lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Musa

GWB bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
9
Verweise raus
6

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Musa

Bd. 14, Sp. 292
Musa L. (Pisang, Banane, Paradiesfeige), Gattung der Musazeen, sehr große, üppig entwickelte, baumartige Stauden, mit einfachem, kurzem, von den Blattstielscheiden vollständig umschlossenem und durch sie scheinbar verlängertem Stamm und mächtigen, kurzgestielten, meist länglichen, ganzrandigen Blättern (s. Tafel »Blattformen II«, Fig. 17), zwischen denen lange, vom Rhizom ausgehende Blütenkolben hervortreten, die unten fruchtbare, weiter nach oben unfruchtbare Zwitterblüten und zu oberst männliche Blüten tragen. Sobald diese Blüten zur Entwickelung gelangen, fallen die dazugehörigen, lederigen, oft rötlich gefärbten Deckblätter ab. Die Frucht ist gurkenähnlich, drei- bis sechskantig, dreifächerig, vielsamig, bei den Kulturvarietäten häufig samenlos. Etwa 20 Arten im tropischen Asien, auf den Inseln des Stillen Meeres, in Australien und in Afrika heimisch, durch Kultur in wenigstens 200 Varietäten überall in den Tropenländern verbreitet. M. sapientium L. (gemeine Banane, s. Tafel »Nahrungspflanzen II«, Fig. 7) hat einen knolligen Wurzelstock, wird 6 m hoch, mit bis 4 m langen, 60 cm breiten Blättern, 1,5 m langen Kolben und gelblichweißen Blütenscheiden mit roten Spitzen. Die Früchte sind 20–30 cm lang. Der Schaft stirbt nach der Fruchtreife ab, und es erscheinen neue, schnell wachsende Nebensprossen, die nach wenigen Monaten Früchte tragen. Die Banane, zu deren Varietäten die früher als Art betrachtete M. paradisiaca L. gehört, gedeiht am besten in niedrigen Gegenden bei einer Temperatur von 26–27°, sie wird aber an der Golfküste von Nordamerika noch bei einer Temperatur von 21–24° und in Florida bis zum 29.° gebaut; weiter nördlich, bis 35°, wird der Ertrag unsicher. In Algerien ertrug die Banane 1878 eine Temperatur von 3°. Man baut sie hauptsächlich der Frucht halber, die nahrhafter ist als die Brotfrucht, und genießt sowohl die unreifen mehligen als die reisen Früchte, in denen fast alle Stärke in Zucker umgewandelt ist. In manchen Gegenden der Tropen bildet die Banane das Hauptnahrungsmittel. Ein Stamm gibt bis 40 kg Früchte, und da an derselben Stelle in einem Jahre drei fruchttragende Stämme hintereinander erscheinen können, so kann eine einzige Pflanze über 100 kg Früchte liefern. Indes ist der Ertrag des mit Bananen bepflanzten Bodens ungemein überschätzt worden. Nach Semler verhält sich der Ertrag an Kartoffeln (bei uns) zu dem an Bananen (in den Tropen) für die gleiche Bodenfläche wie 1: 3,5. In Ostindien und auf dem Malaiischen Archipel dient ein rötliches, angenehm riechendes und mild, etwas süßlich schmekkendes Bananenmehl als Nahrungsmittel, in Guayana besonders für Kinder und Kranke. In Mittelamerika, Kolumbien, Venezuela und auf Jamaika wird es im großen für Nordamerika hergestellt. Halbreise geschälte Bananen werden auf Maschinen in Scheiben geschnitten, die man trocknet, mahlt und siebt. Alle hierbei benutzten Apparate müssen aus Silber oder Aluminium bestehen, weil Eisen das Mehl wegen seines Gerbsäuregehaltes schwärzt. Mehl aus unreifen Bananen (Conquintay-, Stanleymehl) wird zur Darstellung von Stärkemehl benutzt, das als Arrowroot von Guayana in den Handel kommt. In Europa haben diese Präparate keinen Eingang gefunden. In Venezuela benutzt man die Bananen zur Darstellung von Branntwein. Auch die Blätter der Banane finden mannigfache Verwendung. Aus dem Stamme beider Arten gewinnt man an mehreren Orten eine Faser, die als Musafaser oder Manilahanf in den Handel kommt. Die größte Menge des letztern stammt aber von M. textilis Luis Née auf den Molukken und Philippinen (s. Tafel »Faserpflanzen II«, Fig. 5, mit Text). M. Ensete Gmel. (Ensetebanane), in Abessinien, wird 9 m hoch und trägt 6 m lange, 90 cm breite Blätter. Ihre Früchte sind ungenießbar, aber ihre Sprößlinge bilden ein treffliches Gemüse, und das Innere des Stammes wird gekocht und ist das einzige vegetabilische Nahrungsmittel einiger afrikanischer Völkerschaften. Eine einzige Pflanze produziert gegen 19,000 Blüten. Aus dem Stamme gewinnt man ebenfalls Gespinstfasern, namentlich auch in Neusüdwales, wo die Pflanze kultiviert wird. Seit 1853 kultiviert man sie in Europa als Zierpflanze, zumal sie auch die Auspflanzung ins Freie verträgt. Dazu eignet sich noch besser die fast ebenso schöne M. superba Roxb. aus Hinterindien, die im Winter einzieht. M. chinensis Sweet. (M. Cavendishii Paxt.) und M. coccinea And., beide in China, wie auch M. ornata Roxb. in Hinterindien, bleiben kleiner als die vorigen Arten und werden deshalb häufig in Warmhäusern als Zierpflanzen gezogen; auch eignen sie sich für das Zimmer. Vgl. Wittmack, M. Ensete (Halle 1867).
4631 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Musa

