Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
muor
Drittel des 11. Jh.s, mfrk.): ‚Moor, Sumpf; sen-
tina‘. – Mhd. muor st.n. ‚Sumpf, Morast, Moor‘,
frühnhd. mur n. ‚Sumpfland, nasses Torfland‘,
nhd. mdartl. schweiz. muer n./m. ‚Schlamm,
Morast‘ (das m. Genus ist wohl durch m. Sy-
nonyme wie dreck, chāt verursacht), els. muer
m. ‚Morast, Sumpf, Schlamm, Sumpfgegend,
tiefe Stelle im Fluss‘, bad. mur m./n. ‚Morast,
Schlamm, Sumpf, sumpfiges Loch, schmutzi-
ges, mooriges Wasser, Drecklache im Hof, Bo-
densatz in der Jauchegrube‘, häufig auch als
FlN in der amtlichen Schreibung Muhr, bair.
muer n. ‚Morast, Moor‘, tirol. muer f. ‚Morast,
Moor‘, luxem. in muer-buedem m. ‚Moorbo-
den‘, rhein. mur m. ‚Schlamm in Teichen, Grä-
ben, dickflüssiger Bodensatz bei Flüssigkei-
ten‘, pfälz. muur n. ‚Schmutzbelag, Schlamm‘
(daneben moor n. ‚sumpfige Stelle in der Wie-
se, Sumpfwald‘), nhd. Moor n. ‚sumpfähnliches
Gelände mit weichem, schwammartigem Bo-
den und einer charakteristischen Vegetation,
Torfgebiet‘ wurde im 17. Jh. aus dem Ndd. in
die hd. Literatursprache übernommen.