Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
peina
[Kb]): ‚einzelnes Blatt, Seite; pagina‘ <〈Var.:
peine>〉. Nach E. Gutmacher, ZRPh 38 (1917),
610 ist das Wort aus volkstümlichem afrz.
*paine entlehnt, das den bei Proparoxytona
üblichen Schwund des Mittelsilbenvokals und
die durch Kontakt zwischen g und n entstan-
dene Mouillierung des n zu ñ zeigt (vgl. Brunot
1966: 1, 171): lat. pāgina f. ‚Blatt Papier‘ (s. u.)
> pag’na = pañe > paine; vgl. lat. propaginem
> prov. probaina, frz. provain. Wie häufig im
Frz. steht hier neben dem Erbwort das lat.
Lehnwort mfrz. pagene, das im Nfrz. zu page
verkürzt wird; vgl. Pope 1934: § 777. Zum Ne-
beneinander von Erbwort und Neuentlehnung
vgl. afrz., mfrz. fraile ‚zerbrechlich‘ neben
afrz., mfrz. fragile ‚dss.‘.