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Pfrieme

mhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Pfrieme

Bd. 3, Sp. 753
Die Pfrieme, plur. die -n, oder der Pfriem, des -es, plur. die -e, bey einigen auch der Pfriemen, des -s, plur. ut nom. sing. überhaupt ein jeder langer und spitziger Körper; in welcher weitern Bedeutung es doch veraltet ist, indem es jetzt nur noch von einzelnen Körpern dieser Art gebraucht wird. Von den spitzigen Blättern wird so wohl der Ginster, Genista L. als auch die Hasenheide, Spartium L. häufig Pfriemen und Pfriemenkraut genannt. Bey den Tuchmachern ist der Pfriemen der eiserne Draht in dem Schützen, worauf die Pfeife steckt. Ein schmales an Einem Ende spitzig zulaufendes Stück Ackers ist in der Landwirthschaft häufig unter dem Nahmen eines Pfriemens bekannt. Am häufigsten gebraucht man dieses Wort von einem spitzigen Eisen, Löcher damit in einen weichen Körper zu bohren, dergleichen Pfriemen besonders die Schneider und Sattler haben, bey welchen letztern dieses Werkzeug zugleich mit einem Hefte versehen ist. Mit einem Pfriemen das Ohr durchbohren, 2 Mos. 21, 6. Sich mit Pfriemen ritzen, 1 Kön. 18, 28. In einer andern Stelle gebraucht Luther es im weiblichen Geschlechte: so nimm eine Pfrieme und bohre ihm durch sein Ohr, 5 Mos. 15, 17; in welchem Geschlechte es, wenn es dieses Werkzeug bedeutet, auch im Hochdeutschen am üblichsten ist. Die Ahlen oder Orte der Schuster sind eine Art dünner, schwacher und gemeiniglich gekrümmter Pfriemen. Anm. Im Nieders. Preem, im Schwed. Pren, im Griech. περονη. Der Begriff der Länge, besonders aber der Spitze, ist in[] diesem Worte ohne Zweifel der herrschende. Im Nieders. wird daher die Geniste Brahm genannt, Angels. Brom, und bremen war ehedessen für stechen üblich. Im Isländischen ist Prionn eine Nadel, und im Holländ. Moordpriem ein Dolch. Wenn es bey dem Tacitus heißt, daß die alten Deutschen ihre Spieße, mit welchen sie sich so wohl in der Nähe als Ferne vertheidigten, Frameas genannt, so bleibt Wachter bey den Wörtern nahe und fern stehen, und da fram in allen alten Mundarten beydes bedeutet, so läßt er das Framea des Taciti davon abstammen, worin ihm auch Ihre beypflichtet, ungeachtet diese Ableitung überaus gezwungen und sprachwidrig ist. Wahrscheinlicher wäre sie geworden, wenn er das alte rahmen, schießen, bey dem Ottfried rammen, als das Stammwort angenommen hätte. Allein, was bedarfs so vieler Umschweife, da unser Pfrieme die natürlichste Ableitung an die Hand gibt. Noch Hornegk gebraucht Fram von einem Wurfspieße, einer Lanze. S. Riemen.
2445 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    pfriemesw. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    pfrieme , sw. M. nhd. Pfriem, Pflock, Pfriemen, Ahle, Pfriemenkraut, Ginster ÜG.: lat. premula Gl, subula Gl Hw.: s. pfr…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfrieme

    Adelung (1793–1801)

    Die Pfrieme , plur. die -n, oder der Pfriem, des -es, plur. die -e, bey einigen auch der Pfriemen, des -s, plur. ut nom.…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfrieme

    Goethe-Wörterbuch

    Pfrieme botan, Besenginster (Spartium scoparium); in einem Verz von Pflanzen in der Umgebung Weimars; ‘besenförmige P.’ …

  4. modern
    Dialekt
    Pfrieme

    Pfälzisches Wb.

