Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
nestila
[Kb, Ra]) und zahlreichen weiteren Gl.: ‚Binde,
Kopfbinde, Stirnband, Strumpfband, Spange,
Borte, Strick, Schnur, Band, Schlaufe, Schleife;
ansa, ansula, fascia, fasciola, fibula, funiculus,
instita, licium, limbus, mitra, nastula, perisce-
lida [= periscelis], redimiculum, spira, taenia,
taeniola, vitta, zinkia [lingua ignota, Hildeg.]‘,
kleiniu nestila ‚kleine Schnur; lanistrum [=
lanistum]‘ <〈Var.: -tel-, -tal-, -tl->〉. – Mhd. nes-
tel st.f. ‚Bandschleife, Schnürriemen, Binde‘,
nhd. mdartl. schweiz. nestel m. ‚Schnürband,
Schnürsenkel, Zierband, Hautverletzung bei
Rindern, die vom Kampf mit den Hörnern
herrühren‘, els. nestel m. ‚Schnürriemen, bes.
für das Mieder und Schuhzeug‘, bad. nestel
m./(n.) ‚Schuhband am Schnürsenkel, Spann-
schnur an der Reuse, Vorschnur an der Angel‘,
schwäb. nestel m./(f.) ‚schmales Band oder
Riemchen zum Schnüren des Mieders, der
Schuhe‘, vorarlb. nestel m./n. ‚Band oder
schmaler Riemen zum Schnüren der Schuhe,
des Mieders‘, bair. nestel f., auch m./n. ‚Senkel,
Riemen, schmales Band‘, kärnt. nést‧l f.
‚Riemen, Band‘, tirol. nèstel n. ‚Riemen, Band
zum Schnüren‘, steir. nestel f. ‚Schnur oder
Riemen, der an einem Ende mit einem Stift zum
Durchstecken versehen ist‘, lothr. nestel f.
‚Schnürriemen, bes. für Schuhzeug‘, rhein. nes-
tel f. ‚Schnürriemen aus Zwirn, Hundehals-
band‘, übertr. ‚Striemen infolge einer Züch-
tigung‘, pfälz. nestel m./f./n. ‚Schuhriemen,
Schnürsenkel‘, südhess. nestel f. ‚Schnürsen-
kel, mit Draht eingefasstes Ende des Schnür-
riemens‘, pl. ‚Ösen der Schnürschuhe, durch
die der Schnürriemen gezogen wird‘, hess.-
nassau. nur pl. nesteln ‚Löcher der Schnür-
schuhe, durch die die Riemen gezogen werden‘,
thür. nestel m./f. ‚Schließhäkchen am Kleid,
Schnürsenkel‘, märk. im Komp. nestel-noalde
f. ‚fingerbreite Nadel zum Zusammenstecken
des Haarknotens‘, mittelelb. im Komp. nestel-
nātel f. ‚Nadel zum Feststecken des Haarkno-
tens am Hinterkopf der Frau‘, schles. in der Ab-
leitung nestler m. ‚Verfertiger von Schnürsen-
keln‘, siebenbürg.-sächs. nestel m./n. ‚Schnur,
Band, Riemen‘, schlesw.-holst. im Komp. nes-
tel-piep f. Bezeichnung für die Metallklammern
an den Enden von Schnürlitzen, meckl. im
Komp. nestel-nadel f. ‚Packnadel, die man sich
beim Schweineschlachten aus dem kleinsten
Knochen des Eisbeins anfertigt, indem man ein
Loch durchbohrt und ihn anspitzt‘.