Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
nuosc
‚Rinne, Wasserrinne; canalis, fistula [aquae-
ductus de plumbo]‘ <〈Var.: -ui-; -sch(-), -sk>〉.
<〈-ui->〉 für -uo- in Gl. 1,416,50 (Clm. 22201,
12. Jh.) ist sicheres Umlautzeichen für den im
Mhd. vorhandenen Umlaut von -uo- zu -üe-;
vgl. Braune-Reiffenstein 2004: § 40 Anm. 3. –
Mhd. nuosch st.m., pl. nüesch ‚Rinne, Röhre,
Trog, Wassertrog für das Vieh‘, nhd. mdartl.
schweiz. nüesch m. ‚Rinne, kleine Kanne, in
der man den Schafen in den Alpen Salz
verabreicht‘, schwäb. nusch, nuscht (mit un-
etymologischem -t) m. ‚Rinne, Ausgussrinne in
der Küche‘, vorarlb. nüesch ‚hölzerner Trog
zum Füttern des Viehs‘, bair. nuesch, nuescht,
luesch (mit Wechsel zwischen n und l auf-
grund der phonetischen Ähnlichkeit), uesch
(mit Aphärese des anl. n-) m. ‚Rinne, Gerinne,
Kanal, Trog‘, kärnt. nuosch und uosch m. ‚Rin-
ne, Mühlgerinne‘, tirol. nuesch und uesch m./f.
‚Rinne, Röhre, (Wasser-)Trog für das Vieh,
Dachrinne‘.