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Mitt(en)tag

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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4 in 4 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Mitt(en)tag

Bd. 5, Sp. 1199
Mitt(en)-Tag Rhfrk midāx, medā (s. Tag); Mosfrk medāx; doch Saar von Saarl, Merz an, Trier, Wittl, Bitb, Prüm, Daun metĭχ, –øt-, –d-; Rip medāx, aber auch daneben met- (in Schleid, um Rheinb-Altend Meckenh metĭχ; Köln-Widdersd mēdt nur noch bei sehr alten Ortseingesessenen) [nur in wenigen Orten mit mit (cum) in der Entwicklung von i übereinstimmend, mǫtāx Aden; męt- Ahrw-Walporzh]; Nfrk medāx [Gummb, Mülh-Ruhr, Ess, Selfk mi-; Dinsl mę-; in Kref, Kemp, Geld, Mörs neben medāx auch medĭχ; WSelfk midĭχ]  [doch  Siegld, Kemp-Amern SAnton], Pl. -γə(n), –dE (s. Tag) [zu -dĭχ Pl. -ĭjən; medā:š Erk-Elmpt] m. [in der Selfk m. Mittag, f. Mittagessen; in Eup medāx  u.  f. Mittagessen]: 1.a. wie nhd., es ist die Zeit um 12 Uhr; vor der Einführung der mitteleuropäischen Zeit läutete es auf vielen Dörfern um 11 Uhr zu M., was heute noch vorkommt; auch wurde vor dieser Zeit schon um 11 Uhr zu M. gegessen, heute durchweg um 12 Uhr; die eigentl. Mittagsstunde ist von 12—1 Uhr; et es M.; et leit M.; de (dese) M. heute M. [van(e) M.; s. von]; wat krige mer hüt M. (zu essen); op de M. kunn ech; öm de M.; gegen (de) M.; ze M. essen Rip, Allg.; hot dir fir ze M. gess? WMosfrk; den kann mer de Bockel eroprötschen un an (in) der Leiskaul zu M. machen Trier-Schleidw; Sonndag (usf.) M. Allg. [Sonnig de Meddig Kemp]. — Et es hohe M. die Zeit kurz vor u. nach 12 Uhr Saar, Trier Bitb (hihje); et löck (läutet) gruəss M. vor hohen Festtagen Sieg-ODollend; de kal M. Zeit des Vieruhrkaffees u. dieser selber Kemp-SHubert; en spansche M. Nachsitzen in der Schule über M. Aach-Stdt; Niepsche (Mörs-Niep) M. scherzh. verspäteter M. u. M.essen Mörs-Neuk; het es Kenger (eine Bauernschaft unter Geld-Rheurdt) M. es ist schon spät M. Geld-Nieukerk. — RA.: Gekocht oller (oder) net g., wenn M. es, wird gessen! nur her damit Neuw-Urb. Wann de sech für böck, dann es et hengen M. er ist übergross Wippf-Engeld. Wieviel Uhr ist es? Antw.: Noch net morge M.; e halb Stunn iwer M. Meis-Merxh; en Vierdel St. iwer M.leire Wend-Baumholder; öm twelf es et M. Kref. Dann schleht et M. wenn etwas Besonderes vorkommt Prüm-Ihren. En hirt et net mih M. leiden (läuten) er stirbt noch heute morgen; er hat nichts mehr zu beissen u. zu reissen; er ist so sehr verliebt Daun, Allg. Mer hat döckes (oft) kalle (sprechen) gehurt als en Kölle M. lüə SNfrk. En Gegend (zurückstehend), bo de Leit mot de Kehschwänz M. leide Koch-Urschmitt. Das weit abliegende Feld hürt et M.lügge net es bekommt daher oft weniger Dünger Jül-Langw. Der werd immer hei (hier) M. leire hire er war noch nicht draussen u. wird hier Heimweh bekommen Koch-Ernst. Den es esou denn (dünn), mer hirt M. lauden durch en Merz-Saarhölzb. Un dei Kouh (die sehr mager ist) kammer de Kapp hänken, wenn et M. leit Merz-Losh. Ech hauen dech, dat du menst, et löck en allen Kirchen (Klocken) M.! Sülzt. — Sprüche beim M.läuten oder der Klapperjungen in den Kartagen: Et läut M.; ber satt os, der lach; ber hongereg ös, der heult; ber bang os, der gräult! Aden-Weibern. M., M., we gekoch hat, de lach; we nüs hät, sücht zo! Waldbr-Rosb. Et äs M.; de Katz, die lacht; der Hund, de knorrt, e wöll noch fort! Altk-Weitef. M., de Hohner han gelag (gelegt)! Aden-Liers. M., M., de Bohne sei möll (gar)! Trier-Mehring. Et leit M., schneid Soppen, drei Kemp voll, fress aus! Daun-NWinkel, Wittl. M., Pott af, moren es et Sonndag, kummen de alen Wiwer met den langen Liwer, kummen de alen Frauen met den langen Klauen! Gummb (s. weiter bei läuten). — Dat hält (dauert) van twelf (elf) Uhre bös M. nicht sehr lange MGladb, Allg. En Bur blit (bleibt) en B, un wann he büs M. schlöppt (schläft) Ess. — Die Zeit unmittelbar vor dem M. heisst: Für dem (für'm) M., die weitere Zeit von Morgen bis M. der Fürməddag  (doch ist letztere Zeitbezeichnung selten, nach dem Nhd., man spricht vom Morgen); die Zeit unmittelbar nach dem M., in der man nach dem M.essen paust oder schläft, heisst: no dem (nom) M., die weitere Zeit etwa von 2 Uhr bis zum Sinken der Sonne der Nomməddag  Rip, Allg. — b. in Siegen, Kemp, Kref-Ld heisst auch der Nachmittag de Meddag; die Bezeichnung Nomməddag ist auch vorhanden, wird aber weniger gebraucht. — c. die Mittagspause u. die Essenszeit, in der Wend.: M. machen Allg. RA.: En Maul, wou drei Bedeler M. drop mache kennten Wittl-Gr-Littgen. — d. das Mittagessen; der M. ophangen die Kochtöpfe aufs Feuer stellen, um zu kochen (ursprüngl. an den Hahl) Schleid-Dreiborn; de M. es all (schon) gered (gereide, fertig); de M. steht all op er Dösch; ech gohn M. eəten; Gott senjen (segne) öch de M.! guten Appetit; schmackende M.! dass.; en gou M. e je Lif krige; der M. all ophäbben gegessen haben; hät de M. all geschmeckt; noə de M. kike; onger (unter) de M. während des M.essens; op de M. gohn; et geht niks üəver en goue M. Heinsb, Geilk, Erk, MGladb, Kemp, Aach; wann der M. ens fort es nach dem Mittagessen Gummb. — Sonst in den Wend.: M. machen, halden [M. esse Ottw-Schiffw]. — 2. übertr. a. der Süden; wenn de Ente (Wildenten) no de M. trecke, de Forst (Frost) ok dohen treckt Klev. — b. scheele M. verächtl. Mensch, der nicht gut sieht, unbeholfener, plumper, tölpelhafter, dummer M. Bitb, Prüm; de schmale M. hagerer M. Mörs-Birten Veen; schmoler M. Neuw-Harschb Urb; du Dollməddag () verrückter M. Sieg-Rhönd.
5369 Zeichen · 158 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    MittentagDer

