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pfaffaling

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EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

pfaffaling

pfâenfedaraAWB f. ō-St., NMC, nur dat.pl.
fauuenfederon: ‚Pfauenfeder; pinna pavonis
(mhd. pfâwenfeder[e] f. ‚Pfauenfeder‘, früh-
nhd. pfauenfeder f. ‚dss.‘, nhd. Pfauenfeder f.
‚Schwanzfeder eines Pfaus‘; mndd. pāwenvē-
der[e] f. ‚Pfauenfeder‘; mndl. pauwenveder,
pausveder f. ‚dss.‘; vgl. aisl. páfuglafjaðrar f.pl.
‚Pfauenfedern‘). Zusammenrückung mit einem
Gen.Sg. im VG. S. pfâo, fedara. – pfaffalingAWB
m. a-St., Gl. 2,680,24 (1. Viertel des 12. Jh.s,
alem.); 3,379,8 (12./13. Jh., mfrk.); 4,75,12 (in
3 Hss., 11./12. Jh. bis Ende des 12. Jh.s). 149,
19 (13. Jh., bair.): ‚junger Geistlicher, Domschü-
ler, clericellus; Zaunwinde, ligustra, ligustrum
(Convolvulus sepium L.) (mhd. pfaffelinc st.m.
clericellus‘, ält. nhd. pfäffling m. ‚Anhänger
des Pfaffentums‘ [DRW 10, 651; Dt. Wb. 13,
1596
]). In der Bed. ‚junger Geistlicher‘ handelt
es sich um eine patronymische Bildung mit dem
Fortsetzer der Suffixvar. urgerm. *-linǥa-. Für
die Pflanzenbez. ist das Benennungsmotiv nicht
sicher, vielleicht hat hier das Suffix diminuie-
rende Funktion oder es handelt sich um einen
bildhaften vergleichenden Ausdruck: Die Zaun-
winde stützt sich am Zaun wie der pfaffaling
am pfaffo (vgl. auch Marzell [1943–79] 2000:
1, 1154). S. pfaffo, -iling. – pfaffenbluoma*AWB f.
ōn-St. oder pfaffenbluomo*AWB m. an-St., Gl. 3,
557,42/43 (14. Jh., bair.[-obd.]): ‚Malvenblü-
te ?, Löwenzahn ?, Pfingstrose ?; flos syriacus
(Malva silvestris L. oder Taraxacum officinale
W. oder Paeonia L.) (nhd. mdartl. bair.-öster.
pfaffenblume f. ‚Kuhschelle‘ [Kranzmayer, Wb.
d. bair. Mdaa. in Österr. 3, 458], rhein. pfaf-
fenblume f. ‚Klatschmohn‘ [Müller, Rhein.
Wb. 6, 647], pfälz. pfaffenblume f. ‚Klatsch-
mohn, Pfingstrose, Kapuzinerkresse‘ [Christ-
mann, Pfälz. Wb. 1, 782
], südhess. pfaffenblu-
me f. ‚Klatschmohn, Gartenmohn‘ [Maurer-
Mulch, Südhess. Wb. 1, 766], hess.-nassau. pfaf-
fenblume f.? ‚Löwenzahn, Klatschmohn‘ [Bert-
hold, Hessen-nassau. Volkswb. 2, 575], preuß.
pfaffenblume f. ‚Kornrade‘ [Riemann, Preuß.
Wb. 4, 376]; vgl. schles. pfaffenblümchen n.
‚Mauerpfeffer‘ [Mitzka, Schles. Wb. 2, 982];
mndd. pāpenblōme f. ‚Betonie‘). Da das VG
seit frühnhd. Zeit in übertragener Bedeutung
für Pflanzen wie den Klatschmohn verwendet
wird, könnte es sich um eine verdeutlichende
Zusammenrückung handeln. Splett, Ahd. Wb. 1,
699
vermutet dagegen, dass das VG aus pap-
pul- umgeformt ist (vgl. frühnhd. pappelblu-
me ‚Malve‘), doch gibt es zahlreiche kompo-
nierte PflN, die mit einer Bez. für Geistliche
gebildet sind (vgl. z. B. Mönchskraut). Vgl.
auch Marzell, a. a. O. 3, 32 ff. 513; 4, 608 f. S.
pfaffo, bluoma, bluomo. – pfaffendûmoAWB m. an-
St., nur Gl. 3,84,57 (SH, 12. oder 14. Jh.): ‚Bit-
terling? [Fisch]; suilla‘ (Rhodeus amarus) (nhd.
mdartl. rhein. pfaffendaumen m. ‚Bitterling, der
Fisch cyprinus amarus‘ [Müller, Rhein. Wb. 6,
