Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
peh
8./Anfang des 9. Jh.s, alem.) und weiteren Gl.,
MH, O, Oh, M, HHö: ‚Pech, Unterwelt, Höl-
le, Höllenfeuer; bitumen, chaos, infernus, nar-
to, pix, Tartara, tenebrae mortis, umbra mor-
tis, umbrae pavidae‘, kriechisc peh ‚Kolopho-
nium, Harz; colophonia, pix Graeca‘, wîzaz peh
‚Weißpech; pix navalis‘ <〈Var.: b-; -ae-; -ch(-),
-hh-, -hc->〉. Das Wort ist aus einer obliquen
Form von lat. pix, gen. picis f. ‚Pech, Teer‘
entlehnt (s. u.). Die Übernahme muss früh er-
folgt sein, da rom. -c- als k-Laut übernommen
wurde und der Wz.vokal in offener Tonsilbe
noch nicht gelängt war. Bei O und in einigen
Gl. ist lat.-rom. p- durch /b/ substituiert (vgl.
Braune-Reiffenstein 2004: § 133 und Anm. 3).
– Mhd. bëch, pëch st.n. ‚Pech, Höllenfeuer‘, in
der Paarformel bëch unde swëbel ‚Pech und
Schwefel‘ (auf die Hölle bezogen), frühnhd.
pech, seltener bech, vereinzelt pich n. ‚Pech,
Harz‘, nhd. Pech n. ‚zähflüssig-klebrige, dun-
kelfarbige Masse, die bei der Destillation or-
ganischer Stoffgemenge anfällt‘, übertr. ‚Un-
glück, Missgeschick‘. Die aus der Vogelstel-
lerei stammende Wendung Pech haben ‚Un-
glück haben, in einer fatalen Lage sein‘, die
sich zunächst auf den an der Leimrute kleben-
den Vogel bezieht (vgl. Pechvogel, Pechma-
rie), wurde im 18. Jh. in der Studentensprache
geläufig. Das Bild der Hölle, die man sich als
einen Ort mit brennendem Pech und Schwefel
vorstellte, dürfte bei der Übertragung auch eine
Rolle gespielt haben.