närrin,
f. seit dem 15.
jh. nachweisbar als femin. zu narr (
besonders zu 4
und 8). 11)
eine thörichte, unkluge, überspannte weibliche person, oft nur in scherzhaftem und vertraulichem oder bemitleidendem sinne: der nerrin sol man in legen an, wil es Hans Narrolt, so wirt im die nerrin holt.
fastn. sp. 673, 32; awee, Gütel, du grosse nerrin! wiltu nicht als weis sein als ich pin? 674, 11; ein hübsch frow, die ein närrin ist, ist gleich eim rosz dem oren gbrist. Brant
narrensch. 32, 21; dann nAerrin vil sint also geil, das sie ir gsiecht bald biettent feil. 92, 59; durch weise weiber wird das haus erbawet, eine nerrin aber zerbrichts mit irem thun.
spr. Sal. 14, 1; ire weiber sind nerrin, und ir kinder boshafftig.
weish. Sal. 3, 12; wie die weiber nerrin sind, und iede bald irn narren findt. Murner
narrenbeschw. 9, 13; du närrin! was ist diesz? du plauderst toll und lang. A. Gryphius
lustsp. 363
Palm; ich stund da wie eine närrin, weil ich .. solche aus einem verwirrten gemüth lauffende reden hörete.
Simplic. 2, 245, 19; bis er endlich die schwachheit merkte, wann er sahe, das die dienstmagd gegenüber stets in den fenster lage und als eine närrin (
s.narr 10) sich endlich mit allerhand mienen sehen liesze.
polit. stockfisch 82; ein frauenzimmer, das hierin (
in der neigung zu gefallen) gar zu flatterhaft und gaukelnd ist, heiszt eine närrin; welcher ausdruck gleichwohl keine so harte bedeutung hat, als mit fehlender endsilbe beim manne, sogar, dasz, wenn man sich untereinander versteht, es wohl bisweilen eine vertrauliche schmeichelei anzeigen kann. Kant 7, 410; eine jede entdeckung auch des mindesten fehlers macht jedermann eine wahre freude, und das wort närrin verliert hier seine gemilderte bedeutung. 411; das wort närrin, gegen ein frauenzimmer gebraucht, hat nicht die harte bedeutung (
wie narr); weil ein mann durch die eitle anmaszung des letzteren nicht glaubt beleidigt werden zu können. 10, 225; sie wird .. mich noch zur närrin schwatzen! Voss
ged. 4, 41; schweig, armselige närrin. Lessing 1, 144; was half es der arbeitsamen närrin? 145; nun sagen sie es noch einmal, ob sie fest entschlossen sind, mich einer jungen närrinn aufzuopfern? 2, 29 (
m. S. Sampson 2, 7); damit sie nicht närrinnen des mannes würden. Lenz 3, 324; nun ist der freund seiner wege gegangen .. sie ist darüber auszer sich und untröstlich. die närrin! Göthe 19, 81; das hatt ich wohl gedacht, du närrin, dasz dich nicht der schaden klüger macht! 7, 27; unsere schönen, die mit einer farbigten landschaft im gesicht unsere weisheit zur närrin machen wollen. Schiller 2, 351; ich kenne diese dame sehr gut, und will wissen, womit sie verdient hat, das opfer einer närrin zu werden? 3, 25 (
Fiesko 1, 8); diese gesellschaft möchte gar zu gern wissen, warum ich meinen verstand so verläugnen konnte, den tollen roman mit Genuas gröster närrin zu spielen. 3, 127 (
Fiesko 4, 13); war ich nicht eine närrin, meine tochter an einen armen gärtner verschenken zu wollen? Wieland
suppl. 5, 2, 55; diese närrin (
vorher verrücktes weib) hingegen lebt sogar der hoffnung, dereinst mit gott dem vater eine intrigue anzuspinnen. Thümmel (1839) 6, 26; du bist allein ein ganzer tollhaus-Helikon, der neun und neunzig musen hat zu närrinnen. Platen (1847) 4, 147; zuerst meinten die herren, Elisi sei eine der sentimentalen närrinnen, die sich mit bücherlesen abgeben. Gotthelf
Uli d. knecht (1856) 273. 22)
zu narr 12,
c: sy haben auch ir grosse büchsz, genampt die närrin, under das thor gericht. Baumann
quellen 1, 484.