    Pfrieme 'Besenginster' s. Brimme .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfrieme

24 Bildungen · 21 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

pfrieme‑ als Erstglied (21 von 21)

Pfriemeisen

Campe

pfriem·eisen

Das Pfriemeisen , — s, Mz . gl. 1) Das Eisen einer Pfrieme in einem Hefte, die eigentliche Pfrieme. 2) Auf den Kriegsschiffen, die Räumnadel…

pfriemenartig

DWB

pfriemen·artig

pfriemenartig , adj. : ungeheure cypressen, die alle pfriemenartig in die luft stehen. Göthe 27, 76 .

pfriemenblüte

DWB

pfriemen·bluete

pfriemenblüte , f. : ein wasser ausz pfrimmenblt gebrandt, soll zum stein guot sein. Bock kräuterb. 315 b .

Pfriemenbusch

ElsWB

pfriemen·busch

Pfri e me n busch m. Ginsterstrauch Str. ‘De siehsch wohl nit viel Lit? de hesch nit drum ze klaaue, Fahr du nurr riewi furt am Pfrimmebusch…

Pfriemendorant

Campe

pfriemen·dorant

Der Pfriemendorant , — es, Mz . u. eine Art des Dorantes oder Löwenmaules, die mit der Pfrieme Ähnlichkeit hat (Antirrhinum sparteum ).

pfriemenförmig

DWB

pfriemen·foermig

pfriemenförmig , adj. subulatus Nemnich 3, 437 ; ein pfriemenförmiges blatt. Jacobsson 6, 739 b ; würmer mit pfriemenförmigem schwanze. Breh…

pfriemengras

DWB

pfriemen·gras

pfriemengras , n. nardus stricta Nemnich 2, 706 ; stipa, das gefiederte pfriemengras. 1372.

pfriemenkraut

DWB

pfriemen·kraut

pfriemenkraut , pfriemkraut , n. genesta Dief. 259 c . Alberus dict. Ff 3 b . Stieler 1032 ( vgl. pfropfkraut): ettlich vermischen dem pferd…

pfriemensamen

DWB

pfriem·ensamen

pfriemensamen , m. : der gemeine pfrimmensamen gesotten und zwei untz der brhe getrunken, purgiret oben ausz. Tabernaemont. 1511 b .

Pfriemenschnäbler

Meyers

pfriemen·schnaebler

Pfriemenschnäbler ( Subulirostres ), nach Cuvier u. a. Familie aus der Ordnung der Sperlingsvögel, mit seinem, pfriemenförmigem, ziemlich ru…

pfriemenschwanz

DWB

pfriemen·schwanz

pfriemenschwanz , m. ascaris, oxyuris vermicularis, ein parasit des menschen mit pfriemenförmigem schwanze. Nemnich 1, 496 . Brehm thierl. 6…

pfriemensetzer

DWB

pfriemen·setzer

pfriemensetzer , m. bei den formenschneidern ein kleines werkzeug, womit die drahtstifte in die stippelformen gesteckt werden. Jacobsson 3, …

pfriemenspitzig

DWB

pfriemen·spitzig

pfriemenspitzig , adj. : der schnabel ( der blaukehlchen ) ist gestreckt, .. vorn pfriemenspitzig. Brehm 3, 765 .

pfriemenstaude

DWB

pfriemen·staude

pfriemenstaude , f. : die grOeste pfrimmenstaud und allergemeinste blet im maien. Bock kräuterb. 315 a ; dim. die kleinen pfrimmensteudlin …

pfriemenstock

DWB

pfriemen·stock

pfriemenstock , m. dasselbe: der fuchs stund verborgen hinder einem pfrymenstock und lacht und spottet. Steinhöwel Es. 58 b .

pfrieme als Zweitglied (3 von 3)

heidepfrieme

DWB

heide·pfrieme

heidepfrieme , f. spartium scoparium, pfriemenkraut, besenkraut. kleine heidepfriemen, genista pilosa, der haarige ginster. Nemnich 3, 31 .

Scorpiōn-Pfrieme

Adelung

scorpion·pfrieme

Die Scorpiōn-Pfrieme , plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme des Stechginsters, dessen braungrün gestreifte Ruthen auf allen Seiten mit…

Wasserpfrieme

Adelung

wasser·pfrieme

Die Wasserpfrieme , plur. inusit. der Nahme einer Wasserpflanze, welche im mitternächtlichen Europa einheimisch ist, Subularia Linn.