647
]). Der karpfenartige, einheimische Fisch
könnte nach seiner geringen Größe benannt
sein. Unklar ist das Benennungsmotiv für das
VG pfaffen-, vielleicht hat die rötliche Färbung
der Männchen während der Laichzeit bei der
Benennung eine Rolle gespielt. Vgl. auch R.
Hildebrandt, in Embach-Moulin 2013: 63; J.
Riecke, in Müller u. a. 2013: 45 f. Zusammen-
rückung mit einem Gen.Sg. im VG. S. pfaffo,
dûmo. – pfaffenrocAWB m. a- oder i-St., nur Gl.
3,377,13 (12./13. Jh., mfrk.): ‚Soutane; tunica
(ält. nhd. pfaffenrock m. ‚Gewand eines Pfaf-
fen‘ [Dt. Wb. 13, 1592], nhd. mdartl. schweiz.
pfaffenrok m. ‚dss.‘ [Schweiz. Id. 6, 835], sie-
benbürg.-sächs. pfaffenrock m. ‚Obergewand
des Geistlichen‘ [Schullerus, Siebenbürg.-sächs.
Wb. 8, 294 f.]). Zusammenrückung mit einem
Gen.Sg. im VG. S. pfaffo, roc. – pfaffenwîbAWB n.
a-St., nur Gl. 3,179,71 (Hs. 12. Jh., Zeit des
Gl.eintrags unbekannt): ‚Frau eines Geistli-
chen; presbytera‘ (mhd. pfaffenwîp st.n. ‚dss.‘,
frühnhd. pfaffenweib n. ‚Frau eines Pfarrers,
Beischläferin eines Pfarrers, Priesters‘, nhd.
mdartl. preuß. pfaffenweib [popewiew] n. ‚Frau
eines Pfarrers‘ [Riemann, Preuß. Wb. 4, 377];
mndd. pāpenwīf n. ‚mit einem Geistlichen zu-
sammenlebende Frau, Geliebte eines Geistli-
chen‘). Zusammenrückung mit einem Gen.Sg.
im VG. S. pfaffo, wîb. – pfaffensa*AWB f. ōn-St., nur
Gl. 3,379,21 (12./13. Jh., mfrk.) paffenesse:
‚Frau eines Geistlichen, Witwe, die in ein Klos-
ter eingetreten ist; presbytera‘. Motionsfem.
mit dem lat.-rom. Lehnsuffix -issa, dessen -i-
aufgrund der ahd. Wz.betonung synkopiert
wird (vgl. W. Wackernagel, KS Wackernagel
1874: 295; zum rom. Ursprung des Movie-
rungssuffixes -se vgl. Henzen 1965: § 96; Berg-
mann 1977: 270; vgl. auch Stotz 1996–2004: 2,
6 § 37). Das Suffix erscheint im Frk. anstelle
von -in. S. pfaffo. – Ahd. Wb. 7, 198. 224 f.
242; Splett, Ahd. Wb. 1, 83. 156. 216. 699.
763. 1116; Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 856. 857;
Schützeichel⁷ 249; Starck-Wells 459; Schützei-
chel, Glossenwortschatz 7, 247. 248.
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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    pfaffaling

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +1 Parallelbeleg

    pfâenfedaraAWB f. ō-St., NMC, nur dat.pl. fauuenfederon: ‚Pfauenfeder; pinna pavonis‘ (mhd. pfâwenfeder[e] f. ‚Pfauenfed…

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pfaff+aling

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Cotta, M. (2026). „pfaffaling". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/pfaffaling/ewa?formid=EWA183930
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Cotta, Marcel. „pfaffaling". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/pfaffaling/ewa?formid=EWA183930. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „pfaffaling". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/pfaffaling/ewa?formid=EWA183930.
BibTeX
@misc{lautwandel_pfaffaling_2026,
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