Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Rapuse
Rapuse
Rap(p)use, Rabusche f. ‘Plünderung, Beute, Raub’, zuerst belegt Anfang 16. Jh. und von Luther in die Bibelübersetzung aufgenommen, danach in der Umgangssprache weit verbreitet (auch Rabūs, Rabūsch, Rapsche, Rappuhsche). Herkunft ungewiß. Nach ¹DWB 8, 122 ff. stammt das Wort aus der Soldatensprache, gehört als Verbalabstraktum zur Wortgruppe von raffen, rapschen, rapsen, nd. rapen ‘hastig nach etw. fassen’ (s. d.) und wird im vielsprachigen Söldnerheer der Landsknechte in Endung und Betonung romanisiert. Anfangs in Wendungen wie in die Rapuse geben, werfen ‘zur Plünderung freigeben’, dann allgemein ‘wegwerfen, verloren geben, wegkommen, nicht auffindbar sein’, daher auch ‘Verderben, Aufregung, Durcheinander, Gedränge, Wirrwarr’. Der Ausdruck wird (18. Jh.) auch Bezeichnung eines Kartenspiels, bei dem der gewinnt, der im Spielverlauf die meisten Zählaugen abstößt (in die Rapuse, Rapusche gibt); deminutiv Rapuschchen (Goethe), in eleganten Kreisen französisiert Rabouge.