nachtrabe,
m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,
contrahiert nahtram;
mhd. nahtraben, nahtrabe, nahtram;
ags. nyhträfn, neahträfn, nyhtramn;
altn. nâtthrafn,
nd. nachtraven, nachtrave.
im ahd. wird damit übersetzt: corvus nocturnus, noctua, bubo, corax, nocticorax (Graff 4, 1147; Steinmeyer-Sievers 1, 217, 28. 355, 8. 366, 20),
in späteren glossarien (nachtraben, nachtrabe, nachtrab, nachtrap, nachtram)
lucifuga, nycticorax, strix Diefenb. 337
c. 380
a. 556
a;
im voc. opt. 37, 88:
nicticorax, nachtram;
bei Maaler 300
c: der nachtraam ist ein vogel, so zenacht die geissen saugt,
caprimulgus; bei Stieler 1495
nur nycticorax; bei Aler 1440
b nycticorax caprimulgus, vespertilio, alucus, cicuma, strix, lucifuga; bei Steinbach 2, 213
nycticorax und strix; bei Frisch 2, 80
a nycticorax ('
es scheint, man halte den caprimulgum dafür'),
bei Nemnich 3, 404
b (nachtrabe, nachtrapp, nachtram)
strix aluco, nycticorax und caprimulgus: also namentlich die gemeine nachteule, der nachtreiher und die nachtschwalbe oder der ziegenmelker (Adelung 3, 399. Weigand 2, 185).
vgl. Brehm
thierl. 3, 665. 4, 707. 11)
in eigentlicher bedeutung: mhd. solt ein nachtrabe lêren, daʒ ein adelar hôch vlüge, sô würden ir beider züge unglîch an der dûre.
krone 7188. nocticorax haiʒt ain äul und ist ze latein als vil gesprochen als ein nahtrab .. und haiʒt auch noctua ze latein. Megenberg 208, 22;
nhd. vor dem (
manne mit der laterne) floch ich, verschlug mich mit, wie dann ist der nachtraben sitt. H. Sachs 5, 200, 6
K.; mich da aufwachen machten die nachtraben frostig. Puschmann
bei Erlach volksl. 1, 68; den flug der wilden gäns, nachtraben, weiren, geiren. Weckherlin 622; also hat er droben gesagt, ich bin gleich worden wie ein nachtrabe, wie ein einsamer vogel in der wüsten. Luther 3, 24
b; ihm singet die eule nicht langes unglyck und die traurig krächzende nacht-rabe. Geszner 3, 92 (
in späteren ausgaben der nachtrabe); aus dem dickicht brüllte ich gegen sie wie der nachtrabe brüllt, da hielten sie erschreckt an und sahen durch die bäume nach den wolken. Freytag
ahnen 1, 248. 22)
übertragen, nachtarbeiter (
so nach Campe
im Osnabrückschen),
nachtschwärmer, nächtlicher ruhestörer, übelthäter; bildlich, feind des lichtes, der wahrheit: wann ir habt iezo lang her von meinem vatter wol gehort umb die nachtraben (
die bei nacht wirkenden aufständischen).
städtechr. 15, 469, 7. 470, 7 (
v. j. 1397); nu will ich euch melden die nachtraben, die des nachts auf der gassen umb traben.
fastn. sp. 1159, 4; wann disz sind die rechten nachtraben, den oft die schergen nach thun traben und schleppen sie gehn Lochaym ein. H. Sachs 5, 212, 5; nachtraben
appellantur vociferatores nocturni. Stieler 1495;
nd. nachtrave,
ein mensch der gern bei nacht geht. Schambach 141
a,
ein nachtschwärmer. Stürenburg 156
a; der pabst selber ward für ein .. nachtraben und hanfbutz angesehen; sein bannstral wolten nicht mehr haften. Fischart
bienenk. A 4
b; deszgleichen habt ir auch gehört, wie ungeschickt, wie ungelert und wie so doll bachantisch ding der nachtrab nur herfür bring, wie er mit seinem heisern gsang den leuten wolt gern machen bang.
nachtrab 3516; zur rohen zelle nimm die flucht, wo brütend dunkelheit voll argwohns streckt die schwingen, und leichenton nachtraben singen. Voss
ged. 6, 189.