Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
militou
Jh.s in zahlreichen Gl.: ‚Mehltau, Meltau, Ge-
treidebrand; aerugo, robigo, rubigo‘ <〈Var.:
mile-, mil-; -tau, -dou>〉. Im SH ist das VG des
Komp. mitunter volksetymologisch an miluh
‚Milch‘ (s. d.) angeglichen: Gl. 3,234,43 mi-
lich-dov (13. Jh., obd.) und milch-dvͦ (Anfang
des 13. Jh.s). 44 milc-dov (12. oder 13. Jh.). Das
VG mili- des Komp. bedeutet ‚Honig‘ (s. u.). –
Mhd. miltou, -wes st.n. ‚Mehltau‘, mit volks-
etym. Umdeutung auch milchtou (s. o.), mel-
tou – da die betroffenen Pflanzen wie mit
Mehl bestäubt aussehen, frühnhd. miltau, mel-
tau m./n. ‚Mehltau, schimmelartiger Befall von
Pflanzen und Früchten‘, K. von Megenberg (87,
12 ff.) verbindet das Komp. volksetym. mit der
Milbe: ez ist gehaizen von milwen miltaw, wan
als die milwen daz gewant frezzent und ver-
derbent, also verderbt ez die fruht ‚Mehltau ist
nach den Milben genannt, denn wie die Milben
die Kleidung fressen und verderben, so verdirbt
es (miltaw) die Frucht‘, nhd. Mehltau m. ‚durch
einen Pilz verursachte Pflanzenkrankheit, bei
der die Blätter, Stängel, Früchte mit einer weiß-
lichen Schicht überzogen sind‘, nhd. mdartl.
sind Formen mit -i- im VG erhalten: schweiz.,
els., bad., schwäb., rhein., pfälz., nassau., süd-
hess., ohess., hess.-nassau., osächs. vereinzelt
regional, schles., siebenbürg.-sächs. Gleichen
Ursprungs ist das Komp. Meltau m. ‚Honigtau,
zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen,
die sich vom Saft verschiedener Pflanzen er-
nähren‘ (seit dem Frühnhd., belegt bei J. Maa-
ler), das durch die Graphie ohne -h- von der
Pflanzenkrankheit Mehltau unterschieden wird.