    Goethe-Wörterbuch

    Musa Pl auch ‘Musen’ botan, Gattungsbezeichnung für Pflanzen aus der Familie der Bananengewächse (Musaceae): Banane Um d…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Musa

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Musa L . ( Pisang, Banane, Paradiesfeige ), Gattung der Musazeen, sehr große, üppig entwickelte, baumartige Stauden, mit…

  3. Latein
    musa

    Lex. musicum Latinum · +1 Parallelbeleg

    musa -ae f. 1. Ton, Tonstufe 2. Bezeichnung für ein Musikinstrument 3. Melodie, Lied, Gesang 4. Bezeichnung für die mens…

  4. Spezial
    musa

    Ladinisch-Deutsch (Mischí)

    musa [mū·sa] f. (muses) 1 Muse f. 2 dichterische Eingebung f. ▬ dles muses musisch.

Verweisungsnetz

16 Knoten, 11 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 11 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit musa

27 Bildungen · 24 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

musa‑ als Erstglied (24 von 24)

Musabend

RhWB

musa·bend

Mus-abend (s. S.) NBerg, Ruhr m.: A., an dem von den Nachbarsfrauen Stielmus zum Einmachen gestrippt wird.

Musaceae

Herder

Musaceae , Pflanzenfamilie aus der Klasse der Skitamineen, mit mehren Arten. Musa paradisiaca , Pisang , mit 12—15' hohem Stamm, 5—6' langen…

Musäos

Meyers

musa·eos

Musäos , 1) mythischer Sänger, Seher und Priester der attischen Sage, angeblich noch der vorhomerischen Zeit angehörig. Man führte auf ihn z…

mûsære

BMZ

musa·ere

mûsære , mûser stm. vgl. mûs-ar. ahd. mûsâri Graff 2,873 ( wogegen mhd. mûsar ahd. mûsaro ist. Graff a. a. o. ). bei der mhd. form mhd. mûsa…

Musäus

Meyers

Musäus , Johann Karl August , Schriftsteller, geb. 29. März 1735 in Jena, gest. 28. Okt. 1787 in Weimar, studierte seit 1754 in Jena Theolog…

musafolla

LmL

musa·folla

musafolla -ae f. ? Bezeichnung für ein Ersatzzeichen für einen Schlüsselbuchstaben — ? term for an alternative symbol for a clef sign [s.XII…

Musagĕtēs

Meyers

Musagĕtēs (griech., »Musenführer«), Beiname des Apollon (s. d.); allgemeiner ( Musagét ) soviel wie Freund und Gönner der Künste.

Musanga

Meyers

Musanga R. Br ., Gattung der Morazeen, mit der einzigen Art M. Smithii R. Br . ( Sonnenschirmbaum ) am Kongo. Dieser hohe Baum besitzt langg…

musapfel

DWB

mus·apfel

musapfel , m. eine platte und ebene apfelart, die sich gut kochen läszt. Nemnich.

Musarion

GWB

musar·ion

Musarion als Figur im Maskenzug auftretende Heldin der gleichnamigen Dichtung von CMWieland 16,237,8 Maskenz 1818 Progr Festz 16,266 Maskenz…

mûsaro

AWB

mus·aro

mûsaro sw. m. , ? mûsâri st. m. ( zur Bildg. vgl. Kluge, Et. Wb. 25 S. 865 s. v. sperber, nach Neuss, Stud. S. 125 ist mûsaro Komp.; zur Fra…

musartig

DWB

musar·tig

musartig , adj. von der beschaffenheit des muses: eine musartige masse.

Musartpaß

Meyers

Musartpaß , im Tiënschan- Gebirge (s. d.), 3660 m, verbindet die Täler des zum Tekes gehenden Tschon-Musart und des zum Tarim gehenden Musar…

musarye

KöblerMnd

musarye , F. Vw.: s. mūserīe

musase

AWB

mus·ase

musa s e , musær ( - ) , musair s. mûsaro.

Musazeen

Meyers

Musazeen , monokotyle Familie aus der Ordnung der Scitamineen, Stauden von meist riesenhaften, zum Teil baumartigen Gestalten; der Stengel i…

musa als Zweitglied (3 von 3)

almusa

KöblerAn

almusa , F. nhd. Almosen Hw.: s. ǫlmusa I.: Lw. lat.-gr. eleēmosyna E.: s. lat.-gr. eleēmosyna, F., Almosen; vgl. gr. ἐλεήμων (eleḗmōn), Adj…

drumusa

KöblerAhd

dru·musa

drumusa , st. F. (ō)? nhd. Trugbild ne. illusion ÜG.: lat. illusio Gl Q.: Gl (3. Viertel 9. Jh.) E.: s. drum (3)? L.: ChWdW9 233a (drumusa) …

ǫlmusa

KöblerAn

ǫlmusa , F. nhd. Almosen ÜG.: lat. eleemosyna Hw.: s. almusa I.: Lw. as. almōsa, Lw. vulg. lat. alimosna, Lw. gr. eleemosyne E.: s. as. almō…