Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
pelliz
‚Pelz, Schaffell; melote, melotis, pellicia, pel-
licium, rogazin [lingua ignota, Hildeg.]‘, fuoz-
tiof pelliz ‚bis zu den Füßen reichender Pelz;
pellicium‘ <〈Var.: b-; pelz (SH)>〉. Das Wort ist
aus mlat. pellicium n., pellicia f. ‚Pelzmantel‘,
einer Substantivierung von lat. pellicius adj.
‚aus Pelz‘, entlehnt. Dabei handelt es sich im Un-
terschied zum Ae. (s. u.) um eine jüngere Ent-
lehnung, die rom. z = ts für palatalisiertes k
zeigt (vgl. Müller-Frings 1966–68: 2, 374). –
Mhd. bellîz, bellez, daneben synkopiertes belz,
pelz st.m. ‚Pelz‘. Anl. b- ist Reflex der bin-
nendeutschen Kons.schwächung. Ausschlagge-
bend für die bereits im Frühnhd. einsetzende
und bis heute gültige Graphie mit p- ist der
Rückgriff auf die zugrunde liegende lat. Form
durch Luther und andere ostmd. Schreiber (vgl.
Ebert-Reichmann-Solms-Wegera 1993: § L 44,
4). Frühnhd. pelz m. ‚Haut, Fell, Kleidungs-
stück aus Tierfell‘, phras. einen pelz fol läuse
haben ‚voll von Bösem sein‘, jmdm. den pelz
waschen ‚jmdn. rügen‘, den rauen pelz anlegen
‚grob werden‘, nhd. Pelz m. ‚dicht behaartes
Fell eines Pelztiers, für Kleidungsstücke bear-
beitetes Tierfell‘, Kurzform für ‚Pelzmantel,
Pelzjacke‘, phras. jmdm. auf den Pelz rücken
‚jmdn. bedrängen‘.