, Glossenwortschatz 7,
382 f. – Marzell [1943–79] 2000: 2, 1080 f.;
HDA 9, 9–14.
3153 Zeichen · 145 Sätze

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    reckaltarboumst. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    reckaltarboum st. m. , nhd. reckholderbaum. Belege im Nom. Sing., wenn nicht anders angegeben. reckalter-poum: Gl 1,432,…

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Cotta, M. (2026). „reckaltarboum". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/reckaltarboum/ewa
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Cotta, Marcel. „reckaltarboum". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/reckaltarboum/ewa. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „reckaltarboum". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/reckaltarboum/ewa.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„reckaltarboum"},
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