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Rakēten

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Rakēten

Bd. 16, Sp. 579
Rakēten (v. ital. rocchetta, Kriegsraketen), den gleichnamigen, in der Kunstfeuerwerkerei angewandten Körpern (s. Feuerwerkerei) ähnliche Vorrichtungen, bestehen aus einer zylindrischen Hülfe von Eisenblech, die mit dem Treibsatz entweder über einem konischen Dorn (Congrevesche R.) oder massiv (Augustinsche R.) vollgepreßt wird; letztere erhalten durch Ausbohrung eine durchweg gleiche (Preußen) oder eine stufenförmige zylindrische (Österreich) Seele. Über der Seele bleibt eine massive Satzschicht, die Zehrung, stehen. Durch die Reaktion der bei der Verbrennung des Treibsatzes mit Heftigkeit ausströmenden Gase wird die Rakete fortgetrieben und kann somit als Träger von Körpern benutzt werden, die an entfernten Punkten zur Wirkung kommen sollen. Man versah sie daher zu militärischen Zwecken vorn mit einer Granate oder Kartätsche, deren Sprengladung, oder mit einer mit Brandsatz gefüllten Blechbüchse, deren Satz durch den Treibsatz der Rakete entzündet wurde (Brandrakete). Um der bedeutenden Vorderbeschwerung das Gleichgewicht zu halten, versieht man die R. seitlich (Seitenstabraketen) oder axial (Achsenstabraketen) mit einem hölzernen Stab. Hales R. (1846) sind statt des Stabes mit einem eisernen Kegel geschlossen, durch den spiralförmig mehrere Löcher gehen. Die durch diese ausströmenden Gase geben der Rakete eine Drehung um die Längenachse, daher Rotationsrakete. Um den R. eine bestimmte Erhöhung für verschiedene Flugweiten zu geben, wurden sie aus dreibeinigen oder laffetenartigen Gestellen abgefeuert. Diese Kriegsraketen, die in verschiedenen Heeren als Waffe geführt wurden, konnten sich bei ihrer geringern Flugweite und großen Treffunsicherheit den gezogenen Feuerwaffen gegenüber nicht behaupten. Dagegen sind die Leuchtraketen mit Leuchtsternen (Sternfeuer) oder einem Fallschirm, der ein mit Leuchtsatz gefülltes Gefäß trägt, noch in Gebrauch; aber auch sie werden den elektrischen Erleuchtungsvorrichtungen weichen müssen. Die deutschen Leuchtraketen, zur Erleuchtung des Vorfeldes von Festungen benutzt, erhellen 10–15 Sekunden lang einen Raum von 700–1200 m Länge und 500–550 m Breite, dessen Mitte 700–1000 m vor dem Abfeuerungsort liegt. Sie sind jedoch im Ausscheiden begriffen. Die R. sind seit dem 9. Jahrh. n. Chr. in China, in Europa seit dem 13. Jahrh. in Gebrauch, waren aber in Europa seit Anfang des 18. Jahrh. in Vergessenheit geraten, bis sie die Engländer bei ihren Kämpfen mit den Eingebornen in Ostindien, namentlich durch Tippu Sahib wieder kennen lernten. Congreve (s. d. 2) brachte sie dann nach Europa und wandte sie 1806 gegen Boulogne und 1807 beim Bombardement von Kopenhagen an; der dänische Artilleriehauptmann Schuhmacher versah die R. mit Kugeln, Granaten und Kartätschen und begründete somit die Raketenartillerie. Die letztere fand 1848–49 in Italien und Ungarn, besonders im Winter, von den Franzosen 1859 in Algerien, von den Engländern in China und Afghanistan und den Russen 1860 und 1861 an der chinesisch-sibirischen Grenze mit wechselndem Erfolg Verwendung. Das österreichische Raketeurkorps wurde, da es im Feldzug 1866 sich nicht bewährte, 1867 aufgelöst. In Preußen schieden die Sprengraketen 1872 aus. Über Gewehrraketen s. d.; über Rettungsraketen und Raketenapparat (Raketengerät) s. Rettungswesen zur See.
3292 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    raketenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    raketen , verb. mit der rakete ( s. d. ) einen ball werfen: nun rackete ein andern ballen her. Fischart bienk. 93 b .

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rakēten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Rakēten (v. ital. rocchetta , Kriegsraketen) , den gleichnamigen, in der Kunstfeuerwerkerei angewandten Körpern (s. Feue…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit raketen

23 Bildungen · 23 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von raketen 2 Komponenten

rake+ten

raketen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

raketen‑ als Erstglied (23 von 23)

raketenbock

DWB

raketen·bock

raketenbock , m. bock zum losbrennen mehrerer raketen auf einmal. Eggers kriegslex. 2, 539 .

raketenbohrer

DWB

raketen·bohrer

raketenbohrer , m. bohrer, um raketen auf ein gewisses masz mit einer hohlung zu versehen. Eggers kriegslex. 2, 539. 1, 332 .

Raketenbohrzeug

Campe

raketen·bohrzeug

Das Raketenbohrzeug , — es, Mz. — e , ein Werkzeug die Raketen genau damit zu bohren, d. h. mit einem Loche zu versehen, welches aus dem Kop…

raketenbrett

DWB

raketen·brett

raketenbrett , n. brett zum losbrennen mehrerer raketen auf einmal. Jacobsson 7, 27 b .

raketengarbe

DWB

raketen·garbe

raketengarbe , f. garbe von aufsprühenden raketen gebildet: sahen sie auf dem meere die schiffe taghell beleuchtet und eine sprühende rakete…

raketenhülse

DWB

raketen·huelse

raketenhülse , f. die papierne röhre einer rakete, welche mit pulver geschlagen und angefüllt wird. Eggers kriegslex. 2, 539 .

raketenkappe

DWB

raketen·kappe

raketenkappe , f. kappe, kegelförmiger deckel einer raketenhülse, welcher an sog. versetzten raketen, d. h. solchen die noch schwärmer, gold…

raketenkopf

DWB

raketen·kopf

raketenkopf , m. kopf von pappe, welcher den versetzten raketen aufgesetzt wird, um darin allerlei lustfeuer anzubringen. ebenda.

raketenrute

DWB

raketen·rute

raketenrute , f. stab, an welchem die rakete, wenn sie abgefeuert werden soll, angebunden wird.

Raketenruthe

Campe

raketen·ruthe

Die Raketenruthe , Mz. — n , die Stange, an welche die Rakete gebunden wird, wenn sie abgefeuert werden soll.

raketenstock

DWB

raketen·stock

raketenstock , m. werkzeug worauf die rakete geschlagen und gefüllt wird. Jacobsson 3, 357 a .

Raketenwerfen

DRW

raketen·werfen

Raketenwerfen, n. Abfeuern von Feuerwerkskörpern [bei Nachtfischfang mit Licht] solle das nachtleuchten, garnstecken, raketenwerfen verbotte…

raketenzwilling

DWB

raketen·zwilling

raketenzwilling , m. , plur. zwillinge, zwei zusammengebundene und zu gleicher zeit schlagende raketen. Jacobsson 3, 357 b .