    Campe (1807–1813)

    ✱ ✱ Der Mittentag , — es, Mz. — e , der Mittag.

  2. modern
    Dialekt
    Mittentag

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Mittentag Band 3, Spalte 3,1052f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mittentag

33 Bildungen · 33 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von mittentag 2 Komponenten

mitten+tag

mittentag setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

mittentag‑ als Erstglied (30 von 33)

mittentagelich

KöblerMhd

mitten·tagelich

mittentagelich , Adj. nhd. „mittäglich“ Hw.: s. mittertagelich, mitteltagelich Q.: KvMSph (FB mittentagelich), Secr (1282) E.: s. mittentac …

mittentager

KöblerMhd

mittentager , st. M. Vw.: s. mittentagære*

mittentagic

Lexer

mitten-tagic , mit-tagic , mit-tegic , mit-tagelich , mit-tegelich adj. meridianus Dfg. 358 b . mittagelich Myst. 1. 388,15.

Mitt(en)tagsessen

RhWB

mittentag·sessen

Mitt(en)-tags-essen (s. S.) [auch medāx- ] Allg. n.: wie nhd. RA.: De (Dumme) hellt (holt) och en Fluh fir e M. May-Kehrig .

Mitt(en)tagsgemelks

RhWB

Mitt(en)-tags-gemelks Bergh n.: die gesamte Milch, die mittags gemolken ist.

Mitt(en)tagsgesässe

RhWB

mittentags·gesaesse

Mitt(en)-tags-gesässe -gəsī:s Wittl , Trier n.: in der RA.: Borthelemis verbiet den Bauern de Kis (Käse), v. den Herden ( Hirten ) dat M. di…

Mitt(en)tagsklocke

RhWB

mittentags·klocke

Mitt(en)-tags-klocke (s. S.) f.: wie nhd. RA.: Er hät de M. net hire leide der Bursche hat das Mädchen geschwängert Neuw-Datzeroth .

Mitt(en)tagsknipp

RhWB

mittentags·knipp

Mitt(en)-tags-knipp -e- Erft m.: die Höhe der Eifel, hinter der die Sonne steht, wenn es für die Knechte Zeit ist, die M.pause zu beginnen.

Mitt(en)tagsläuerchen

RhWB

Mitt(en)-tags-läuerchen -lȳrχə Grevbr-Wevelinghv ; -lȳrkən Dinsl-Gahlen n.: dass.

Mitt(en)tagspose

RhWB

mittentags·pose

Mitt(en)-tags-pose f.: 1. medəspū·ə.s die Zeit von Mittag bis zum Abend Kemp . — 2. -dāxspōs Mittagsschläfchen Rees-Hamminkeln ; medəspē:sχə…

Mitt(en)tagsschicht

RhWB

mittentags·schicht

Mitt(en)-tags-schicht in der Bergmspr. Allg. f.: 1. die von 2 Uhr mittags bis ½10 Uhr abends dauernde Grubenarbeitszeit. — 2. der während di…

Mitt(en)tagssonne

RhWB

mittentags·sonne

Mitt(en)-tags-sonne (s. S.) Allg. f.: wie nhd. RA.: Dem hat de M. et Gehiərn verbrannt er ist närrisch Sieg-Eitorf . Wibelig (beweglich) sei…

Mitt(en)tagssuppe

RhWB

mittentags·suppe

Mitt(en)-tags-suppe metəstsop WMosfrk bis Koch f.: -essen. RA.: Den lo wöll de Knudeln knauen (nagen, essen), ehr de M. ferdig as bevor geko…